MR. IRISH BASTARD – Battle Songs Of  The Damned

Als wir vor ein paar Wochen die neue Platte von SHORELINE aus Münster besprochen haben, wurden alle namhaften ortsansässigen Musikerkolleg*innen zitiert. Alle? Nun, zumindest im Falle von Mr. Irish Bastard müssen wir Abbitte leisten, die sind unserem Redakteur irgendwie durchgegangen. Und dass, obwohl auch diese Truppe mit ihrem Irish-Folk-Punk einen wesentlichen Anteil am künstlerischen Biotop der Stadt hat, was sie mit ihrer neuen Platte „Battle Songs Of  The Damned“ mal wieder unter Beweis stellen.

„Ten Green Bottles Hanging On The Wall” sind direkt die ersten Zeilen, die einem bei „All My Friends Are Idiots“ entgegenkommen. Durch den Runterzähl-Reim -und auch die musikalische Ausrichtung- werden unweigerlich Erinnerungen an den Hosen-Klassiker mit seinen Jägermeistern hochgerufen. Bei „Boston Wedding“ kommen ein paar Streicher hinzu, ansonsten bleibt es beim gewohnten schnellen, aber stets melodiösen Punkrock. Das zieht sich in weiten Teilen durch die gesamte Scheibe. Nachdem Campino wieder vergessen ist, kommen zwischendrin ein paar Verbeugungen bei den Levellers durch, die insbesondere in den 90ern ihre große Zeit hatten, und mit denen Mr. Irish Bastard schon getourt sind.

Beim „Wolfpack“ werden erstmals ein paar andere Saiten aufgezogen, und so spannend Abwechslungen einen Longplayer oftmals machen, ist dieser Song mit seinem „Uhuhuhu“-Chören der Schwachpunkt in dem Reigen. Allerdings bleibt es bei diesem einen Ausreißer. Besser macht die Kapelle es beim akustischen „The Parting Glas“, mit dem sie kurz nach der Halbzeit erstmals das Tempo rausnehmen, und mit knapp viereinhalb Minuten die längste Nummer präsentieren, ansonsten kommen sie stets sehr zügig auf den Punk(t). Nach dem sehr ruhigen „If I’m Not Long For This“ gibt es auf der Zielgeraden zum Abschied noch einmal was auf die Ohren, bevor nach insgesamt 13 Liedern und knapp 45 Minuten Spielzeit eine sehr unterhaltsame Scheibe endet.

Gut, man muss diese Art von Musik mögen, zwingend massenkompatibel ist das nicht. Es gibt aber Spielarten, die man vielleicht auch gar nicht jeden Tag hören mag, sondern nur zu bestimmten Anlässen. Spätestens am nächsten St. Patricks-Day (immer am 17. März) oder dem nächsten Besuch im Irish Pub liefern Mr. Irish Bastard auf jeden Fall den passenden Soundtrack, und auch live dürfte „Battle Songs Of  The Damned“ ziemlich geil funktionieren.

 

 

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Note: 2-

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