New Soul Cowboys

Coming Back For You

  • Artist: New Soul Cowboys
  • Album: Coming Back For You
  • Label:
  • Release: 2019-03-08
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Der kanadische Bluesrocker Anthony Gomes ist in Europa noch immer ein Underground-Tipp, nicht zuletzt, weil der Gitarrist und Sänger den Nordamerikanischen Kontinent nicht allzu oft verlässt. Als Solokünstler sehr aktiv hat der Mann mit Hut erst im vergangenen Dezember das erstklassige Bluesrock-Album veröffentlicht „Peace, Love & Loud Guitars“ veröffentlicht.

Mit den New Soul Cowboys hat Gomes einen weiteren musikalischen Output, gemeinsam mit dem Bassisten David Karns und dem Schlagzeuger Peter Lang bildet er die New Soul Cowboys. Dabei sind die Begleitmusiker andere als in seiner Solo-Band. Was das Songmaterial betrifft, ist dieses Album eine ziemliche Überraschung. So gibt es Überschneidungen bei der Trackliste sowohl zum selbstbetitelten Debütalbum der New Soul Cowboys von 2009 (‚Painted Horse‘, ‚Rebel Highway‘, ‚Born To Ride‘) als auch zu seinem aktuellen Solo-Album „Peace, Love & Loud Guitars“ mit einer wesentlich gefühlvolleren, besseren Version der Liebesballade ‚You Are Amazing‘. So eine Veröffentlichungspolitik könnte manch einer schon als eine Art Mogelpackung sehen – doch wie ist es um die Songs an sich bestellt?

Die Cowboys machen das grundsätzlich ganz gut. Der im Vergleich zu Gomes Solo-Werken deutlich glattpoliertere, bravere Sound des Southern-Rock-Albums richtet sich ganz klar an ein Massenpublikum und dürfte wohl bei jedem Freund eingängiger Pop-Rock-Musik punkten. Die gefühlvollen Balladen, eher simplen, soften Gitarrenriffs und beinahe lahmen Easy-Listening-Drums machen letztlich nichts verkehrt, heben sich aber auch nicht aus der Masse radiotauglicher Unterhaltungsmusik ab.

Wenn man die rauhe Leidenschaft von Gomes beiden letzten Solo-Alben liebt und als Bezugspunkt nimmt, dann fällt vor allem für den etwas anspruchsvolleren Bluesrock-Liebhaber das Niveau schon etwas ab. Wer seiner störrischen Hiphop-Cousine oder dem technoverliebten Lieblingscousin eingängigen Southern-Pop-Rock schmackhaft machen will, der findet hier allerdings eine perfekt dosierte Einstiegsdroge.

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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