Kennt ihr schon … GUILLOTINE DREAM?

Der englische Musiker Ian Arkley ist ein altgedienter Veteran der Metalszene auf der Insel. Metalheads jenseits der 40 kennen ihn möglicherweise noch von Paramaecium, Ashen Mortality oder Seventh Angel. In den letzten Jahren war er als Gitarrist und Sänger der Gothic-Doom-Deather My Silent Wake überaus aktiv, auch dieser Tage erscheint ein neues, experimentelles Album sowie das erste Solo-Album von Arkley. Als uns jedoch die Nachricht von einer neuen Band Arkleys in die Redaktion flatterte, haben wir den Briten zum Gespräch gebeten, um Euch sein neuestes Projekt Guillotine Dream vorzustellen.

Whiskey-Soda: Ihr Jungs seid oder wart mit My Silent Wake aktiv. Und auf den ersten Blick gibt es doch recht viele Ähnlichkeiten zu deiner neuen Band Guillotine Dream. Warum also überhaupt eine neue Band?

Ian Arkley: Das Ganze begann eher zufällig, als Mark, der Ex-Drummer von My Silent Wake und ich per Zufall während eines Familienwochenendes in einem Musikgeschäft in Stafford gelandet sind. Die hatten E-Drums mit Verstärker im Schaufenster stehen und uns aufgefordert, es auszuprobieren. Wir haben ein bißchen rumgejammt, Applaus vom Personal geerntet und ein Pedal gekauft. Nichts Besonderes also, aber der Same war gesät. Wir lieben alle drei traditionellen Gothic Rock und die Verlockung so eine Band auf die Beine zu stellen, war einfach zu groß! Aber die Tatsache, daß Adam und ich weiterhin bei My Silent Wake spielen, schlägt sich nicht im Sound von Guillotine Dream nieder. Wir haben auch eine ganz andere Arbeitsweise und Themen. Es geht nicht um persönliche Kämpfe oder so, sondern um Eskapismus und das alles in einer schön angepissten Haltung gegen das Establishment.

Whiskey-Soda: Ihr beschreibt eure Musik als rohen Gothic Rock und bezieht euch dabei auf Veteranen-Bands des Genres aus den 80er und 1990er Jahren wie Fields of the Nephilim. Das klingt ja nach einer ziemlich undergroundigen Nische.

Ian Arkley: Es ist auch absolut Nische. Das war schon immer meine Herangehensweise. Old School, das ist es, was mir am Herzen liegt. In irgendeine Schublade wollte ich nie passen. Die Musik ist roh, ohne viel Vorbereitung aufgenommen worden. Ich finde, heutzutage gibt es schon genug auf Hochglanz polierte Mucke. Wir finden, daß die alten Gothic Bands ein wenig in Vergessenheit geraten sind – und das wollen wir nicht.

Whiskey-Soda: Erzähl doch ein wenig vom neuen Album „Damaged and Damned“ von Guillotine Dream. Was ist dir wichtig, worauf bist du stolz?

Ian Arkley: Es war absolut nichts anstrengend daran, und das ist eigentlich ziemlich bizarr. Alles lief wie geschmiert, vor allem, wenn man bedenkt, dass ich inzwischen in Wales und nicht mehr in Somerset wie die anderen lebe. Ich besuchte Mark eines Tages, hatte ein paar grobe Ideen, wir jammten so rum und ich nahm alles auf meinem Smartphone auf. Daran arbeitete ich weiter, dann trafen wir uns ein zweites Mal. Dann habe ich für zwei Tage ein Studio gemietet und obwohl höchstens die Hälfte fertig war, lief es super! Wir haben alles in einem Rutsch durchgezogen, dementsprechend haben wir auch viel improvisiert, auch bei den Texten. So was funktioniert eigentlich nie. Aber in diesem Fall tat es das. Es ist alles viel roher als das erste Album – aber genau deshalb liebe ich es. Es hat diese direkte, unverfälschte Energie und eine gewisse Unvorhersehbarkeit, genau wie die alten Gothic und Post Punk Sachen!

Whiskey-Soda: Dieser sehr rohe, beinahe amateurhafte Ansatz bei Produktion und Artwork erinnert fast ein wenig an die erste Welle der skandinavischen Black-Metal-Bands. Siehst du da auch Parallelen?

Ian Arkley: Ja, tue ich. Obwohl wir ja zu einer Neuen Welle von Gothic Bands zählen, fühlt es sich an wie damals zu Beginn. Da sind auf der einen Seite Leute, die hungrig auf neue Bands sind und dann sind da die Bands, die hungrig sind, neue Musik zu machen. Das ist eine gute Sache. Jeder hat etwas davon, das ist das Gute daran. Es gibt jede Menge Internet-Radio-Sendungen und so weiter. Dieser Urfunke des Black-Metal, den spüren wir auch in unserer Musik und es ist ein großer Einfluss, besonders in den atmosphärischen Stücken wie „In The Woods“. Früher Black-Metal stand vom Ansatz her dem Punk sehr nahe. Und weil Adam und ich schon in einer Metal-Band sind, haben wir auch kein Bedürfnis, da jetzt eine Gothic-Metal-Band draus zu machen. Ich benutze auch nicht das gleiche Equipment wie bei My Silent Wake, sondern eigene Sachen. Es geht vielmehr um Hall, um Feedback und so und nicht nur einfach um Verzerrung. Witziger Weise gibt es viele Extreme Metal Bands (My Silent Wake zählt auch dazu), die stark vom Gothic-Bereich geprägt wurden und dementsprechend klingen.

Whiskey-Soda: Was ist dir am Ende des Interviews noch wichtig loszuwerden?

Ian Arkley: Hört unbedingt mal bei Guillotine Dream rein! Wir werden Euch dafür bis in alle Ewigkeit lieben!

Guillotine Dream sind:

Arc: Gitarre und Gesang

Mapk: Schlagzeug und Gesang

Lake: Bass

Diskografie:

A War On The Passage of Time (2018)

Damaged and Damned (2020)

Social Media:

Guillotine Dream bei Facebook

Guillotine Dream bei Bandcamp

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.