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SELIG – „Wie wäre denn das Leben ohne diese Magie?“

In den 90ern kam man als Rock-Fan in Deutschland nicht an dem Hamburger Quintett SELIG vorbei. Omnipräsent auf MTVIVA (Anmerkung für unseren jüngeren Leser*innen: MTV und VIVA waren in den 90ern DAS Musik-Medium auf dem sich -neben dem klassischen Format-Radio- wirklich alles abspielte, dort wurden damals die Stars gemacht) und gebucht auf großen Festivals waren Jan Plewka, Christian Neander, Leo Schmidthals, Stoppel Eggert und Malte Neumann die große deutschsprachige Rock-Macht. Nach drei Alben in vier Jahren war dann aber urplötzlich Schluss. Fast zehn Jahre brauchte es, um den angestauten Groll gegen einander zu überwinden, und sich wieder zusammenzufinden, aber seit 2008 sind die Herren durchgehend wieder am Start. Zwischendrin stand die Band immer wieder auf der Kippe, unter anderem 2014 beim Ausstieg von Keyboarder Neumann. Tatsächlich hat die Liebe zur Musik aber immer gesiegt, und so feiert das jetzige Quartett seinen 30jährigen Geburtstag mit der aktuellen Single „Neuanfang“ und einer großen Jubiläums-Reise quer durchs Land. Wir treffen die beiden Gründungsväter Jan und Christian kurz vor Tourstart im Rosenhof in Osnabrück zum Gespräch über die wechselhafte Historie der Truppe.

Live 2023

Der Beginn (1993)

Hallo Christian, hallo Jan! 30 Jahre brutto als Band, ich würde gerne ein wenig durch Eure Geschichte gehen. Selig ist 1993 damals aus zwei Blöcken entstanden, Christian und Leo waren vorher in der Band „Welcome Home“, Jan und Malte bei „Boss Barnes“ und indirekt gehörte auch Stoppel dazu. Wie ist die damalige Auswahl der Musiker erfolgt?

Christian: Am Anfang haben Jan und ich alleine angefangen, Songs zu schreiben, es gibt auch so eine lustige Fotosession von uns beiden…

…die habt Ihr ja gerade gepostet

Christian: Genau! Dann war natürlich ganz schnell klar, dass das eine Bands sein möchte, und dann habe ich Leo, und Jan hatte Stoppel gefragt.

Jan: Ja, ich habe mich getraut, Stoppel zu fragen, da dann Christian dabei war, und damit ein echter Profimusiker. Stoppel war nämlich Superstar-Schlagzeuger bei uns in der kleinen Stadt.

Christian: Dann haben wir ihn beim Italiener becirct, dass er mitmacht. Und er saß da mit seinem Pokerface, und meinte: „Ich bin dabei!“

Dann, mit Anfang 20, von Null auf Hundert, fast täglich auf MTV und VIVA, alle namhaften Festivals und ausverkaufte Konzerte. Ihr habt selber von Eurem phasenweisen Größenwahn berichtet. Wann merkt man, dass man Gefahr läuft (oder schon drüber ist) abzudrehen, und wie kommt man aus dieser Nummer wieder raus?

Jan: Bei mir an Depressionen. Je größer Selig wurde, umso kleiner wurde mein Selbstbewusstsein. Ganz merkwürdig. Ich saß echt in der Ecke, und habe mit Niemandem mehr geredet.

Christian: Das war ein schleichender Prozess. Dieses erste Jahr, diese ganze Touren, das hat mega Bock gebracht. Zur zweiten Platte fing es dann an.

Jan: Wir hätten eine Pause machen sollen nach der zweiten Platte. Damals war das Wort Burnout noch nicht erfunden, aber das war es definitiv.

Live 1996

Das Ende (1998)

Das letzte (wirklich gruselige) Konzert war im September 1996 in Ibbenbüren. War Euch an dem Abend/in dieser Zeit eigentlich klar, dass es quasi vorbei ist, auch wenn im Nachgang noch „Blender“ und der Soundtrack zu „Knockin´On Heavens Door“ entstanden sind?

Christian: Das Konzert war echt debil! Nach der Show haben wir die „Knockin´On Heavens Door“ gemacht, und dann ging es darum, noch eine Platte zu machen. Da war dann schon unklar, ob wir das schaffen. Du (zu Jan) hast [deine Tochter] Feelie bekommen, dann sind wir nach New York geflogen, haben die Platte gemacht, aber das war alles nicht so einfach.

Auch wenn erst 1998 offiziell aufgelöst, war faktisch mit Blender 1997 Schluss. Könnt Ihr beschreiben, wie man eine solche Trennung vollzieht, einfach zu sagen: „Das war´s“ wird vermutlich nicht gehen, ähnlich wie bei einer Scheidung, nur dass hier kein Haushalt, sondern eine Art Firma aufgelöst werden muss.

Christian: Wir haben die Platte in New York gemacht, und Jan ist gegen Ende gar nicht mehr dabei gewesen, als wir in Hamburg nachgearbeitet haben. Vor allen Dingen ist es total traurig, weil dieses große Glück, die große Liebe kaputt gegangen ist. Dann haben wir noch Promo gemacht, obwohl alles unklar war. Dann hatten Jan und ich noch ein Telefongespräch, um zu hören, ob es weitergeht -oder nicht, und das war ganz ein ganz trauriges Gespräch.

 

Die Zwischenzeit (1998-2008)

Es gibt ein schönes Interview mit John Lennon, in dem er lange zu allen möglichen Dingen befragt wird, bevor am Ende die unvermeidliche Frage nach einem Beatles-Comeback kam. In den zehn Zwischenjahren, wie oft wurdet Ihr auf Selig und eine Reunion angesprochen?

Christian: Über Kungfu (Anmerkung der Redaktion: Christians Band von 1998-2002) hing das wie eine Last, und ich bin mit Kungfu auch nie dahin gekommen, wo ich eigentlich sein wollte. Dann gab es so ein ganz absurdes Treffen, zwei Jahre vor unserer Reunion. Zwei Leute von unserer Plattenfirma haben mich eingeladen, und ich dachte, es ginge um Producing. Dann kam irgendwann die Katze aus dem Sack: „Was denkst du eigentlich über eine Reunion mit Selig?“ Da war klar, die haben mich nur zum Essen eingeladen, weil es darum ging. Die haben mich dann richtig bearbeitet, und ich habe am Ende gesagt: „Ich glaube, das ist keine gute Idee!“  Da ging aus den beiden  richtig die Luft raus.

Wie haben die Kollegen bei Kungfu oder Tempeau auf die ständigen Nachfragen reagiert?

Christian: Ach, das ging eigentlich. In der Zeit war das nicht so präsent. Es war nur so, dass ich diese Geschichte hatte,  dass ich diese Intensität nie wieder gespürt habe, und das war traurig.

Obwohl ja gute Konzerte dabei waren!

Christian: Es hat auch wirklich Spaß gemacht, wir haben gute Konzerte gespielt, alles geil, aber ich habe nie diese Verbindung gefunden.

Live 2008

Neuanfang 1 (2008) „Hungrige Tage warten auf den Tanz. Mein Herz schlägt den Beat, denn es ist wieder ganz.“ (Aus „Neuanfang“)

2008 dann völlig unerwartet das Comeback mit einer bockstarken Platte, die, das war mir gar nicht bewusst, dass Ihr in den 90ern verkaufsmäßig gar nicht sooo erfolgreich wart, erstmals Gold und Top 10 erreicht hat….

Christian: …wir haben echt viele Platten verkauft in den Neunzigern…

Jan: …es wurde anders gerechnet damals, da musstest du echt richtig viele [Platten] verkaufen, um ´ne Goldene zu machen. Durch den Einbruch im Musikgeschäft, hast du dann andere Mengen gehabt. (Frage an Christian:) Ist die erste mittlerweile eigentlich Gold? Müsste doch, oder?

Christian: Damals waren 250.000 Gold, und die haben wir jetzt, glaube ich.

Wie optimistisch wart Ihr, dass es auch finanziell gut laufen könnte, oder wäret Ihr auch aus reinem Spaß an der Sache zusammengekommen, und am Ball geblieben?

Christian: Das war ein total komplizierter Prozess. Irgendwann rief Jan an, und dann haben wir uns mit allen getroffen. Das war super vorsichtig, ein super stranges Treffen. Jan erzählt immer, dass Stoppel einen Scherz gemacht hat, wo wir dann alle gelacht haben, und da war dann noch irgendwas. Dann haben wir ein halbes Jahr drüber geredet, wie man das macht, wie man Sachen aufarbeitet, was für Regeln es geben muss, damit das nicht passiert, was vorher passiert ist. Und dann haben wir gesagt: „OK, jetzt müssen wir gucken, ob wir musikalisch noch was zu sagen haben.“ Dann waren wir bei mir im Studio in Berlin und haben geprobt. Und das war total Wahnsinn…

Jan: …und da wussten wir auch, dass wir damit wieder Geld verdienen! (beide lachen) Dass wir die Lücke wieder füllen können, die wir das hinterlassen haben.

Christian: Beim Spielen wurde mir bewusst: Krass, das habe ich ganz schön vermisst.

Live 2008

Aber Geld spielt durchaus eine Rolle, oder wäre das nur aus Spaß weitere 20 Jahre denkbar gewesen, insbesondere weil Ihr auf zwei Städte (Anmerkung: Berlin und Hamburg) verteilt seid?

Beide (im gespieltem Ernst): Aus Spaß macht man sowas nicht!

Christian: Diesen ganze Aufwand kann man nicht machen, wenn man es nur wegen des Geldes macht. Dazu war das zu kompliziert, und dazu war das Erbe auch zu groß. Wir wollten auf jeden Fall was machen, was wir geil finden.

Mit Magma gab es -ähnlich wie bei Blender- eine doch sehr umstrittene Scheibe, die Ihr selber in allen Interviews erst verteidigt, im Nachgang aber doch ein wenig reflektierter beschreibt. Wie sehr ist man während eines Produktions-Prozesses in einem Tunnel und merkt die Qualität einer Platte, bzw. wieviel Abstand braucht man am Ende, um doch etwas kritischer auf ein Werk zu schauen?

Jan: Ja, immer wieder die dritte Platte. (lacht)

Christian: Es gibt echt schöne Stücke darauf, und wir haben in England, mit einem sehr lustigen Produzenten (Anmerkung: Steve Powers, u.a. Produzent für Robbie Williams) aufgenommen, das war eine sehr schöne Zeit. Ich hatte damals nicht das Gefühl, dass wir eine schlechte Platte machen.

Jan: Es war so, wir wollten uns wieder erneuern, und hatten dann einen Pop-Produzenten. Bei der „Blender“-Platte wollten wir uns ja auch verändern und weitergehen, und dafür verliert man dann manchmal die Essenz aus den Augen, aber man entwickelt sich ja trotzdem irgendwo hin. Das merkt man auch an dem Set, das wir heute Abend spielen, was für unterschiedliche Lieder wir haben. Wenn das nur eine Linie wäre, wäre es vielleicht auch zu langweilig.

Live 2014

Neuanfang 2 (2014)

Einen ähnlichen Neuanfang gab es 2014, als Malte -für Außenstehende völlig überraschend- raus war. Ein paar Tage vorher bei einem Gig in Duisburg hatte ich tatsächlich ein ähnliches Gefühl wie damals in Ibbenbüren, irgendetwas stimmte auf der Bühne nicht. Du, Jan, hast nicht eine Ansage gemacht, es war eine ganz komische Situation. Könnt Ihr beschreiben, wie sich der Ausstieg entwickelt hat, das wird ja keine „Über Nacht“-Entscheidung gewesen sein?

Jan: Als Künstler und Musiker arbeitet man an Nähe, du willst die Menschen und Herzen berühren, Mauern weich machen. Zynismus ist etwas, was eine riesige Distanz schafft. Wenn man in einer Clique ist, dann entwickelt sich immer schnell so ein Zynismus und Malte war oft zynisch, und ich werde dann aggressiv. Dann gab es immer Streit.

Christian: Es gab dann die Akustik-Platte „Die Besten“, und Malte hat da gar nicht mitgearbeitet. Das war super strange, aber auch davor war es schon komisch.

Jan: Er war auch nie richtig zufrieden. Wir haben Rock im Park gespielt, und das war ein ganz wichtiger Auftritt für uns. Wir waren zusammen hinter der Bühne, nur Malte war nicht da, und wir haben die Setlist umgeschrieben. Als er kam, haben wir gesagt: „Die Liste ist umgeschrieben!“, und das fand er so scheiße, und wurde dann richtig ätzend. Da gab es wieder einen riesigen Plewka/Neumann-Streit. Da habe ich mit der Tür geknallt, bin einmal um den Block gelaufen. Dann hörte ich die Tür das zweite Mal schlagen, und wusste, das war Malte. Mit dieser Stimmung sind wir dann auf die Bühne gegangen -das war wahrscheinlich ähnlich, wie das, was Du in Duisburg gesehen hast- und das gibst du dann an die Leute weiter. Dieses Konzert, vor so vielen Menschen, das war einfach ein Scheißgefühl, das war der Nullpunkt in unserer Bandgeschichte. Ich nehme das auf meine Kappe, denn ich habe gesagt: „Entweder der Keyboarder geht oder ich!“

Nach der „Die Besten“-Tour, wo Ihr mit Klavier und Playback-Sounds gearbeitet habt, habt Ihr dann Euren neuen und jetzigen Sound entwickelt, aus dem dann auch die Folge-Platte „Kashmir Karma“ entstand. Diese wurde dann im Prinzip im DIY-Verfahren in Schweden aufgenommen. Auch hier sagtet Ihr in Interviews, war zunächst unklar, ob es überhaupt weitergeht mit der Band. Wie wichtig war diese intime Zusammenarbeit in Schweden, um ein Auseinandergehen zu verhindern?

Christian: Die Situation war so, dass wir keinen Plattenvertrag, kein Management und gar nichts mehr hatten. Da war ein luftleerer Raum. Dann haben wir gesagt: Lass doch einfach nach Schweden fahren und gucken, was da ist und einfach ganz frei Musik machen, und das war so schön!

Jan: Auch, um sich wieder neu zu erfinden, ganz ohne Computer. Bei „Das Fest“ in Karlsruhe ist uns auf der Bühne der Computer mit den Loops ausgefallen, während wir am spielen waren. Da ging das Konzert dann erst richtig los, und da haben wir uns entschlossen: Nie wieder brauchen wir einen Computer!

Live 2017

Ich sag mal aus meiner Fan-Sicht: Gute Entscheidung!

Jan: Man muss immer alles ausprobieren!

Im Pressetext zur jetzt aktuellen Tour heißt es, dass die Aufnahmen zu Myriaden (2021) erneut schwierig waren, auch wegen der erneuten Zusammenarbeit mit Franz Plasa (Anmerkung: Produzent der ersten drei Alben in den 90ern). Was genau war die Schwierigkeit, und warum ist die Scheibe dann soundtechnisch so völlig anders geraten, als man bei dem alten 90er Team erwartet hätte?

Jan: Da kamen so viele Komponenten zusammen: Corona, dann hatten wir einen Plattenvertrag wegen „Sing meinen Song“ (Anmerkung: Jan war Teil der Show in der siebten Staffel) bekommen, dann hatten wir Franz Plasa wieder, der am Anfang auch sehr charmant war… ich glaube, die Platte muss einfach noch reifen. Ich glaube, dass wir vielleicht in zwei Jahren mit dieser Platte auf Tour gehen. Wir haben auch nur ein Lied davon gespielt. Die Platte muss noch verarbeitet werden, obwohl da auch echt viele gute Lieder drauf sind.

Du hast gerade schon „Sing meinen Song“ angedeutet: 2020 gab es einen mittleren Shitstorm, als Ihr Teile der geplanten Tour wegen Deiner Teilnahme abgesagt habt – die ironischerweise wegen Corona eh ausgefallen ist. Wie habt Ihr die teilweise bitterbösen Kommentare wahrgenommen?

Jan: Auf diesen Shitstorm war ich eigentlich gefasst. Ich dachte, das kommt jetzt richtig heftig, aber da war fast gar nichts. Dann war es bei „Sing meinen Song“ so, wir hatten eine Platte fertig, wir hatten extra ein Lied geschrieben für diese Sendung, die Tour wurde direkt danach gebucht, und dann saßen wir in Johannesburg am Flughafen. Erst bekam Max Giesinger den Anruf, dass seine Tour flachfällt, und Christian guckte mich an und meinte: „So wird es uns auch gehen!“ Ich habe es dann noch nicht geglaubt, aber als wir dann in Frankfurt gelandet sind, und alle da mit Masken rumliefen, da wusste ich, es ist vorbei, es ist alles vorbei!

Christian: Dann kleckerte es so rein, eine Woche bevor wir losfahren sollten. Wir wussten auch nicht, wie wir damit umgehen sollen. Dann wurde München schon abgesagt, und wir wussten nicht, sollen wir trotzdem fahren, weil es so uneinschätzbar war, stecken sich Leute beim Konzert an?

Jan: Du hast mir das mit der Triage erklärt, dass Ärzte sich dann entscheiden müssen, ob sie den Alten oder den Jungen behandeln… und da wollten wir nichts mit zu tun haben.

Christian: Wir haben am Mittwoch noch Gespräche geführt haben, sollen wir oder nicht, am Donnerstag war schon dreiviertel der Tour gecancelt und am Freitag war alles weg.

Jan: Das war ein Riesen-Schlamassel! Was man alles geplant hat! Alle haben gesagt, wenn man „Sing meinen Song“ macht, dann kannst Du die größeren Hallen buchen, und das war ja alles unser Plan. Wir haben ja auch deswegen den Plattenvertrag bei der Universal bekommen. Dann ist das alles zerfallen und wir damit natürlich auch – die Stimmung war im Keller.

Live Corona-Show 2021

In meiner Wahrnehmung sind seitdem die Shows aber trotzdem deutlich voller. Konntet Ihr einen spürbaren Werbeeffekt bemerken?

Christian: Nein, wir stehen nach zwei Jahren Covid mit den Verkaufszahlen genau da, wo wir vorher standen, da hat sich nichts geändert. Das ist sehr nett, dass es in Deiner Wahrnehmung mehr geworden ist, in Wahrheit ist das alles aber verpufft und hat uns nichts gebracht.

Würdest Du noch einmal an so einer Show teilnehmen?

Jan: Nein! Das war eine tolle Zeit, aber was das im Nachhinein ausgelöst hat…keinen Bock mehr!

Zur neuen Single heißt es auch, nach dem Tod Andreas Daermann (Produktmanager bei Universal) und der Corona-Zwangspause seid Ihr (mal wieder) kurz vor der Auflösung gewesen. Warum ist es dann doch nicht dazu gekommen?

Jan: Ich glaube wirklich, dass es das Live-Spielen ist. Das ist ein Magnet, wo man dann abwägt: Wie wäre denn das Leben ohne diese Magie? Warum sollte man das aufgeben? Dann sagt man: Komm, wir reißen uns zusammen und machen das! Jetzt ist auch wieder alles gut, aber das ist wie eine Beziehung: Entweder man wächst miteinander oder man macht es nicht. Ich denke, wenn es dann so Streit gibt, das zeigt auch, dass da noch was lebendig ist.

Der „Neuanfang“ ist nun mit einer einzelnen neue Single gemacht. Gibt es schon Pläne für ein neues Album oder was können wir sonst für das nächste Jahr erwarten?

Jan: Wir spielen ein buntes Programm auf dieser Tour. Wenn man jetzt auf der Bühne darauf achtet, was die selige Essenz ist – so wie Du vorhin meintest: „Ein Glück, ohne Computer!“ Und wenn wir das mitkriegen, [denn es ist schwierig,] wenn man da selbst drin steckt. Vielleicht erweitern wir die Band auch noch mit Leuten, oder lassen da von außen jemanden drauf gucken, dass wir diese Magie wirklich spüren, und die noch mal groß machen! Aber wir sind im Gespräch, also unsere Anwälte reden miteinander! (beide lachen)

Allerletzte Frage, Euer persönliches Fazit aus 30 Jahren Selig: Sagt doch einmal Euer persönliches Lieblingsalbum und das unbeliebteste?

Jan: Ich finde „Und endlich unendlich“ und „Von Ewigkeit zu Ewigkeit sind ein Doppelalbum – ich weiß gar nicht, welche Lieder wo drauf sind. Am wenigsten „Blender“.

Christian: Bei mir ähnlich, ich hab noch das erste Album, weil damit natürlich alles entstanden ist. Und auch „Blender“ an letzter Stelle.

Lieber Christian, lieber Jan, vielen Dank für das Gespräch und bis gleich beim Konzert!
Beide: Wir danken und bis gleich!

 

Hier geht es zur Nachlese des Konzertes.

 

 

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Fotocredit: Sven Sindt (Bild 1), alle anderen: Wollo@Whiskey-Soda

 

 

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