Doomsday

Innerhalb von zehn Jahren hat sich das Thüringer Metal-Trio Deserted Fear von einer talentierten Underground-Truppe zu einer der bekanntesten, beliebtesten und fleißigsten Deutschen Death-Metal-Gruppen gemausert. Den Titel als die Charmanteste Band heimsen Manuel, Fabian und Simon ganz nebenbei auch noch ein. Die drei sind die sympathischen Jungs von Nebenan, denen man jede Sekunde abnimmt, daß sie selbst Fans geblieben sind.

Was sie tun, tun sie mit Leidenschaft – egal ob es Live-Auftritte oder die inzwischen legendären Music-Videos sind.  Nach den ersten beiden Kracher-Alben „My Empire“ und „Kingdom of Worms“ beim Indie-Label FDA Records ist der schlagkräftige Dreier inzwischen bei Century Media Records unter Vertrag. Dort erscheint nun nach „Drowned by Humanity“, das 2019 auf Platz 20 der deutschen Album-Charts landete, das insgesamt fünfte Album in zehn Jahren mit dem Titel „Doomsday“.

Vielleicht ist der unheilsschwangere Titel ja ein Hinweis darauf, daß die Band sich nach umfangreichen Touren zum letzten Album ausgebrannt fühlte. Während die Zwangspause durch die Corona-Pandemie Deserted Fear zu Beginn ordentlich frustrierte, ist die Band rückblickend dankbar. Mit aufgeladenen Batterien konnten Mahne, Simon und Fabian mit neuer Energie durchstarten! Gitarrist Fabian Hildebrandt übernahm im bandeigenen Studio in Jena die komplette Produktion inklusive Mix und Mastering. „Doomsday“ kommt melodiöser, verspielter und abwechslungsreicher daher und steigert damit die bekannten Trademarks der Band nochmals. Die orientieren sich nach wie vor an großen schwedischen Vorbilder aus Göteborg.

Wobei beispielsweise das Album-Intro mit Streichern, Orgel und Chören so nicht zu erwarten war. Schön auch, wie die Celli sich in den nächsten Song weiterziehen. Eine charmante und passende Akzentuierung der Riffs und Beats von „Part of the End“. „Idols of Triumph“ wählt einen etwas vertrackteren Rhythmus und kommt dadurch etwas kantiger daher. „Follow the Light That Blinds“ variiert das Tempo, „Fall from Grace“ bietet besonders derbe Growls. „The One Desire“ hat einen thrashigen Touch und über allen Songs liegt ein erstklassiger Groove. Deserted Fear legen mit „Doomsday“ ein sehr solides Melodic-Death-Metal-Album vor. Keine größeren Überraschungen, das was die Fan-Gemeinde erwartet haben dürfte in toller Qualität. Der Chart-Eintritt nach einer Woche auf Platz 8 der deutschen Album-Charts spricht eine deutliche Sprache. Diese Jungs gefallen!

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DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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