The Treatment

Power Crazy

  • Artist: The Treatment
  • Album: Power Crazy
  • Label:
  • Release: 2019-03-29
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Gute Nachricht: die Britenrocker The Treatment sind wohl doch noch nicht Geschichte. Dem neuen Album „Power Crazy“ hat die knapp dreijährige Pause seit dem Vorgänger „Generation Me“ offensichtlich Gutes getan: die bekannte Mixtur aus AC/DC und Frühachtziger-Hardrock kommt nämlich so frisch und hitlastig wie das nur wenige Kollegen hinbekommen.

Dass die Band mal wieder einen neuen Sänger hat, ist wenig überraschend, dass sie sich nach dem eher sauberen Organ von Mitchel Emms mit Tom Rampton wieder einen raueren Sänger geangelt haben, schon ein wenig. Das Ergebnis dürfte vor allem die ansprechen, die von der anstehenden Auflösung von Krokus in Trauer verfallen sind: nicht nur, das Ramptons Bon-Scott-Röhre ziemlich stark nach Marc Storace klingt, Songs wie ‚On The Money‘, ‚Hang Em High‘, ‚Laying It Down‘ und das melodische ‚Scar With Her Name‘ klingen auch mehr nach der „Hardware“-/“One Vice At A Time“-Ära der Schweizer als deren tendenziell eher öde letzte Ergüsse. Die Tendenz zu melodischen Hooklines und auch das eine oder andere NWoBHM- oder Glam-Metal-Riff Marke Kix oder Britny Fox hebt The Treatment auch immer noch von puren AC/DC-Klonen wie Airbourne ab. ‚King Of The City‘ klingt beispielsweise mit den sauberen Twin-Leads eher nach Praying Mantis als nach den Young-Brüdern, und ‚Waiting For The Call‘ kommt sogar mit leichtem Southern Rock-Einschlag. Die abschließende Akustik-Fassung von ‚Bite Back‘ zeigt, dass die Band auch ohne Verstärker, nur mit zwei Gitarren und Gesang immer noch ordentlich Dampf machen kann – Respekt!

Natürlich wurde „Power Crazy“ wie alle bisherigen The Treatment-Alben von Ex-More- und Airrace-Klampfer Laurie Mansworth schön knackig und bodenständig produziert. Zusammen mit dem vollkommen ohne Durchhänger auskommenden Songwriting und dem seit über zehn Jahren bestens geölten Groove-Gespann Dhani Mansworth/“Swoggle“ Newman haben The Treatment mit „Power Crazy“ also nicht nur eine feine aktuelle Visitenkarte abgeliefert, sondern eine absolute Pflichtscheibe für Gute-Laune-Rock’n’Roller abgeliefert.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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