Und wie man fliegt, hast du verlernt: Marcus‘ Alben des Jahres 2015

The same procedure as every year! Was war 2015 gut? Was war schlecht? Was war am aller supersten? Die drei Lieblingskometenplatten von Marcus in liebevoller Nachbetrachtung zum Jahresabschluss!

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Die Nerven – Out

Nein, auf dem Cover wird kein Handy übergeben, sondern ein Monolith! Das ist aber auch schon das einzige Missverständnis, das es auf ‚Out‘ der Nerven geben kann. Die schönste Wut in schönsten Melodien und schönstem Krawall wird so präzise auf den Punkt gebracht, dass es dafür keinen treffenden Superlativ geben kann. Eine deutsche Band, mindestens so zornig wie Tocotronic in den 90ern und mit solch unfassbar hängen bleibenden Gitarrenriffs, wie sie vielleicht nur die Pixies hinbekommen haben. Eine wahrer Glücksfall, den in Deutschland längst nicht alle mitbekommen haben oder zu schätzen wüssten. Aber das muss vielleicht auch gar nicht sein.

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Metz – II

Ist das jetzt eine Horde wildgewordener LKW, die donnernd im zweiten Gang bis zum Anschlag über die Bahn krachen oder ist das Musik? Auf dem zweiten Album von Metz scherbelt es erbarmungslos! Würde man die Filmfigur Godzilla vertonen wollen, so müsste sie klingen! Ein vor Kraft überschäumendes Monster, das wild ums sich schlägt und alles niederwalzt, was sich in den Weg stellt. Es gibt kein Versteckspiel, das kanadische Trio ist so laut, dass es auch in zehn Kilometer Entfernung schon Angst und Schrecken verbreiten würde. Es geht nicht um Schönheit, sondern um Intensität!

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Hanoi Jens – Freak

Die Popmusik lebt seit jeher von ihren Freaks: David Bowie, Prince und Hanoi Jens. Eine Maskerade reicht nicht um aufzufallen, es muss schon etwas mehr sein. Schräge Sounds, durchgeknallte Songstrukturen und selbstzerstörerische Texte. Im Bekanntheitsgrad hat Hanoi Jens defintiv noch aufzuholen, in musikalischer Qualität sicher nicht! Das Multitalent (sämtliche Instrumente selbst aufgenommen) begibt sich nach 5 Jahren Schaffenspause wieder in die Manege des Rock’n’Roll-Circus und ist trotz Neuerfindung in deutscher Sprache immer noch fantastisch! Trash und Disco für den Strand. Eine treffende Bezeichnung hierfür? Beacholore vielleicht. Oder einfach Hanoi Jens!

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