ERIC CLAYTON – Von Narben, Baseball und langen, deutschen Wörtern

Jahrelang war er und damit seine Band von der Bildfläche verschwunden. Manch ein Rockmusik-Liebhaber fragte sich: „Was ist eigentlich aus Eric Clayton und den fantastischen Saviour Machine geworden? Gibt es die noch?“ Selbst die engsten Fans erfuhren beinahe ein Jahrzehnt so gut wie nichts über den Status der Band, die Anfang der 90er ihrer Zeit weit voraus zwei wegweisende Symphonic-Gothic-Rock-Alben veröffentlichte und eine leidenschaftliche Fangemeinde gebildet hatte. Ein immer wieder verschobenes, aber letztlich nie veröffentlichtes Abschluss-Album der Legend-Trilogie, Gerüchte um gesundheitliche Probleme und ein heftiges Zerwürfnis mit Label und Management – mehr hörte man lange nicht darüber, wie es um Saviour Machine stand. 2020 ist Eric Clayton zurück mit einem wahren Paukenschlag neuer Musik!

Das Soloalbum „A Thousand Scars“ ist nicht weniger als ein Meisterwerk, eine schonungslos ehrliche, autobiographische Tour-de-Force, die viele offene Fragen beantwortet. Wenn man den Mut hat, tief in Texte und Emotionen einzutauchen, dann nimmt einen Clayton mit auf seinen langen Weg der Heilung und Aussöhnung mit sich selbst und der Welt. Dabei entfaltet diese Rock-Oper eine Intensität, die schwer zu beschreiben ist.

Eric Clayton lebt seit 2017 in Deutschland und hat erst vor wenigen Wochen seine deutsche Partnerin geheiratet. Er wirkt entspannt, mit sich selbst im Reinen und von einer tiefen Dankbarkeit erfüllt, während er sehr offen über „A Thousand Scars“ und dessen Produktion, seine neue Band „The Nine“, sein Leben in Deutschland und die Pläne für die Zukunft spricht. Auch wenn Claytons erste eigene Musik seit fast zwei Jahrzehnten tiefgründiger wohl nicht sein könnte – der Mann hat noch viel zu sagen.

Zur Geschichte von Saviour Machine lest hier unsern Rückblick auf die Bandgeschichte.

Whiskey-Soda : Eric! Vielen Dank für deine Bereitschaft, hier tief einzutauchen in deine persönliche Geschichte. Wir führen dieses Interview am Höhepunkt der Corona-Krise (Mai 2020) – von daher möchte ich ganz zu Beginn fragen: Du hast Freunde und Familie, unter anderem zwei erwachsene Töchter in den Staaten. Wie geht es dir und deinen Liebsten?

Eric Clayton: Der Dank ist ganz auf meiner Seite. Ich schätze die Gelegenheit sehr, mit dir zu sprechen. Danke auch für deine Nachfrage. Ja, wir sind alle sicher und gesund, hier in Europa und auch in den Staaten. Wir sind gesegnet und ich bete dafür, dass auch bei dir alles in Ordnung ist!

Whiskey-Soda: Meine zweite Frage scheint vordergründig oberflächlich, aber tatsächlich ist sie sehr ernst und tiefgründig gemeint. Du hast mit „A Thousand Scars“ gerade dein erstes, selbstgeschriebenes Studioalbum seit fast 20 Jahren veröffentlicht und meine Frage bezieht sich vor allem darauf, dass es ein sehr persönliches Stück Musik ist. Mir geht es bei meiner Frage also nicht um den Stolz oder die Erleichterung, die man „so ganz im Allgemeinen“ fühlt, wenn man so ein umfangreiches Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht hat. Ich meine es auf einer persönlichen Ebene: Wie geht es Mr. Eric Clayton im Mai 2020?

Eric Clayton: Das ist eine schöne Frage und ich denke, dass ich eine passende Antwort darauf habe. Ich fühle mich wundervoll. Ich kann es nicht wirklich in Worte fassen, wenn ich ehrlich bin. Ich schwebe seit dem Abschluss der Produktion vor zwei Wochen auf einer Art Wolke durch die Gegend. Ich habe in diesem Zustand fast ein wenig das Gefühl für die Zeit verloren. Ich fühle mich stark und gesund, aber vor allem fühle ich inneren Frieden. Noch nie habe ich mich so zufrieden und voller Freude gefühlt, nachdem ich etwas Künstlerisches geschaffen habe. Es ist ein sehr starkes Gefühl.

Whiskey-Soda: Der Grad an Intimität, mit der du deine Geschichte auf „A Thousand Scars“ erzählst, ist sehr hoch. Du hast über Facebook auch zu einem Großteil der Songs persönliche Liner Notes zu deren Hintergrund veröffentlicht. Ich weiß nicht, ob ich diesen Mut gehabt hätte. Hast du nie gezögert, mit so viel zutiefst persönlichem an die Öffentlichkeit zu gehen? Mit welcher Intention hast du es überhaupt getan? War es womöglich eine Art Selbsttherapie und stand aus diesem Grund gar nie zur Debatte, es nicht zu tun?

Eric Clayton: Vor einigen Jahren kündigte ich an, dass wir mit Saviour Machine an einem neuen Album arbeiten würden. Das waren wir und sind wir noch immer. Aber mittendrin wurden mein gesamtes Wesen, mein Geist, meine Seele, mein Herz und mein Verstand komplett zu meiner eigenen Geschichte hingezogen. Ich hatte noch nie in meinem Leben eine so tiefgreifende Inspiration und gleichzeitig eine solche Klarheit gespürt, geschweige denn in Bezug auf meine künstlerische Karriere. Da war dieses Album. Ich musste es einfach machen. Und ich musste es sofort machen! Das ist der Grund, warum es jetzt kam. Wir könnten jetzt natürlich jetzt in die Details gehen und ein paar von diesen wirklich heftigen Geschichten ausgraben und näher betrachten.

Liner Notes zu „Chasing Monsters“. Auf „A Thousand Scars“ stellte sich Eric Clayton zahlreichen Dämonen aus der Vergangenheit.

Aber vielleicht ist es besser, einfach folgendes zu sagen: Diese absolut wahnsinnige Geschichte – meine Geschichte – musste einfach eines Tages erzählt werden. Und jetzt war die Zeit gekommen. Ich hatte eine tiefe Klarheit und innere Ruhe darüber in meinem Herz, meiner Seele und meinem Geist. Eine größere Klarheit und Frieden als je zu vor in meinem Leben. Es war ein wirklich starkes, kathartisches Erlebnis auf so vielen Ebenen, ein inneres Heilwerden. Jeder einzelne Schritt, von den ersten Noten und dem ersten Mal, als ein Stift mein Papier berührte bis zum Abschluss des Masterings vor einigen Tagen, war eine emotionale Achterbahnfahrt. Eine absolut weit- und tiefreichende Erfahrung. Anders kann man es nicht nennen.

Manches an diesem Prozess hab ich selbst nicht wirklich verstanden. Es gab jeden Tag Klagen und Gebete und Lachen und Momente von tiefen, psychologischen Brüchen.

Wenn man diese Erlebnisse aus der Vergangenheit erneut durchlebt, das ist wirklich heftig.“

Tag für Tag, Stunde um Stunde, Moment um Moment. All diese Erfahrungen, all das, was ich in mir trug, habe ich etliche Jahre in meinem Kopf und meinem Herz herumgeschleppt. Und nun bin ich wirklich sehr, sehr dankbar, dass es draußen ist! Um meiner selbst willen, aber vielleicht auch für jeden anderen, der etwas Besonderes sucht.

Whiskey-Soda: Wie waren denn die ersten Rückmeldungen von Fans und auch von der Presse? Haben die Leute die Intimität und Tiefgründigkeit des Albums begriffen? Und welche Art von Feedback hat dich besonders berührt?

Eric Clayton: Oh ja. Ich werde von Liebe und Wertschätzung für dieses Album geradezu überschwemmt. Ich hatte das so erhofft – und es berührt mich sehr. Es war natürlich auch ein enormer Erwartungsdruck damit verbunden. Das war mir bewusst – es waren beinahe 20 Jahre seit meiner letzten, selbstkomponierten Musik. Und nun musste ich liefern! Ich bin so unendlich dankbar für die Möglichkeit, Herz und Seele in dieses Projekt gegeben haben zu dürfen und körperlich und seelisch gesund geblieben zu sein. Die Rückmeldungen haben mich weggeblasen, wirklich krass! Die persönlichen Nachrichten, die mich erreichen, sind so voller Wärme und Aufrichtigkeit. Oft kann man zwischen den Zeilen lesen, dass die Menschen wirklich tief bewegt sind – und darauf habe ich natürlich gehofft. Weil es mein Hauptanliegen war, wirklich Herz und Seele zu öffnen. Den Leuten die Möglichkeit zu geben, ein Stückweit mit mir auf eine Reise in meine eigene Seele zu gehen und einige meiner Albträume nachzuempfinden.

Es ist ein riesiger Segen für mich und ich hätte es mir nicht besser wünschen können. Ich bin überglücklich. Es ist DAS Werk meines Lebens und ich fühle mich fantastisch. Viele schöne Dinge sind über “A Thousand Scars” gesagt worden. Besonders wichtig ist mir, daß die Leute auf ganz verschiedenen, unterschiedlichen Ebenen einen Zugang dazu gefunden haben. Es ist ja eigentlich eine ganz menschliche Geschichte und ich wollte schon immer eine menschliche Geschichte schreiben. Weil wir alle Menschen sind, hat auch jeder einen Zugang zu einer solchen Geschichte. Wir haben doch alle unsere Narben, stimmt’s? Gott sei Dank ist das so. Unsere Narben sind es doch, die uns zu dem machen, was wir sind. Darum geht es: Hoffnung, Glaube und vor allem Erlösung.

Eric Clayton 2020. Mit Narben – aber mit sich selbst versöhnt.

Whiskey-Soda: Lass uns zu einem anderen Thema kommen. Meines Wissens lebst du seit einer Weile in Deutschland, irgendwo in der Nähe der Grenze zu den Niederlanden, wo die Jungs aus deiner neuen Band leben? Fans wissen ja, daß du schon immer eine besondere Beziehung zu Deutschland hattest. Nun musst du also Deutsch lernen! Wie ist das so?

Eric Clayton: Ja, ich lebe so eine Stunde von Köln entfernt im Nirgendwo. Hier gibt’s nur Wald. Und ja, ich lerne Deutsch. Sehr, sehr langsam. Es ist eine knifflige Sprache. Ich hab schon so hilfreiche Worte wie “Fußbodenschleifmaschinenverleih” gelernt, hahaha. Der Fachmann sieht, daß ich schon viele Wörter kenne und sie nur noch zusammensetzen muss. Aber im Ernst, ich bin recht schüchtern. In ein paar Jahren werde ich mich mit Kindern unterhalten können. Meine Frau ist Deutsche, sie kommt ursprünglich aus Bayern und lebt seit einigen Jahren hier in dieser schönen Gegend. Und ich versuche Deutsch zu lernen. Sie ist ganz schön hart zu mir! “Du musst Deutsch lernen! Du musst Deutsch lernen!” Ja – ich weiß! Ich wünschte, ich wäre nicht 52, sondern 22! Dann würde mir das viel leichter fallen!

Whiskey-Soda: Was ich mich auch gefragt habe ist, was du denn für deinen Lebensunterhalt tust? Ich nehme mal nicht an, dass man von Saviour Machine Tantiemen leben kann. Musstest du denn während der Produktion des Albums noch nebenher arbeiten, um deine Miete zu zahlen?

Eric Clayton: Das ist eine gute Frage, die Finanzen. Ich hatte in Utah einen wirklich tollen Job. Ich hab eine alte Leidenschaft verfolgt in der Zeit, die ich dort lebte. Ich war Baseballtrainer und habe auch private Stunden gegeben und Kids von 3 bis 20 Jahren unterrichtet. Das hat mich echt auf Trab gehalten, zehn Stunden am Tag und ich hab wirklich gutes Geld damit verdient. Ich hatte mir auf gewisse Weise ein hübsches, kleines Leben in Utah aufgebaut. Und dann kam diese deutsche Frau und hat alles verdorben (lacht)! Ich hab also einen echt coolen Job aufgegeben, um hierher zu kommen. Leider ist Deutschland alles andere als ein Baseball-Land und daher war es schwer, hier etwas Ähnliches zu finden. In der Zwischenzeit habe ich dies und das getan. Irgendwann wird sich schon was Passendes finden.

Whiskey-Soda: Lass uns noch über die rein musikalische Seite des Albums sprechen. Am offensichtlichsten war natürlich, daß du in den letzten zwei Jahren ein, zwei Handvoll Konzerte gegeben hast. Als Eric Clayton & the Nine. Ich hab gelesen, daß das deine neue Band ist. Auf dem Album Cover von “A Thousand Scars” steht wiederum “nur” Eric Clayton. Mir ist schon klar, daß das Album ein sehr intimes, persönliches Album ist. Darüber haben wir ja gerade gesprochen. Aber wenn “A Thousand Scars” ein Solo-Album ist, was sind dann Eric Clayton & the Nine? Deine Live-Band?

Eric Clayton: Der Name „Die Neun“ hängt mit Verschiedenem zusammen. Diese Jungs waren in einer Cover-Band, sie spielten zusammen harten Neunziger-Grunge-Rock. Soundgarden und so. Also Neunziger-Cover und sie nannten sich “Les Neufties”. Das gefiel mir, es klang gut. Sie erklärten mir, dass es also was mit “Neun” zu tun hatte, und Neun ist meine Lieblingszahl. Also sagte ich: “Wir sollten euch einfach “Die Neun” nennen.” So ist das passiert.

Eric Clayton and the Nine, 2018 in Maastricht/Niederlande. Foto: Harry Heuts

Die Jungs sind fünf Holländer. Sie suchten einen Sänger und ich suchte eine Band. Wir trafen uns auf ein Blinddate und damit startete das Ganze. Wir sind füreinander geschaffen. Ich liebe die Jungs, sie sind wunderbare Musiker, voller Zielstrebigkeit und Leidenschaft. Genau das habe ich gebraucht, das hatte ich gesucht. Der Grund, warum ich überhaupt eine Band gesucht hatte war, um wieder Live auftreten zu können. Darum ging es mir. Mir war todlangweilig. Ich bin hier rüber gezogen und ich musste einfach wieder etwas tun. Und weil ich so lange nicht aufgetreten war, musste ich versuchen, wieder mit meinem Publikum in Kontakt kommen. Ich musste herausfinden, ob ich es immer noch so mochte und ob es überhaupt irgendjemanden interessierte. Also spielten wir Neun Konzerte über den Lauf eines Jahres. Es war die perfekte Medizin für mich zu jenem Zeitpunkt – und das war natürlich nicht ganz unbeabsichtigt. Während dieser Auftritte wurde mir klar, dass das die Band war, mit der ich auftreten wollte. Sogar, dass es die Band war, mit der ich ins Studio wollte.

Whiskey-Soda: Möchtest du ein wenig mehr über die Leute sprechen, die am Album mitgearbeitet haben? Da sind natürlich “The Nine”, aber in den Produktionsinformationen finden sich auch etliche andere Namen. Devon Graves dürften viele kennen (Mitglied bei Psychotic Waltz und Musikproduzent). Aber es gibt ja noch viel mehr: Streicher, Chöre, Background Sänger – jede Menge Zeug. Und ich bin überzeugt, dass das alles absolut notwendig war um das Album genau so hinzukriegen, wie es dann letztlich geworden ist.

Eric Clayton: Damit sind wir bei der Produktion angekommen. Ich hab den Jungs Anfang 2019 frühe Demos vorgespielt. “The Space Between Us”, “Revelation Mine” und “Where It Starts”. Das sind auch die drei ersten Lieder auf dem Album. Ich habe ihnen Klavierdemos von den Balladen wie “A Man’s Heart” und “The Greatest Of These” gezeigt. Ihnen hat von Anfang an gefallen, was sie gehört haben. Und sie waren ziemlich nervös, wie das alles vonstatten gehen sollte. Wohin würde das führen? Aber sie haben sich mit viel Engagement und Treue tief reingehängt während des ganzen, langen Weges. Sie haben sich wirklich mit der Musik identifiziert und sich darin wiedergefunden. Und das kann man hören! Ich bin extrem dankbar für diese Band. Die Jungs haben mir geholfen, genau das umzusetzen, was ich mir vorgenommen hatte. Ich bin wahnsinnig stolz auf sie!

Was den Rest betrifft, gibt es wie du sagst noch ein paar andere Personen. Ich glaube, insgesamt waren wir mit mir selbst 14 Musiker. Mein Bruder natürlich. Devon ist auf dem ganzen Album zu hören. Er hat mich mit seiner schönen Stimme an vielen Stellen sehr unterstützt. Bei den Arrangements für die Background Vocals haben auch seine Frau und seine süßen Kinder mitgewirkt. Das war wirklich schön, ich habe für fünf Wochen bei ihnen gelebt, das war etwas ganz besonderes. Und dann ist da natürlich noch mein Programmierer Adam Peterson. Er war von Anfang an mit dabei und wusste vor allen anderen, was ich vor hatte. Acht Männer. Die fünf Jungs aus der Band, mein Bruder, Adam und Devon Graves. Acht Brüder, die mich toll unterstützt haben. Der Neunte war allerdings kein Bruder, sondern eine Schwester. Meine Frau. Sie steht im Zentrum von allem, wie das Herz, das alles am Laufen halt. Bitteschön, mein kleines Team aus Neun Personen. Witzig, was? Eric Clayton & the Nine.

Whiskey-Soda: Man hat jeden Moment gespürt, dass dir das Album wahnsinnig viel bedeutet. Nun ist das Projekt abgeschlossen, du sagst, du hast inneren Frieden gefunden. Du hast es sogar dein Lebenswerk genannt. Ich stelle mir zwei Wege vor, wie du jetzt weitermachen könntest. Du könntest sagen: “Okay, das war alles was ich zu sagen hatte. Weiter und tiefer kann ich als Künstler nicht mehr gehen. Also verlasse ich das Musikgeschäft und mache etwas anderes”. Oder du könntest sagen: “Mein Herz hat wieder so richtig Feuer gefangen, ich fühle mich dem Schreiben, dem Geschichtenerzählen näher als je zuvor”. Was ist es also, das Ende oder ein neuer Anfang?

Eric Clayton: Eine ausgezeichnete Frage, ich verstehe, was du meinst. Ich stehe an einer Weggabelung. Ich wusste, dass das kommen würde. Wenn das Album fertig sein und ich damit zufrieden sein würde, so wie ich es mir vorgestellt hatte. Dass ich mich dann in dieser Situation wiederfinden würde:

“Okay – das war’s! Mehr habe ich nicht. Ich kann mich zur Ruhe setzen, einfach verschwinden, was auch immer.”

Aber ich habe keinerlei solche Pläne. Noch nicht. Jeder weiß, daß ich ein sehr visueller Künstler bin. Und ich kann nicht ein solches Album herausbringen und es nicht auf der Bühne zum Leben erwecken. Die Geschichte weiter erzählen, auf visuelle Art und Weise. Wahrscheinlich ist es kein Geheimnis, daß ich immer, wenn ich schreibe, auch ein Konzert, eine audiovisuelle Produktion im Hinterkopf habe. Ich frage mich immer, wie ich die Lieder live präsentieren würde. Und deshalb habe ich mir während des Schreibens, während der ganzen Produktion des Albums auch darüber Gedanken gemacht. Das Ergebnis ist eine Art Drehbuch, um das Album auf die Bühne zu bringen. Es wird eine schöne, umfangreiche und elegante Konzertproduktion geben. Sobald die ganze Corona-Sache vorbei ist und man wieder Konzerte spielen darf, werden wir das weiter voranbringen. Eine Konzept-Rock-Opera wird das werden, die sicher sehr tiefgreifend und emotional werden wird. In der Zwischenzeit muss ich kreativ sein und andere Wege finden, mein Publikum visuell zu erreichen.

Um also auf die Eingangsfrage zurückzukommen. So sehr ich auf der einen Seite sagen würde: “Okay, das war er also. Mir geht’s gut. Ich gehe mit meiner deutschen Frau wieder zurück nach Utah und arbeite als Baseballlehrer.” Ich kann nicht. Ich kann das jetzt nicht machen. Ich hab die Musik wieder in mir. Endlich wieder. Sie war so, so lange weg. Ich fühle mich künstlerisch und musikalisch mehr mit alldem verbunden als je zuvor. Ich habe mich noch nie so klar und inspiriert gefühlt. Es ist wunderbar! Ich kann es nicht erwarten, “A Thousand Scars” meinem Publikum vorzustellen und all das gemeinsam mit ihnen von Angesicht zu Angesicht zu erleben.

Wer einmal ein Konzert mit Eric Clayton besucht hat, der weiß bereits jetzt, daß das wahrhaft großartige Abende werden.

This Interview is available in a raw, unedited, English version here.

Eric performt mit Saviour Machine 1995 „Legion“.
Eric performt mit „The Nine“ 2019 „Legion“.

Eric Clayton & the Nine sind:

Eric Clayton (Gesang)
Twan Bakker (Schlagzeug/Percussion)
Rob Dokter (Bass)
Bas Albersen (Gitarre)
Ludo Caanen (Keyboard)
Jeroen Geerts (Gitarre)

 

Bandhomepage

Eric Clayton & the Nine bei Facebook

Eric Clayton & the Nine bei Youtube

 

Fotos: Eric Clayton, Harry Heuts.

Header: Sven Scheffel

 

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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