Kennt ihr schon… TIM TIEBEL & DIE TIERE DER EINSAMKEIT?

Man könnte es fast prophetisch nennen, dass Tim Tiebel & Die Tiere der Einsakeit ihr Album „Die Party ist so ziemlich vorüber“ genannt und mitten in die weltweite Quarantäne-Zeit veröffentlicht haben. Keine Parties vorerst, keine Konzerte, mit denen dieses schöne Album gefeiert werden könnte. Aber eins bleibt unerschütterlich, und das ist die Liebe. Die, von der uns das Quartett auf ihrer Platte in allen Facetten erzählt, die zur Musik und die eigenartigste und zwiespältigste von allen: die Liebe zu Berlin.

Welche Musik lief auf Eurer letzten Party?

Tim feiert keine Parties mehr. Manchmal trinkt er zwei, drei Bier, hört seine alten Platten aus den 90ern und denkt darüber nach, ein paar Freunde von damals anzurufen. Macht er aber nie.

Dominik und Sebastian mögen natürlich französischen Garage Rock, Indie von etwa 1986 bis 2011, die Beatles und bei Basti im Auto liegt tatsächlich eine Roxette-Kassette. Man fragt sich dann immer ob das Ironie ist. Aber er sagt, er würde das Songwriting schätzen, womit er natürlich einen Punkt hat.

Rubén redet nicht über seinen Musikgeschmack und lädt uns auch nicht auf seine Parties ein. Vermutlich sind wir ihm zu alt und er schämt sich ein bisschen. Bei der Probe, wenn er sich unbeobachtet fühlt, spielt er manchmal Themen vom Billie Eilish-Album auf seiner Geige.

Was haben Einsamkeit, Party und Liebe miteinander zu tun?

„… leave me dancin‘ with myself.“ B. Idol.
Besser kann man das nicht sagen.

Ihr singt von Berlin und Leipzig. Und scheint doch auch Einiges über das Leben auf dem Dorf zu wissen. Wo seid Ihr „Zu Haus“?

Wie jeder Berliner, der was auf sich hält, kommen wir natürlich aus der Provinz. Es gab mal eine Zeit, in der Leipzig versprach, das bessere Berlin zu werden. Nicht so voll, nicht so schnell, nicht so großspurig. Da fühlte man sich wohl, ohne zu wissen: Man war schon ganz der arrogante Hauptstädter. Letztlich blieb man Tourist. In Berlin kann man zum Glück nicht zuhause sein. Darum bleiben wir hier, auch wenn da hin und wieder eine Sehnsucht nach dem Land schwelt, die aber natürlich, ähnlich wie die 90er-Nostalgie, vollkommner Quatsch ist.

Eure Masken – verstecken etwas oder fügen etwas hinzu? Und was?

Aus der Nähe und beim richtigen Licht sind sie vollkommen undurchsichtig. Steht man uns dann gegenüber, sieht man nur sich selbst. Mit etwas Glück könnten sie bei zukünftigen Konzerten auch als Spuckschutz fungieren, #flattenthecurve. Dann wären wir früher als Alle anderen wieder im Rennen.

Wie überstehen so nachtaktive Tiere der Einsamkeit die Quarantäne-Zeiten?

Wenn es nicht so schlimm wäre, wäre es die beste Zeit unseres Lebens. Wir haben nichts auszustehen, müssen nicht mehr ausgehen und nicht mal mehr proben. Endlich allein.


Foto: Marco Baré

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