Caligula's Horse

Rise Radiant

  • Artist: Caligula's Horse
  • Album: Rise Radiant
  • Label:
  • Release: 2020-05-22
  • Medium:
  • Bewertung:1-

Das Cover mit dem Elch und dem Berg weckt Assoziationen an Skandinavien, aber der Kenner weiß natürlich, dass Caligula’s Horse Australier sind. Mit „Rise Radiant“ (InsideOut Music) melden sie sich jetzt eindrucksvoll zurück. Inzwischen sind seit dem Debüt der Progressive-Metaller bereits fast zehn Jahre vergangen. Zehn Jahre, in denen sich Jim Grey, Sam Vallen und ihre Kollegen nicht nur in Down Under einen festen Namen in der Szene gemacht haben. Der inzwischen fünfte Longplayer „Rise Radiant“ macht da weiter, wo die Band 2017 mit dem Vorgänger Bloom aufgehört hat – und klingt doch irgendwie anders.

Immer noch sind Caligula’s Horse gemeinsam mit Haken und Leprous Vorreiter im modernen Prog-Metal, auch wenn es hier melodischer und vielleicht auch etwas weniger technisch, dafür organischer als bei den erwähnten Kollegen zugeht. Abwechslungsreiche Gitarrenparts bilden erwartungsgemäß den Schwerpunkt, ohne dass sich die Australier in zu vielen Frickel-Soli verzetteln würden. Der Sound ist breit und wuchtig, man spürt den Berg auf dem Cover, wie er sich massiv und majestätisch vor dem Hörer aufbaut. Das ist ein schroffes Felsmassiv aus wuchtigen Grooves, Djent-Riffs und melodischen Klängen, aber mit genug Spalten und Rissen im Gestein, durch die immer wieder fast verborgene Bergkristalle wie das zurückhaltende Zwischenspiel ‚Resonate‘ leuchten und schimmern. Es gibt viel zu entdecken auf dieser Reise, und auch beim wiederholten Hören wird man noch viel Neues erleben.

‚Autumn‘ ist eine getragene, ruhige Perle, funkelnd, melodisch und doch genretypisch versperrt, und mit ‚The Ascent‘ gibt es zum Ende noch den genretypischen Longtrack, der in zehn Minuten noch einmal von hart bis zart alle Berggipfel umschifft und sich präsent in die Wolken erhebt. „Rise Radiant“ ist großes Ohrenkino, etwas stromlinienförmiger und nicht ganz so sperrig wie die Vorgänger, was man mögen muss, um nicht vielleicht doch ein wenig enttäuscht zu sein. Aber Stillstand ist ein Fremdwort im progressiven Genre – von daher: Ziel erfüllt.

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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