Daniels fünf Top-Alben 2016 – GOJIRA, ETERNITY’S END und PERVY PERKIN

2016 wird wohl auf längere Sicht vor allem als das Jahr der Verluste grosser Musiker in die Musikgeschichte eingehen. Wölli von den Hosen und Hagen von den Ärzten, Lemmy, Prince, mit Greg Lake und Keith Emerson zwei Drittel von Emerson, Lake and Palmer, Leonard Cohen und David Bowie sind nur die bekanntesten Namen der Musiker, die im zu Ende gehenden Jahr verstorben sind. Mit ihrer Musik werden sie weiterleben. Dennoch war 2016 auch ein Jahr wundervoller neuer Musik. Unser Metal-Redakteur Daniel, immer auf der Suche nach aufregenden neuen Klängen, empfiehlt euch seine fünf Lieblingsalben des Jahres - wie gewohnt stilistisch breit gefächert.

Haken – Affinity (Progressive Rock/Metal)

Mit ihrem vierten Album zählen Haken nach wie vor zu den weltweit besten neuen Progressive Metal Bands. „Affinity“ lotet dabei neues Terrain aus, ohne die typischen Elemente der Band aus London zu vernachlässigen. Das hier ist eine aufregende Reise in die 80er Jahre, jenes Jahrzehnt, in dem die englischen Musiker aufgewachsen sind. Grosse Melodien, verschachtelte Song-Kunstwerke und ein ganz eigenes Flair zeichnet „Affinity“ aus. Exzellente Musiker und Live-Entertainer sind die Engländer sowieso.


Eternity’s End – The Fire Within (Neoklassischer Power Metal)

Mit seiner neuen Band Eternity’s End verneigt sich der Süddeutsche Meister-Gitarrist Christian Münzner (u.a. Alkaloid, ex-Obscura, ex-Necrophagist) einmal mehr vor seinen Vorbildern des neoklassischen Powermetals. Der Unterschied zu seinen Soloalben liegt vor allem bei der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Sänger Ian Parry und Keyboarder Jimmy Pitts – der Gesang macht dabei aber etwas ganze Neues aus Münzners Kompositionen. Es gibt fantastische Gitarren- und Keyboardsoli, Gesang mit jeder Menge Pep und wirklich hervorragende Melodien. Ein exzellentes Debüt-Album, das Lust auf mehr macht.


Gojira – Magma (Progressive Metal)

Gojira sind ein bekannter Name, die jüngst in die USA übergesiedelten Duplantier-Brüder müssten aber noch viel erfolgreicher sein. Mit Progressive-Death-Metal ist die Musik der Band nur unzureichend beschrieben, tatsächlich haben die Franzosen ihre ganz eigene Nische gefunden. Mit tiefgründigen Texten, Wut, Melancholie und mal hymnischen, mal dissonanten Tönen fordern Gojira ihr anspruchsvolles Publikum mit „Magma“ heraus. Selbstredend, dass auch hier erstklassige Musiker am Werk sind, die die Fähigkeiten haben, die vielseitigen Kompositionen zum Leben zu erwecken.


[seite4]Anthony Gomes – Electric Field Holler (Blues Rock)

Der kanadische Gitarrist und Sänger Anthony Gomes hat in den letzten 18 Jahren zwölf Blues-Alben herausgebracht. Eine Schande, dass das 46-jährige Talent nicht viel bekannter ist, denn der Mann hat alles, was es zum Spitzen-Blueser von Weltruhm braucht. Den Groove in den Saiten und den Blues in der mal rauhen, mal sanften Stimme. Mit den elf rockig ausgerichteten Songs auf „Electric Field Holler“ haut der Mann mit dem Hut kein einziges Mal daneben, das Album gefällt von der ersten bis zur letzten Sekunde. Wem Joe Bonamassa zu wenig rockig ist, findet hier ein Spitzen-Bluesrock-Album. Mit drei Ausrufezeichen.

[/seite4][seite5]Pervy Perkin – ToTeM (Experimenteller Prog-Wahnsinn)

Pervy Perkin passen in keine Schublade. Der Ideenreichtum der fünf Spanier ist ein einziger Progressive-Mindfuck-Overflow, bei dem man die Klappe einfach nicht mehr zu kriegt. Und immer wenn man sich mit einer Melodie, einem Riff, einem Refrain oder einer Atmosphäre angefreundet hat, kann man sicher sein, dass der nächste musikalisch-humorvolle Tritt vors Schienbein nur einen Herzschlag entfernt ist. Im musikalischen Kosmos von Pervy Perkin gibt es keine Limits für Stile (Metal, Prog, Country, Electro, Jazz und Hip-Hop sind nur einige der leckeren Zutaten), Formen oder Erwartungen. „ToTeM“ ist mit 78 Minuten „nur“ gut halb so lang wie der Vorgänger „Ink“ und damit ein fokussierterer Geniestreich als das erste Album. Wer sich fragt, wann in dem unendlichen Allerlei der Rockmusik mal wieder etwas wirklich anderes auftaucht: Es sind diese fantastischen Jungs und ihr zappaesker Wahnsinn.


[/seite5][seite6]Diese fünf Scheiben hat Daniel pausenlos angehört oder ihn schwer beeindruckt. Aber weil es natürlich noch viel mehr gute Musik gab, gibt’s noch fünf weitere Nennungen von Bands, die mit ihren neuen Alben euren höchsten Respekt verdienen:

1. Defeated Sanity – Disposal of the Dead / Dharmata
2. Myrath – Legacy
3. Obscura – Akroasis
4. Virvum – Illuminance
5. Testament – The Brotherhood of the Snake.

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