Saxon

Decade Of The Eagle

Best-Of-Scheiben von Saxon gibt’s wie Sand am Meer, das kann man ruhig so sagen. „Decade Of The Eagle“ ist denn auch vordergründig „nur“ eine weitere Sammlung bereits bekannten Materials, das jeder Fan der Band eh im Regal haben dürfte. Diese Zielgruppe darf das Album also fraglos schlicht ignorieren.

Für den Hörer, der aber bislang noch nicht vertraut mit dem Schaffen der Band ist, liegt hier aber eine überraschend gut zusammengestellte Compilation vor, die bis auf das auch als Video und Single ausgekoppelte AOR-Glanzlicht ‚ I Can’t Wait Anymore‘ und das Uralt-Meisterwerk ‚Frozen Rainbow‘ die Essentials der ersten zehn Jahre Bandhistory ziemlich lückenlos versammelt. Von den Frühwerken ‚Stallions Of The Highway‘ und ‚Backs To The Wall‘ über die NWOBHM-Klassiker ‚747‘, ‚Motorcycle Man‘, Wheels Of Steel‘, ‚Denim And Leather‘, ‚Princess Of The Night‘ und ‚Crusader‘ bis zu melodischeren Highlights wie ‚Broken Heroes‘, ‚Rock And Roll Gypsy‘, ‚Northern Lady‘, ‚Battle Cry‘ und ‚Ride Like The Wind‘ finden sich hier ausschließlich Kracher. Auch das Artwork kommt ziemlich cool, auf dem Cover mit einer alten Münze und auch innen im edel wirkenden Schwarz-Gold-Design, wie ein ehrwürdiges Londoner Traditionspub – obwohl ‚Fire In The Sky‘ nicht, wie auf dem Cover angegeben, in einer Liveversion enthalten ist, sondern – natürlich – in der regulären Studiofassung. Dafür gibt’s ein Interview mit Biff Byford im Booklet, das zwar nicht viel Neues bietet, aber, wie alle Gespräche mit Biff, höchst unterhaltsam geraten ist. Da der Doppeldecker auch überall für knapp 13 € zu erstehen ist, gibt es also für Grundlagenforscher keinen Grund, sich nicht endlich mit Saxon zu beschäftigen. Die Songs sind allesamt in ihren 2009er Remasters enthalten und klingen somit für ihr Alter absolut exzellent.

Am Besten tütet man sich zusammen mit „Decade Of The Eagle“ die ebenfalls für knapp über zehn Öhren erhältliche „Batallions Of Steel“ ein, die sich knapp 25 € das Wichtigste von Saxon auf vier CDs. Eine Compilation ohne Schnörkel und für Einsteiger absolut empfehlenswert.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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