Vanderlinde

Devil’s Trails

  • Artist: Vanderlinde
  • Album: Devil’s Trails
  • Label: Snakebite / CMM Online
  • Release: 2017-01-27
  • Medium:
  • Bewertung:0

Die Holländer Vanderlinde sind seit dem letzten Album „Southbound Train“ verdienterweise einer größeren Zuhörerschaft bekannt geworden. Da kommt eine auf zwei CDs aufgeteilte Best-Of-Rückschau durchaus gelegen.

Nun, Vanderlinde sind eine grundsympathische, aber auch etwas seltsame Band. Dem trägt „Devil’s Trails“ Rechnung damit, daß die erste CD neben sechs neuen Songs die eher ruhigen Stücke versammelt, und Disc 2 der rockigeren Seite der Band Platz bietet. Die erste CD ist dabei ein klarer Gewinner, zumindest für alle, die Neil Finn und Crowded House oder auch Ryan Adams mögen. Mit der Mischung aus Country- und Folk-Elementen, Singer-/Songwriter-Melodien, cleveren Lyrics und ihrem Talent zu ganz großen Beatles-Momenten ragt die Combo um Namensgeber, Sänger und Bassist Arjan Van Der Linde absolut aus der Masse der Mitbewerber heraus. Einen Song wie ‚She Calls It Love‘ oder das wunderschöne ‚Embrace The Rain‘ mit Streichern und verletzlichem Falsett-Gesang schreiben auch Finn oder McCartney nicht jeden Tag.

Leider aber hat die Band gelegentlich (früher noch deutlich mehr) eine Tendenz zu rifflastigem, aber leider etwas plattem Hardrock mit AC/DC– und frühen Led Zeppelin-Anleihen. Das führt zu Stücken wie ‚She’s Rock’n’Roll‘ und ‚Unconcealed‘ die zwar nicht wirklich schlecht sind, aber den ruhigeren Stücken auf CD 1 zu keiner Zeit das Wasser reichen können. Diese härteren Stücke dominieren die zweite Hälfte der Rock-CD, weshalb die in meinen Augen deutlich abfällt.

Unterm Strich aber eine schöne Zusammenstellung von einer Band, die es verdient hat, auch kommerziell endlich den Durchbruch zu schaffen. Wer auf die oben erwähnten Acts, vielleicht noch die Eagles, Train und Jackson Browne steht und sich an den Hardrock-Exkursionen nicht stört, bekommt mit „Devil’s Trails“ eine schöne Zusammenfassung der ersten Phase der Bandhistory. Feine Sache!

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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