HI! SPENCER – Friedensstifter zwischen Münster und Osnabrück

Man möchte Fanta 4 mit „Es ist schon wieder Freitag, es ist wieder diese Bar“ zitieren, auch wenn eigentlich Samstag ist. Erneut sind wir zu Gast in der rappelvollen Sputnikhalle in Münster. Nach den Shows der letzten Wochen von Kapelle Petra und den Monsters of Liedermaching sind wir heute bei Hi! Spencer, die mit ihrem grandiosen neuen Album „oben“ auf Tour sind. Aus der kleinen Kapelle aus dem Speckgürtel von Osnabrück ist mittlerweile eine sehr erfolgreiche Truppe geworden, und so „mussten“ sie hier im Club erst vom kleinen in den großen Saal umziehen, nur um kurze Zeit später auch hier „sold out“ zu melden, was Frontmann Sven Bensmann schnell nach Beginn freudestrahlend das Fazit ziehen lässt, dass es heute „die größte Clubshow außerhalb Osnabrücks ist!“, was mit großem Applaus aufgenommen wird. Auch den albernen Pseudo-Streit der beiden Nachbarstädte thematisiert er und erklärt ihn kurzerhand für beendet, um frotzelnd hinterherzuschieben, dass man gemeinsam gegen Bielefeld sei.

Aber der Reihe nach. Den Auftakt machen „Das blühende Leben“, die musikalisch sehr gut mit dem Hauptact matchen, und eine halbe Stunde ihre Version von rockigen Klängen mit gelegentlichen Pop-Anleihen spielen.

Nach einer kurzen Umbaupause sind dann aber Hi! Spencer dran, und eröffnen mit „Schalt mich ab“. Die ersten Nummern werden von Sven, Janis, Jan, Malte und Niklas Schlag auf Schlag gespielt, bevor die bereits nach wenigen Takten durchgeschwitzten Jungs das Publikum begrüßen. Es gibt eine bunte Mischung aus ihren Alben, mit insgesamt neun Titeln vom aktuellen Werk stellt dieses aber den Schwerpunkt dar. Man wundert sich 90 Minuten lang, wie es diese ehemalige Abi-Band ohne einen einzigen echten Radio-Hit schafft, dass knapp 700 Menschen beinahe jeden Text durchgehend kennen, sogar die, die erst seit wenigen Wochen draußen sind.

Ob „Fotopapier“, „Trümmer“, „Würfel“ oder „Juno“, alles wird begeistert beklatscht und mitgesungen. Auch wenn hier und heute die Gäste eigentlich nicht animiert werden müssen, gibt es doch ein paar Regieanweisungen von der Bühne.  So wird zum Pro-Transgender-Song „Hallo Joliene“ fleißig gewinkt, beim „Club 27“ wird zu Ehren von Janis Joplin und Jimmy Hendrix in die Knie gegangen, und zu „Der Nebel“ wird um einen „Oho“-Chor gebeten. Die klare Ansage: „Aber nicht so ‚Ohos‘ wie bei den Toten Hosen, mehr wie bei den Donots!“ sorgt für reichlich Stimmung, sind doch auch die Ibbenbürener in dieser Halle schon mehrfach zu Warm-Up-Zwecken aufgetreten.

„Du und dieser Song“ beenden dann den offiziellen Teil, aber natürlich gibt es noch einen Nachschlag. „Tel Aviv“ wird frenetisch abgefeiert, und mit „So schön allein“ enden dann eineinhalb Stunden feinster Unterhaltung. Leider ist Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller nicht im Saal, um seine Strophe des Tracks zu singen, auch wenn er nur wenige Kilometer entfernt wohnt. Das tut der Sache aber keinen Abbruch, und auch so verschwinden restlos begeisterte und schweißgetränkte Menschen in die noch warme April-Nacht.

Wir haben vor der Show übrigens ein langes Interview mit Sven Bensmann geführt, und uns über die neue Platte, das Leben als Haus-und-Hof-Band beim „Hütte Rockt“ und den Spagat zwischen Rocksänger und Comedian unterhalten. In wenigen Tagen könnt Ihr das bei uns lesen!

Bandhomepage

Hi! Spencer bei Facebook

Hi! Spencer bei Instagram

 

Fotocredit: Wollo@Whiskey-Soda

Ähnliche Beiträge