Bloodbound

Rise Of The Dragon Empire

  • Artist: Bloodbound
  • Album: Rise Of The Dragon Empire
  • Label:
  • Release: 2019-03-22
  • Medium:
  • Bewertung:3

Drachen haben im Fantasy-Metal schon immer eine große Rolle gespielt, ganz besonders bei der schwedischen Powermetal-Truppe Bloodbound. Auch das neue Album „Rise Of The Dragon Empire“ beschäftigt sich wieder mit diesen Kreaturen. Und auch ansonsten bleibt im Prinzip alles wie gehabt: Musikalisch und textlich werden wieder alle typischen Fantasy-Klischees bedient, es gibt melodischen Power-Metal mit hymnenhaften Chören und eingängigen Refrains.

Bloodbound sind im Prinzip die Sabatons des Fantasy-Metals. Statt über Kriege und Schlachten singen sie fröhlich und irgendwie leider auch immer gleich klingend über Drachen. Das achte Studioalbum ist der Nachfolger von „War of Dragons“ und macht auch genau dort weiter, wo der Vorgänger aufgehört hat. Allerdings muss man leider auch feststellen, dass die Songs zwar wie gesagt fast alle sehr eingängig sind und Laune machen, aber noch mehr als früher im schmalzigen Kitsch (ein paar Keyboards zu viel im Vordergrund) und auch in der Mittelmäßigkeit versinken. Alles hat man von Bloodbound schon einmal gehört, und das meiste davon leider tatsächlich besser.

Die Band setzt wie immer auf schnelle Riffs und schmissige Doublebass-Rhythmen, die sich beim vierten oder fünften Song dann doch abnutzen. Leider liegt über fast allen Tracks eine ziemliche Vorhersehbarkeit. Klar, Klischees müssen im Powermetal nach wie vor bedient werden, aber irgendwann hat man sich die epischen Chöre, die immer ähnlichen Soli und die heldenhaften Texten mit den obligatorischen Keywords wie „Glory“, „Heaven“ und natürlich immer wieder „Dragon“ ganz einfach überhört. Den Bloodbound-Fans wird das Album vermutlich dennoch gut gefallen, denn manchmal schmeckt ja auch Aufgewärmtes sehr gut. Neue Fans wird die Truppe mit „Rise Of The Dragon Empire“ vermutlich nicht gewinnen, die bleiben wohl eher bei den letzten Outputs von Sabaton oder Powerwolf. Insgesamt wurde auch die Härte noch etwas weiter zurückgeschraubt. Bei den Schweden erwartet sicher niemand knallharten Metal, aber viele Songs wirken etwas zu glatt produziert, ein paar mehr Ecken und Kanten hätten den Arrangements gut getan.

Wir hoffen einfach mal, dass die nächste Scheibe der fleißigen Schweden wieder etwas mehr Härte und auch Abwechslung mitbringen wird, und vielleicht geht es dann ja mal nicht um Drachen.

Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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