Nuclear

Murder Of Crows

  • Artist: Nuclear
  • Album: Murder Of Crows
  • Label:
  • Release: 2020-11-13
  • Medium:
  • Bewertung:2

Nuclear gehören zu den glücklichen Bands, die es noch geschafft haben. Kurz bevor Corona fast sämtliche Live-Aktivitäten beendet hat, haben die Chilenen ihre gemeinsame Europa-Tour mit Abbas, Vltimas und 1349 über die Bühne gebracht. Deswegen trifft zumindest auf die Südamerikaner der alte Grundsatz zu: Nach der Tour ist vor dem nächsten Album. Somit ist es nur folgerichtig, dass sie nun ihr sechstes Studioalbum „Murder Of Crows“ (Black Lodge) veröffentlichen.

Nach dem akustischen Intro „Pitchblack“ startet der Longplayer direkt mit dem Titeltrack. In diesem nehmen sich Nuclear die Freiheit, nicht gleich den Thrash-Hammer auszupacken, sondern den Song mit harten Riffs im Mid-Tempo beginnen zu lassen. Standesgemäß wird die Geschwindigkeit ab dem Mittelteil schließlich gesteigert. „Murder Of Crows“ so ungewohnt beginnen zu lassen liegt vielleicht daran, dass sie mit Black Lodge ein neues Label haben. Dieses setzt ihnen keine künstlerischen Schranken und geht auf ihre Bedürfnisse ein, wie die Band betont.

Der geneigte Thrash-Metal-Fan muss sich jedoch keine Sorgen machen. Auf große Experimente setzen Nuclear nicht. Einzige Ausnahme ist vielleicht das überraschende Interlude „Blood To Spare“. Ansonsten spielen die Südamerikaner nach wie vor das, was sie seit 1995 am besten können: Old-School-Thrash-Metal mit leichten Hardcore-Einflüssen. Songs wie „No Light After“, „Friendly Sociopath“, „Misery Inc.“, „Hatetrend“ oder das abschließende „Useless To Mankind“ sind formidable Dampfwalzen, die in der Regel nicht viel mehr als drei Minuten benötigen, um auf den Punkt zu kommen.

Dazwischen werden geschickt kleinere Abwechslungen positioniert. Dazu gehören „When Water Thickens Blood“, welches zwar eher langsam, dafür am umso düsterer und stimmungsvoller daherkommt, oder auch „Abusados“, das in Nuclears Mutterspache Spanisch intoniert ist.

Mit „Murder Of Crows“ liefern Nuclear genau das, was Old-School-Thrash-Metal-Fans erfreuen dürfte. Auch wenn die nächste Tour der Chilenen wohl leider noch etwas warten muss, kann man sich mit dieser Scheibe den Nackenmuskelkater wenigstens zu Hause im Wohnzimmer holen.

Bandhomepage
Nuclear bei Facebook

Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.