Freedom To Glide

Fall

Freedom To Glide sind die britischen Musiker Pete Riley (Keys) und Andy Nixon (alles andere), die sich bei der Pink Floyd-Tribute-Band Dark Side Of The Wall kennengelernt haben. Seit 2010 arbeiten sie nun gemeinsam auch an ihren eigenen Songs. Erstes Resultat war das 2013 veröffentlichte Album „Rain“. Das war der erste Teil einer geplanten Konzeptalbum-Trilogie, handelt textlich von den Schrecken des Krieges, dem, was in den Köpfen gebrochener Existenzen vor sich geht und klang auch musikalisch, nun ja, ziemlich exakt nach Floyd.

Mit dem vorliegenden Album „Fall“ (dem zweiten Teil der besagten Trilogie) schwimmen sich die beiden nun ganz vorsichtig ein Stückchen weit frei von den großen Vorbildern. Sicher, die grundsätzliche Ausrichtung bleibt bestehen, die Gitarren klingen fast hundertprozentig nach Gilmour, die Gesangslinien ebenfalls – wenn sie nicht, beispielsweise in den rockigeren Momenten, nach Waters klingen. Aber insgesamt tauchen hier nun in der Tat auch andere Einflüsse auf. Das streckenweise relativ flotte, zweigeteilte ‚Exit Wound‘ erinnert zum Beispiel an die jüngeren John Wetton-Soloalben, und ‚Another Same‘ bedient sich bei Sting. Das eingängige ‚Trough Of War‘ klingt nach einer Mischung aus den Beatles und Post-Hodgson-Supertramp, und auch Steven Wilson steht mit Sicherheit auf dem Speisezettel der beiden. Man ahnt es aber bei dem massiven Namedropping schon, obwohl sich vom sklavischen Floyd-Sound-Kopieren etwas gelöst wird, tönt das Ganze unterm Strich doch nicht wirklich eigenständiger als zuvor. Denn leider lehnen sich Freedom To Glide größtenteils einfach nur – genauso auffällig – an andere Künstler aus dem gemäßigten Prog-Bereich an, und „zur Sicherheit“ wird dann trotzdem überall ein typisches Floyd-Solo oder ein paar typische Sounds und Samples eingebaut.

Es ist wirklich schwer, hier eine faire Bewertung zu finden, denn einerseits ist die Scheibe teils wirklich schön atmosphärisch, hat ein paar echt gute Songs, die Floyd-Fans wirklich gut reingehen werden, und für eine Zwei-Mann-Eigenproduktion ist die Scheibe auch recht ordentlich produziert. Dazu kommen kompetente Vocals und schöne – wenn auch, wie erwähnt, sehr Gilmourige – Gitarrensoli. Andererseits bleiben leider auch nach mehrfachem Hören nicht alle Songs hängen, manches ist einfach „nur“ Schönklang, ohne wirklich irgendene musikalische Tiefe zu entwickeln. Darüber hinaus hört man leider auch heraus, daß es sich nicht um eine echte Band handelt – speziell die Drums sind teilweise ziemlich einfallslos gespielt/programmiert. Die beiden sollten sich vielleicht einen echten Drummer und einen Basser suchen, die ihnen vielleicht auch die übermächtige Heldenverehrung ausreden (die man ja oft bei langjährigen Covermusikern zu hören bekommt), dann könnte das wirklich was Großes werden. Solange gibt’s mit viel Augenzudrücken noch ’ne 2.

(geschrieben von Sascha Glück)

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