Markus Reuter

FACE

  • Artist: Markus Reuter
  • Album: FACE
  • Label: Spv / Tempus Fugit
  • Release: 2017-03-24
  • Medium:
  • Bewertung:3

Pat Mastelotto und Markus Reuter haben zum ersten Mal 2005 unter dem Banner Tuner zusammengearbeitet. Am Bekanntesten dürften die beiden für den Progfan aber durch ihre Connection zu King Crimson sein. Mastelotto ist seit 1994 Mitglied bei Robert Fripps Prog-Kollektiv, und Reuter hat mit Mastelotto und anderen Crimson-Mitgliedern bei Stick Men und dem Crimson ProjeKct gespielt. Da freut man sich als King Crimson-Fan natürlich über die Ankündigung eines weiteren gemeinsamen Projektes, speziell wenn auch noch Gäste wie Steven Wilson angekündigt werden.

Allerdings macht sich relativ schnell Ernüchterung breit. Denn trotz einer ganzen Reihe Gastmusiker und neun (!) Jahren Produktionszeit wurde „FACE“ leider ein eher durchschnittliches Instrumental-Prog-Album mit Jazzeinflüssen, das sehr wohl ein paar nette Momente bietet, die man aber direkt nach Ende des Hördurchgangs auch sofort wieder vergisst. Ein großes Stück King Crimson zu „Larks Tongues In Aspic“-Zeiten, dazu in den ruhigeren Momenten etwas Mike Oldfield und ein wenig jazziges Bläserspiel, dann hat man das stilistische Gemisch schon ziemlich genau erfasst. Immerhin wurden die einzelnen Sektionen clever ineinander verwoben, was dem Album einen angenehmen Fluss gibt, aber leider auch nicht verhindert, daß eher der Eindruck einer Sammlung von Ideenfragmenten als der einer durchdachten und schlüssigen Komposition entsteht. Im Vergleich zu den Tuner-Werken fehlt hier auch der schräge, düster-elektronische Einfluss, was zu einem eher „netten“ Album führt. Natürlich sind die beiden Musiker immer noch in der Lage, gelegentlich schöne Momente zu produzieren, und man hat schon weit Schlechteres gehört, aber ich behaupte mal ganz vorsichtig, daß es nur wenige Fans geben dürfte, die „FACE“ Ende des Jahres auf ihrer Lieblingsplattenliste 2017 stehen haben werden.

Mit 35 Minuten ist das Album auch quantitativ eher mager ausgefallen, so daß man eine Kaufempfehlung leider nur alles-haben-müssenden Crimsonikern aussprechen kann. Für den Rest bleibt eine typische Kann-Scheibe, aber keinesfalls ein Muss.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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