SpiteFuel – Heavy Metal als kleinster gemeinsamer Nenner

Mit ihrem zweiten Album "Dreamworld Collapse" hat es die deutsche Powermetal-Band SpiteFuel geschafft: Durch die Bank weg gute Kritiken, und bei uns ist das tolle Sci-Fi-Konzeptalbum "Album des Monats" geworden. Genug Gründe für Whiskey-Soda, Frontmann Stefan Zörner ein paar Fragen zu stellen.

Stefan Zörner ist Frontmann der deutschen Powermetaller von SpiteFuel, einer jungen schwäbischen Band, die gerade mächtig am Durchstarten ist und ein Ende April ein hervorragendes Konzeptalbum veröffentlicht hat. Doch gleich mehr dazu. Zunächst bedankt sich Stefan bei uns für die guten Plattenkritik. „So etwas tut der Musiker-Seele natürlich extrem gut!“ Es ist erst ein Jahr her, dass die schwäbischen Metaller aus Heilbronn ihr Debütalbum „Second To None“ veröffentlicht haben. Niemand in der Band hat mit dem großen Erfolg von „Dreamworld Collapse“ gerechnet, wie der Frontmann zugibt. „Man weiß letztendlich nie, wie ein neues Album aufgenommen wird – ist ja alles subjektiv. Sagen wir so, wir haben es gehofft, haha!“

Für die erst vor rund zwei Jahren gegründete Band war es natürlich ein finanzielles und auch musikalisches Risiko, mit dem erst zweiten Album gleich ein episch angelegtes Konzeptwerk zu veröffentlichen. Der Sänger berichtet dazu: „Wir dachten uns einfach: Let´s do it, drauf geschissen! Und somit sind wir selbst natürlich zufrieden mit dem Ergebnis, egal, was unterm Strich dabei rauskommen mag auf längere Sicht gesehen.“

Herausgekommen ist auf jeden Fall ein spannendes und nach vorne preschendes Power-Metal-Album, für uns eines der besten des bisherigen Jahres. Die Geschichte aus dem Jahr 8389 handelt von Xam, einem Maurer, der in der letzten Stadt der Menschheit, einer riesigen Kuppel, lebt und arbeitet und auf die geheimnisvolle Dame Brilliant White trifft, die ihm vom Leben außerhalb der Kuppel berichtet. Natürlich wird hier storytechnisch und musikalisch das eine oder andere Klischee bedient, aber wen stört das schon?

„Bei einem komplexen, auf sich aufbauenden Konzeptalbum ist es klar, dass ein Grundgerüst steht, die Songs stammen hauptsächlich von Tobias (Tobias Eurich, Gitarre, Anmerkung der Redaktion) und wurden von Timo (Timo Pflüger an der zweiten Gitarre) ergänzt“, berichtet Stefan Zörner über das Entstehen der neuen Scheibe. „Die Texte stammen komplett aus meinen seltsamen Hirnwindungen.“

SpiteFuel haben sich vor zwei Jahren in Heilbronn formiert. Zurückblickend erscheint die Geschichte dem Frontmann fast surreal: „Die Reise war von Anfang an ein irrer Trip auf High Speed, auf den wir zusammen mit Markus (Rösner) von MDD Records eingelassen haben. Full throttle, man!“ Trotz der jungen Bandgeschichte sind die Musiker alte Hasen im Geschäft. SpiteFuel ist aus dem Resten der Resten der Hard Rock Band Strangelet und der Metal Band Devil´s Darling hervorgegangen. „Das passte einfach menschlich, und jeder von uns war verdammt hunrig, weiterzumachen“, erinnert sich Stefan und lacht. „Ende der Geschichte!“

Nach dem Debütalbum „Second To None“ ging es gleich wieder an das Songwriting. Der Musiker berichtet, dass die Band zum Teil separat an den Songs gearbeitet hat und schließlich in zwei Studios die Instrumental-, Gesangs- und Orchesteraufnahmen durchgeführt hat. „Das Endergebnis hörten wir dann selbst eigentlich erst bei den Mixen!“ So ein groß angelegtes Konzeptalbum schreit natürlich auch danach, komplett live aufgeführt zu werden, vielleicht sogar mit verschiedenen Gastmusikern oder einem ganzen Orchester. Entsprechende Pläne gibt es bei SpiteFuel durchaus, denen die Realität im Momnent aber natürlich noch ihre Grenzen setzt: Logistische Probleme, Zeit und natürlich Geldfragen müssten für so ein Projekt erst überwunden und geklärt werden. Da die Produktion des Albums sehr teuer gewesen ist, muss die Band zunächst einmal das aufgebrachte Geld wieder einspielen, und das hat im Moment absolute Priorität. „Wir wollen ja schließlich weitere tolle CDs einholzen, ha!“

Aus diesem Grund wird es das Album aktuell erst einmal nicht komplett auf der Bühne geben. Einige der Songs wurden natürlich in das Live-Set integriert, allerdings ohne „großes Geschirr“, sondern im puren Metal-Kontext. „So funktioniert das Ding auch Live super!“ sagt Stefan Zörner, der übrigens, wie man anhand der Story des Albums schon vermuten kann, ein riesengroßer Science-Fiction-Fan ist. „Ich bin ein richtiger Nerd. Ich bin mit „Star Wars“ und „Star Trek“ groß geworden, dazu eine ausgesprochene Leseratte, und gerade Sci Fi begeistert mich seit über 30 Jahren immer wieder aufs Neue. Besonders die Golden Age of Science Fiction, die 1950ger bis 1970ger faszinieren mit ihren kühnen Ideen und visionären Gedanken. Oh, und ich bin riesiger „Doctor Who“-Fan, die genialste TV-Serie aller Zeiten, hell yeah!“

Diese Einflüsse kann man auch auf „Dreamworld Collapse“ klar hören, auch musikalisch. Alle fünf Musiker hören privat die unterschiedlichste Musik, und so reichen die Inspirationen vom 70er-Jahre Prog über Classic Rock, Hard Rock, Death – und Black Metal bis hin zu modernem Prog Metal und Pop. „Der gemeinsame kleinste Nenner indes ist natürlich Heavy Metal, purer, mächtiger und ewiger Metal!“

Stefan Zörner hat nicht nur in den Texten seiner Fantasie freien Lauf gelassen. Letztes Jahr hat der Musiker seinen ersten Fantasy-Roman namens „Lyssea“ veröffentlicht. Und wer weiß, vielleicht wird es ja auch die Story des Albums irgendwann in Romanform geben. Wir waren neugierig und wollten wissen, ob denn auch die ominöse Jahreszahl 8389, in der die Geschichte spielt, eine besondere Rolle spielt. Hier möchte der Frontmann aber das Geheimnis wahren: „Oh warum 8389? Warum nicht? Grins… sagen wir so, allzu viele Zufälle gibt es nicht in meinen Geschichten…“

Wie wir schon in unserem Review zum Album geschrieben haben, liegt die Meßlatte für SpiteFuel nach diesem wunderbaren Album verdammt hoch. Doch das macht der Band keine Angst: „Höhen sind dazu da, überwunden zu werden!“ Die Jungs denken auch jetzt schon über ein drittes Album nach. Der Frontmann verrät, dass die Planungen sogar schon recht konkret sind. „Es stehen schon einige Song-Ideen, Texte und eine grobe Fahrtrichtung. Und natürlich wieder anders, als man vielleicht von uns erwartet. Das wäre ja langweilig, so berechenbar zu sein.“

Wir lassen uns überraschen und sind sicher, dass wir noch viel von SpiteFuel hören werden. Stefan Zörner möchte sich zum Abschluß bei unseren Lesern und allen Fans bedanken und hat eine simple Botschaft für euch: „Hört euch einfach unsere Musik an, schaut die Videos an, kommt zu den Gigs und habt ne geile Zeit! Metal on out there!“ Metal ist in der Tat da draußen, und SpiteFuel zeigen, dass Metal aus Deutschland immer noch ein absolutes Qualitätssiegel ist und die junge Band auf dem besten Wege ist, einer der heißesten Acts der deutschen – und hoffentlich auf der internationalen – Metal-Szene zu werden.

Interview: Michael Buch
Fotos: Offizielle Pressefotos

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