Walter Trout

Ordinary Madness

  • Artist: Walter Trout
  • Album: Ordinary Madness
  • Label:
  • Release: 2020-08-28
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Drei Jahre nach seinem Kracher-Album „We’re All In This Together“ und nur ein Jahr nach seiner ebenfalls sehr erfolgreichen Cover-Scheibe „Survivor Blues“ ist Bluesrock-Maestro Walter Trout wieder da. Bekanntlich stets für Überraschungen gut, schlägt Trout diesmal einen vergleichsweise weiten musikalischen Bogen über das von ihm gewohnte Bluesrock-Terrain hinaus. Auf dem neuen Album sollten laut Pressemeldung Anklänge an Electro, Ambient, Psychedelic Rock und sogar Hardrock und Metal enthalten sein.

Ob der Hardcore-Metaller hier warm wird, sei mal dahingestellt. Eines ist aber Tatsache: „Ordinary Madness“ (Mascot Label Group) ist enorm vielseitig für das Album eines Musikers, der bisher als lupenreiner Blues-Gitarrist in Erscheinung getreten ist. Der Titeltrack ist gleichzeitig der Opener von Trouts inzwischen je nach Zählweise zwölftem Album. Ruhigen, bluesigen Rock bekommt der geneigte Hörer geboten, mit viel Verve und natürlich viel Gitarre.

„Wanna Dance“ und „Make It Right“ kommen als groovige Psychedelic-Rock-Nummern mit Hammond-Orgel daher, die gut auch von Pink Floyd oder den Doors sein könnten. „My Foolish Pride“ ist eine klassische Blues Ballade, in der Trout einmal mehr als Sänger reüssiert. „Heartland“ bietet neben reichlich gefühlvoller Akustik- und E-Gitarre auch ein dezent-charmantes Akkordeon, im unendlich traurigen „All Out Of Tears“ lässt der Meister seine Stratocaster weinen. „Final Curtain Call“ verbeugt sich freundschaftlich in Richtung Country-Sound, „Sun Is Going Down“ zum Gospel. „Up Above The Sky“ und „OK Boomer“ sind hammerharte Gitarren-Rocker für alle Freunde des exzessiven Saitengezaubers.

„Ordinary Madness“ ist wunderbar vielseitig, Trout geht weit über den klassischen Blues-Sound hinaus. Der ausgiebige Flirt mit seiner vermuteten Jugendliebe des Psychedelic-Rock hat wahnsinnig viel Charme und kommt sehr ehrlich und ungekünstelt rüber. Das alles macht das neue Album sehr abwechslungsreich und ambitioniert, aber auch etwas weniger fokussiert als das drei Jahre alte Meisterwerk „We’re All In This Together“. Dennoch: Jeder Fan gefühlvoller Gitarrenmusik wird hier viel Freude finden. Klasse hat Walter Trout ohnhin unbestritten.

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DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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