Liv Kristine

Vervain

  • Artist: Liv Kristine
  • Album: Vervain
  • Label: Napalm
  • Release: 2014-10-13
  • Medium:
  • Bewertung:1

Liv Kristine ist zweifelslos eine Gothic Metal-Ikone. Mit Theatre Of Tradegy hat sie ein ganzes Genre geprägt, mit Leaves‘ Eyes den Weg fortgesetzt und auch bei ihren Atrocity-Beiträgen gepunktet. Anders sah es bei den Solowerken aus, die eher in poppigere Gefilde tendierten und die Gothic Metal-Fans meist wenig tangierten, auch wenn der Duett-Hit „3 A.M.“ mit Paradise Lost-Sänger Nick Holmes viel Beifall fand.

Das fünfte Soloalbum zeigt nun die Norwegerin von einer überraschend anderen und dennoch vertrauten Seite, denn „Vervain“ bietet keinen Pop, sondern Gothic Rock/Metal-Songs, die an „Aegis“ und noch ältere Sachen minus der Growls erinnern! Eine kleine Sensation…

„My Wilderness“ beginnt mit Lead-Gitarre und einem klassischem Gothic Metal-Riff, dazu diese engelsgleiche, immer wiedererkennbare Stimme, dass man denkt, man hat hier einen neuen Leaves‘ Eyes-Song im Ohr. Angenehm hart, dunkel-melodisch und erhaben, so will man Liv hören!

„Love Decay“ (feat. Michelle Darkness, End Of Green) überrascht nicht minder, dieses gefühlvolle Duett mit seiner prägnanten Bass-Linie versprüht einen derartigen Mittneunziger Gothic-Flair, dass man auf einmal diesen musikalischen Zeiten hinterher trauert. Ein effektives, traditionelles Gothic-Riff, schwarze Melodien und Klavierlinien lassen diesen Song zum nächsten Hit werden.

„Vervain“ beginnt elektronisch und wird zur flotten Gothic Rock-Hymne, „Stronghold As Angels“ feat. Doro lässt seelige „Velvet Darkness They Fear“-Zeiten aufleben und drosselt das Tempo. Beide Stimmen ergänzen sich und harmonieren überraschend gut, insgesamt eine schön dramatische, verzweifelte Atmosphäre.

„Hunters“ setzt den Fokus auf Bass und Elektronik, „Lotus“ auf schwere, balladeske Klänge, während „Two And A Heart“ wieder in alten TOT-Zeiten schwelgt. „Creeper“ klingt nicht minder Oldschool, aber weder verkrampft noch abgekupfert. Eine weitere tolle Nummer mit weiteren Elektronik-Tupfern.

Gedrosselt endet „Vervain“ mit „Oblivious“, dicke Moll-Gitarren, eine melancholische Lead-Gitarre, atmosphärische Keyboardwellen mit schwerem Bombast und die Überraschung ist perfekt.

„Vervain“ ist eine derartige Kehrtwende innerhalb der Solowerke, dass einem der Mund offen stehen bleibt, aber gleichzeitig auch der Sabber rausläuft. Ob die Solofans die „neue“ Ausrichtung befürworten? Keine Ahnung, die Fans der harten Sachen aber definitiv!

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