Payan

Das Ende ist nah. In unseren schwierigen Zeiten möchte man das leider fast glauben. „Das Ende“ ist ein großes Thema auf „Payan“ (Noisolution), dem neuen Album des Berliner Trios Samavayo, das ab dem 25. März in den Regalen steht. Es geht um Zerstörung, Krieg, Gier, Isolation – das ganze Programm, verpackt in stampfenden Stoner-Rock, der aber genauso progressiv und heavy wie sphärisch und rifflastig daherkommt. „Payan“ ist persisch und bedeutet – na? – „Das Ende“.

Musikalische Gäste wie Willi Paschen von Coogans Bluff oder Igor Sydorenko (Stoned Jesus) sind mit von der Partie und unterstützen die Band um Frontmann Behrang Alavi und die beiden Brüder Stephan und Andreas Voland, die seit rund 22 Jahren aktiv ist. Diese langjährige Erfahrung manifestiert sich in einem kompakten, faszinierenden Album, auf dem es sieben äußerst spannende Songs zu entdecken gibt.

Das ist, wenn nötig, kantig, sperrig, bei Bedarf melodisch und mit jeder Note ehrlich. Hin und wieder wird  auf Persisch gesungen, immerhin stammt Fronter Behrang Alavi ursprünglich aus dem Iran. Heavy Stoner-Rock, psychedelische Elemente, und hin und wieder der nicht nur durch die Texte hervorgerufene leicht orientalische Flair des Ganzen. ‚Talagh‘ ist ein Cover der iranischen Band Googoosh und kommt überraschend düster daher. Aber wenn wir schon vom „Ende“ reden: ‚The Mission‘ heißt der letzte Song des Albums und irgendwie das auch das absolute Highlight. Neben der treibenden Grundstimmung, die sich mit ihren psychedelischen Riffs sofort in jedes Stoner-Herz spielt, überrascht hier der grandiose Mittelbreak mit groovenden Bassläufen und leicht esoterischen Gesängen im Hintergrund, die sich zu einer angespychten Orgie steigern, der man sich einfach nicht entziehen kann.

Samavayo können es immer noch. Nach 22 Jahren und sieben Platten legen sie ein unglaublich starkes Album vor, das nicht nur den Stonern gefallen dürfte. Excellent produziert, toll geschrieben und mit viel Kraft und einigen Überraschungen eingespielt, so darf es gerne auch in der Zukunft des Berliner Trios weitergehen.

Note: 2

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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