Agusa

Agusa 2

Wenn ein Longplayer nur zwei Songs enthält, kann man sich fast sicher sein, ein Album des Genres Progressive Rock in den Händen zu halten. So auch bei „Agusa 2″, dem – wer hätte das gedacht? – zweiten Album der schwedischen Retro-Progressive-Folk-Band Agusa. Die Band wurde im Jahr 2013 gegründet und legt mit „Tva“, wie das Werk voll ausgeschrieben betitelt wurde, den Nachfolger zum letztjährigen Debüt „Högtid“ vor.

Auf den rund vierzig Minuten des Albums geht es vergleichsweise ruhig zu. Und ohne Worte. Denn „Agusa 2″ ist ein rein instrumentales Werk geworden, wenngleich ein paar vereinzelte Chorgesänge gegen Ende des ersten Titels dezent für zusätzliche Atmosphäre sorgen. Durch den häufigen Einsatz der Flöte kommt schnell eine folkige Stimmung auf. Zusammen mit der E-Orgel ist diese Flöte dann auch das stilprägende Instrument für das Album, während sich die elektrische und hin und wieder auch akustische Gitarre für ein Rockalbum überraschend im Hintegrund hält. In langen ruhigen Passagen schwanken die fünf Schweden zwischen Prog und Psychedelic Rock hin und her, während die durchweg vorhandenen Folkeinflüsse für kühle Stimmung sorgen. Und damit eignet sich das Album hervorragend als Hintergrundberieselung, denn man muss leider klar feststellen, dass das schier endlose Flöten- und Orgelspiel auf Dauer ein wenig eintönig wirkt.

Handwerklich auf hohem Niveau plätschern die beiden Longtracks leider doch eine Spur zu sehr vor sich hin. Etwas mehr Power hätte dem Album nicht geschadet. Aber auch so beschwören Agusa ein schwelgerisches und düster-grooviges Stimmungsbild herauf, das insbesondere alle Freunde des 70er-Progs ansprechen dürfte. Unaufgeregt trifft es wohl am besen. Prog ohne Gitarrengefrickel, ohne mörderische Takt- oder Tempiwechsel, ohne höhere Mathematik. „Agusa 2″ ist damit kein Album für die nächste Prog-Party des Matheclubs, sondern ein schönes ruhiges Stück Musik für die nächste nächtliche Autofahrt. So etwas muss ja auch hin und wieder mal sein.

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