AC/DC

PWR UP

  • Artist: AC/DC
  • Album: PWR UP
  • Label:
  • Release: 2020-11-13
  • Medium:
  • Bewertung:3

Machen wir’s kurz: Zu „PWR UP“ (Columbia / Sony Music) , der neuen Scheibe des australischen Stromanbieters AC/DC, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: „Power Up“ (so die ausgeschrieben Form des Titels, der auf dem Cover nur als „PWR UP“ zu lesen ist) klingt wie AC/DC. Die schlechte: „PWR UP“ klingt wie AC/DC.

Eine zweite gute Nachricht gibt es dann aber doch noch: Brian Johnson übernimmt wieder den Gesang, keine Spur von Axl Rose. Damit ist also alles beim Alten. Auch Phil Rudd hat seine Probleme offenbar überwunden und trommelt mit alter (neuer) Power. Überraschungen birgt auch der 17. Longplayer so gut wie keine. Wo der Blitz und das unverkennbare Logo der Band drauf sind, ist auch AC/DC drin, das gilt seit Jahrzehnten. Aber seien wir doch mal ehrlich – wohl niemand hat auch ernsthaft damit gerechnet, dass sich Angus Young und seine Kollegen im Rentenalter noch auf Experimente einlassen würden. Und warum auch, der Erfolg gibt ihnen schließlich recht. Also: Teufelshörner aufgesetzt, Schuluniform angezogen und Regler hochgedreht. Power up!

Zwölf Songs sind vom ersten Riff an unverkennbar AC/DC, und so sehr man die Band doch wiedererkennt, so wenig Wiedererkennungswert haben die meisten Tracks, denn sie klingen alle sehr ähnlich, leider kein Vergleich mit ikonischen Bandlegenden wie ‚Highway To Hell‘ oder ‚Back In Black‘. Das schon vorab veröffentlichte ‚Shot In The Dark‘ groovt sich ein wenig nach vorne und lädt hymnenhaft zum Mitgröhlen ein, beim Rest weiß man manchmal leider nicht so ganz, welchen Song man gerade hört, sind die Unterschiede im Riffing und Groove doch nur marginal.

All das weiß man aber, wenn man sich auf ein neues AC/DC-Album einlässt, und im Grunde erwartet man auch genau solche Songs von den Australiern. Zur Beschallung der nächsten Hardrock-Fete ist das immer noch bestes Material, auch wenn die Abwechslung dieses Mal fast komplett auf der Strecke geblieben ist. „Power Up“ oder „PWR UP“ wird sich zweifelsohne sehr gut verkaufen und die Charts stürmen.  Alle Hardcore-Fans der Stromanbieter dürfen sich freuen, aber unterm Strich droht der Platte doch, in der Schublade der Mittelmäßigkeit zu verschwinden.

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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