SELIG – Neues Album feiert Live-Premiere

Auf den Tag ein Jahr nach Verkündung des ersten Lockdowns spielt die Hamburger Band Selig ein Release-Konzert im virtuellen Bremer Club-100 zu ihrem einen Tag zuvor veröffentlichten Album „Myriaden“. Die anhaltende Pandemie war schuld an der verschobenen Veröffentlichung des Albums und ist der Grund, warum die Band zwar live, aber ohne Publikum nur im Stream-Verfahren zu sehen ist. So traurig die Gesamtsituation, so spannend ist es, das neue Werk zum ersten Mal auf der Bühne zu erleben.

Pünktlich um 20.00 Uhr sollte es losgehen. Doch technische Probleme sorgen für Schweißperlen bei den Organisatoren. Knapp eine Stunde später dann die erlösende Nachricht, dass die Server wieder laufen und das Konzert leicht verzögert starten kann.

„Selig“ – nicht nur Bandname, sondern auch Songtitel vom neuen Album – eröffnet das Set, nicht ohne dass ein paar entschuldigende Worte für die Verspätung eingeschoben werden. Nahtlos geht es in den Klassiker „Sie Hat Geschrien“ über. Nach den Tracks ertönt leises und vereinzeltes Klatschen der Crew, was ein wenig verstörend wirkt, denn während der Perfomance merkt man fast keinen Unterschied zu einem normalen Konzert. Die Band ist voll in ihrem Element und spielt, als ginge es um ihr Leben. Während Leo und Stoppel das rhythmische Fundament bilden, macht insbesondere Christians Gitarrenarbeit mit den ausgiebigen Soli das Live-Erlebnis beinahe real. Sänger Jan verbalisiert die Freude über das Spielen und gleichzeitig die Wehmut, dass dieser Abend leider nur ein vorläufig einmaliges Vergnügen ist.

Im Programm wechseln sich insgesamt sieben neue Titel mit zehn Klassikern ab. Die Mischung gelingt hervorragend, die „Myriaden“-Songs fügen sich wunderbar zwischen die Hits ein.

Nach „Ist Es Wichtig“ stößt die Band mit einem bandeigenen Wein auf die Veröffentlichung an. Mit „SMS K.O.“ wird es nach dem sehr rockigen Start etwas ruhiger, um wenig später mit „High“ in eine sehr düstere, fast morbide Stimmung zu wechseln.

Die neuen Lieder fallen in der Live-Fassung insgesamt rockiger aus als in der Studioversion. Am deutlichsten wird das bei dem Umwelt-Epos „Alles Ist So“. Die fast 30 Jahre alten Titel „Wenn Ich Wollte“ und „Ohne Dich“ läuten den Endspurt ein, bevor sich die Band mit dem finalen „Wir Werden Uns Wiedersehen“, der gleichzeitig als Versprechen dient, nach etwas über 90 Minuten verabschiedet.

Mehrfach betont Jan Plewka, wie sehr die echten Konzerte fehlen. Dieser Abend hat nicht dazu beigetragen, dass dieses Gefühl weniger geworden ist. Im Gegenteil: Nach diesem energiegeladenen Auftritt bleibt das dringende Bedürfnis auf echte Begegnungen in Clubs und Arenen. Streaming-Konzerte sind eine schöne Abwechslung in dieser trostlosen Zeit, können richtige Live-Erlebnisse aber nicht ersetzen.

Tickets für die aktuell im Herbst geplante Tour, das neue Album und den Wein gibt es hier. Das weitere Programm des Club-100 könnt ihr hier finden.

Setlist

  1. Selig
  2. Sie Hat Geschrien
  3. Schau Schau
  4. Myriaden
  5. Süßer Vogel
  6. Die Besten
  7. Ist Es Wichtig
  8. SMS K.O.
  9. Spacetaxi
  10. Mädchen Auf Dem Dach
  11. High
  12. Alles Ist So
  13. So Lang Gewartet
  14. Von Ewigkeit Zu Ewigkeit
  15. Wenn Ich Wollte
  16. Ohne Dich
  17. Wir Werden Uns Wiedersehn

MYRIADEN TOUR

21.09.2021 Hannover – Musikzentrum

22.09.2021 Potsdam – Lindenpark

27.09.2021 Nürnberg – Hirsch

28.09.2021 München – Muffathalle

29.09.2021 AT-Wien – SimmCity

01.10.2021 Erfurt – HsD Gewerkschaftshaus

02.10.2021 Regensburg – Alte Mälzerei

03.10.2021 AT-Linz – Posthof

05.10.2021 Mainz – KUZ

06.10.2021 Essen – Zeche Carl

07.10.2021 Oldenburg – Kulturetage

08.10.2021 Karlsruhe – Tollhaus

11.10.2021 Düsseldorf – Zakk

12.10.2021 Hamburg – Markthalle

13.10.2021 Hamburg – Markthalle

15.10.2021 Worpswede – Music Hall

16.10.2021 Leipzig – Anker

17.10.2021 Berlin – Astra

19.10.2021 Bremen – Modernes

20.10.2021 Osnabrück – Rosenhof

21.10.2021 Rostock – Mau

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Fotocredit: Paul Post

Wolfgang

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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