Glare Of The Sun

Soil

  • Artist: Glare Of The Sun
  • Album: Soil
  • Label: Lifeforce Records
  • Release: 2017-01-27
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Ob düster-atmosphärische Musik für die dunkle Jahreszeit oder die finstere Weltlage oder einfach nur, um sich in Dunkelheit reiben zu lassen, Glare Of The Sun offerieren auf ihrem Debüt den nahezu perfekten Soundtrack, Melancholie zu genießen.

Melodisch verspielt wie das Tanzen von Sonnenstrahlen inklusive Vogelgezwitscher steigt das deutsch-österreichische Quintett bestehend aus Szene-Routiniers mit ‚Awoken‘ ein; bevor ‚One Step Nothing‘ dieses Bild zerstört und unterschwellige Verzweiflung verbreitet. Sobald die Grundstimmung hin zu verzerrten Gitarren und verzweifelten Schreien umschlägt, ist man in der Welt von „Soil“ gefangen. Die sieben eigenständigen Songs pendeln zwischen meditativen Passagen, schwerfälligen Instrumental-Elementen, flottem Groove, gehauchten Vocals und aufbrandenden Wutausbrüchen, die wiederum von ruhigen Elementen eingefangen werden. Ohne Effekthascherei – auf Klangcollagen aus dem Computer, Atmosphäre aus der digitalen Konserve oder Samples wird weitgehend verzichtet – sieht man das Leben an einem vorbei ziehen, ohne es fest halten zu können. Alles ist voller Schatten und Schmerz. Doch vereinzelt durchdringen vorsichtige Sonnenstrahlen das Dunkel. „Soil“ ist aber keine musikgewordene Depression, sondern ein Sonnenaufgang in schwarz-weiß, der die Nacht, aber nicht die Schatten vertreiben kann. Knapp 45 Minuten lang erschaffen Glare Of The Sun ein Hörerlebnis, das nicht aus Songs besteht, sondern aus einem Wechselbad von Emotionen. Aus unterdrücktem Leid, das einen innerlich aufzufressen vermag bis hin zur Hoffnung auf Erlösung.

„Soil“ ist ein handwerkliche effektives und stimmungsvolles Meisterstück, das sich nicht im ersten Durchgang erschließt, aber mit jeden weiteren an Spannung hinzugewinnt und einem immer mehr fesselt.

(geschrieben von Kristian Habermann)

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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