Transatlantic

Kaliveoscope

  • Artist: Transatlantic
  • Album: Kaliveoscope
  • Label: Inside Out Music
  • Release: 2014-10-24
  • Medium:
  • Bewertung:1-

Anfang diesen Jahres hat die Prog-Formation Transatlantic ihr aktuelles Album Kaleidoscope veröffentlicht. Es gab eine ausgedehnte Tour und unter anderem einen beeindruckenden Auftritt auf dem diesjährigen Night of the Prog Festival an der Loreley. Transatlantic ist eine „Super Group“, bestehend aus den Musikern Neal Morse (ex Spock’s Beard), Roine Stolt (The Flower Kings), Mike Portnoy (ex Dream Theater, Flying Colors, The Winery Dogs) und Pete Trewavas (Marillion). Im Rahmen der Kaleidoscope-Tour wurde ein umfangreiches Live-Paket aufgezeichnet: Zwei DVDs (sowie eine Blu Ray mit identischem Programm) und drei CDs umfasst das „KaLIVEoscope“-Set, wie die Box passenderweise betitelt ist. Die DVD / BluRay enthält ein vollständiges Konzert aus Köln sowie eine Reihe von Bonus-Tracks und Interviews sowie eine Tourdokumentation. Zusätzlich gibt es auf den CDs ein komplettes weiteres Konzert zu hören, das im niederländischen Tilburg aufgenommen wurde. Die Entscheidung, das Konzert in Köln zu filmen, begründet Neal Morse damit, dass der Auftritt relativ in der Mitte der Tour lag. „Wir wussten, dass wir zu diesem Zeitpunkt sehr viel entspannter waren, was unser Set anging. Außerdem musste auch die Location für die Filmaufnahmen geeignet sein.“ Und es hat sich gelohnt.

Die beiden Live-Sets aus Köln und Tilburg unterscheiden sich von den Songs her kaum, auf den CDs aus Tilburg gibt es gegen Konzertende noch ein paar Lieder mehr, aber im Großen und Ganzen wird musikalisch die gleiche Setliste abgearbeitet. Die zusätzlichen Songs aus den Niederlanden finden sich im Bonusmaterial der DVDs, so dass man wirklich nichts verpasst. Die CDs bieten das Konzert aus den Niederlanden in bester Tonqualität. Zwischen den Songs sind immer wieder einmal Ansagen und kleine Anekdoten zu hören („Wir spielen heute die längste Setlist dieser Tour, ich hoffe, Ihr wart alle noch einmal vorher auf der Toilette!“), und auch die gute Stimmmung im Publikum wurde passend eingefangen. So muss eine Live-Aufnahme klingen. Besonders interessant für Fans ist die Tatsache, dass kein Song live genau wie auf dem Studioalbum klingt. Immer wieder wird einmal das Arrangement oder Tempo leicht variiert, oder ein Solo wird verlängert und anders betont. Es gibt natürlich auch ein paar besondere Live-Momente, wie beispielsweise im epischen halbstündigen Titeltrack ‚Kaleidoscope‘, als im Segment ‚Ride The Lightning‘ plötzlich ein kleines Riff aus dem gleichnamigen Metallica-Song einbaut wird. In einer späteren Passage des gleichen Tracks darf sich Basser Pete Trewavas dann auch einmal im Singen versuchen und macht seine Sache sehr gut.

Der Schwerpunkt der Setlist liegt natürlich auf dem aktuellen Album „Kaleidoscope“, das auch komplett dargeboten wird. Unterstützt wird die Band live zudem noch von Ted Leonard (Gesang bei Spock’s Beard und Enchant). Zwischen den Kaleidoscope-Songs gibt es älteres Material, u. a. ‚My New World‘ vom allerersten Transatlantic-Album. Neal Morse singt ‚Beyond The Sun‘ als einfühlsame und äußerst intime Ballade, im ersten Teil sogar komplett á capella. Wie schon auf der Bonus-CD des Studioalbums wurden live auch einige Coverversionen gespielt, so zum Beispiel ‚Nights In White Satin‘ (Moody Blues) und als besondere Schmankerl die beiden Titel ‚Sylvia‘ und ‚Hocus Pocus‘ der holländischen Prog-Band Focus. Deren Sänger Thijs van Leer gesellt sich dann auch live dazu und überzeugt mit seiner einprägsamen Stimme und verursacht beim Hörer die Lust, sich doch einmal näher mit der Band zu beschäftigen.

Insgesamt bieten die drei CDs eine wunderbare Live-Show mit packender Atmosphäre und einer Band in hervorragender Spiellaune. Technisch wurde zudem alles richtig gemacht, die Aufnahmen klingen sauber und druckvoll und fangen die Live-Stimmung perfekt ein. Wer also schon immer einmal Transatlantic live hören und sehen wollte oder einfach eine Erinnerung an die letzte Tour benötigt, kann bei diesem Set unbedenklich zugreifen. Noch mehr Transatlantic live geht nur auf der nächsten Tour beim tatsächlichen Konzertbesuch. Bis dahin kann man es sich getrost zu Hause gemütlich machen und die Farbe des Kaleidoscopes immer wieder neu genießen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.