LaBrassBanda – Brafuss um die Welt

LaBrassBanda haben im Rahmen ihrer Around The World-Tour auch einen Zwischenstopp in der Alten Schweißerei in Schrobenhausen eingelegt. An diesem Abend war der Name des Clubs Programm, denn eine schweißtreibende Angelegenheit würde dieser Abend sowieso werden, und auch das Publikum wurde über sämtliche imaginären Schubladengrenzen hinweg zusammengeschweißt.

 

Den Anfang machten aber die Kanadier von The Stanfields, die ihr aktuelles Album „Limboland“ vorstellten. Hier traf kanadischer Folkrock auf wahlweise Whiskey- und Rasierklingengegurgelten Gesang. Die treibenden Beats waren so mitreißend, dass es bereits nach kurzer Zeit kein Halten mehr im Publikum gab. Der Geiger tat sein übriges, der mit seiner verrückten Mischung aus gleichzeitigem Geige spielen und Headbangen begeisterte. Die Liebe für The Stanfields war besiegelt und so mussten die Kanadier sogar noch eine lauthals geforderte Zugabe spielen, bevor sie endgültig von der Bühne durften. Hat man auch nicht alle Tage.

 

Nach kurzer Umbaupause eröffneten LaBrassBanda den Abend dann mit dem Opener „Bierzelt“. Vom ersten Moment an muss man bei dieser Energie auf der Bühne einfach mit. Vereinzelt fand man noch verschüchtert-irritierte Blicke, als Sänger Stefan Dettl aufforderte die Luftgitarre zu spielen, was aber nicht lange anhielt. Zu „Soultrain“ tanzte die komplette Halle erst 8 Schritte nach rechts, dann nach links um dann im kollektiven Freestyle-Solo auszurasten. Man kann sich eben nur schwer entziehen, wenn dieses ekstatisches Energiebündel auf der Bühne loslegt und dabei das Schnellfeuerwortgewehr auspackt um raptastisch Songs wie „Bauer, Bauer“ zu performen.

Damit auch die nicht so dialektgewandten Fans im Publikum die Chance hatten mitzukommen, gab es immer wieder kleine Anekdoten zu der LaBrassBanda-Weltreise, wo in Südamerika der Song „Ujemama“ extra für die brasilianische Oma ausgedehnt wurde oder die augenzwinkernde Entstehungsgeschichte zu „Australien“, ein Stück, dass vom Huber geschrieben wurde, und von 45 Minuten tubistischem Trennungsschmerz auf drei Minuten eingedampft wurde und die Tuba verdammt nach einem Didgeridoo klingen ließ.

 

Zwischendurch gab es eine Yoga-Einheit der Rhythmus-Sektion, damit die sich bei den Bläserparts nicht langweilt und dem Publikum zur Tiefenentspannung verhilft. Was Crossover-Blasmusik nicht alles möglich macht. Nämlich auch ein „Rhythm Is A Dancer“-Cover das klang, als hätte es immer schon von Blasinstrumenten gespielt werden müssen. Nicht fehlen durfte natürlich der Eurovision Song Contest-Hit „Nackert“, Klassiker wie „Inter Mailand“ oder „Holland“ das nochmal eine Herausforderung für die Beinmuskulatur war, bevor mit „Opa“ schon das Ende des Abends immer näher rückte. Das dies heute ein besonderer Abend war zeigte sich auch als das Publikum – obwohl die Band schon lange von der Bühne war – minutenlang einfach glückseelig weitertanzte und das auf Bannern in der Halle prangende Noisehausen-Motto „Peace, Love and Rock‘n‘Roll“ total verinnerlicht hatte.

 

 

 

 

 

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