Cradle Of Filth – Demokratie per Serviette

Dani Filth, Businessman: Während Festivalsommer und Promophase zum neuen Cradle-Of-Filth-Album 'Hammer Of The Witches' überlappen, hangelt sich Cradle Of Filths Zeremonienmeister rastlos – und sicherlich mit einigen Knoten im Taschentuch – von Termin zu Termin. Mal ganz der ehrbare Laudator, mal das Mouthpiece of Hell itself. Als das letztere erwischten wir Dani Filth zwischen den blutroten Teppichen und sprachen mit ihm über Märchenbücher, Krebsgeschwüre und den respektvollen Umgang mit der Vergangenheit.

Dani, du hast eine Tochter, erzählt man sich. Wie alt ist sie jetzt?

Luna Scarlett ist jetzt sechzehn.

Eindeutig nicht mehr das Alter, um vom Papa Gutenachtgeschichten vorgelesen zu bekommen. Hast du ihr im Kindesalter vorgelesen?

Aber klar!

Woraus denn denn zum Beispiel?

Aus einer Märchensammlung, meine ich. Hauptsächlich Grimm. Das war so eine Sammlung, wie sie von Bücherclubs vertrieben wird, mit einer ganzen Reihe von Bänden, jeder mit Geschichten eines anderen Autoren in einer jeweils anderen Farbe.

Also hast du sie wahrscheinlich eher selten mit deinen eigenen Märchen verschreckt.

Ja (lacht). Das wollte ich ihr in dem Alter nicht zumuten.

Euer neues Album lässt die Hexen zurück- und die Inquisition in aller Wortwörtlichkeit mit der eigenen Waffe schlagen …
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Im Grunde genommen ja nur in einem Song. Auch wenn viel zu dieser Annahme verleitet: Es ist kein Konzeptalbum; jedes Stück ist anders. Darin ähnelt es stark unserem Album ‚Midian‘. Es beleuchtet ein alles überspannendes Thema, das von einem wirklich großartigen Artwork des lettischen Künstlers Arthur Berzinsh getragen wird. Alles dreht sich um Dämonologie, Hexerei und vieles davon spielt sich im Mittelalter ab. Ein Track heißt „Onward Christian Soldiers“ und handelt einerseits von den Kreuzzügen, zeigt aber auch Parallelen zum heutigen Weltgeschehen auf. Seit dem Zehnten Kreuzzug, der als der letzte gilt, sind hunderte Jahre vergangen. Technologisch betrachtet sind wir tausendfach fortgeschritten, wir haben Leute zum Mond geschickt, doch was das Religiös-Ideologische angeht, tappen wir noch ordentlich im Dunkeln.

Was hat dazu geführt, dass sich das Hexen-Thema titelgebend durchsetzen konnte?

Als ich mit dem ganzen frisch erarbeiteten Rohmaterial ankam, hat das schon einen Nerv getroffen und so ein ganz bestimmtes Gefühl in uns ausgelöst. Wir kamen zu dem Schluss, dass ‚Hammer Of The Witches‘ im Mindesten ein guter Arbeitstitel wäre. Und mit der Zeit erschien er uns immer passender; auch ein Song bekam diesen Titel und kaum jemand hätte sich etwas Besseres vorstellen können. Ich hatte ihn ursprünglich ändern wollen, weil es mir zu gekünstelt vorkam, aber es entwickelte sich anders, und bald hatte sich auch schon der Artwork-Künstler, dem der Titel ebenfalls ausgesprochen gut gefiel, darin verbissen. So oder ähnlich läuft das oft; es ist ja nicht so, als hätte ich etwa am 23. Juli letzten Jahres um 11.54 Uhr ein massives Brainstorming gestartet, um direkt danach das fertige Konzept des nächsten Albums auf den Tisch zu knallen, nein, die Dinge schleichen sich nach und nach ein.

Was wäre denn deines Erachtens ein passender Alternativtitel gewesen?

Ich weiß nicht – so weit bin ich nie gekommen.

Du hast in einem eurer vorab veröffentlichten Teaser-Clips gesagt, das neue Album würde alte Cradle-Fans zurück ins Boot holen – vor allem diejenigen, die sich mit euren letzten Platten nicht ganz so gut anfreunden konnten. Was gibt dir diese Zuversicht?

Ich habe mich bei der Prognose an dem orientiert, was ich bis dato aus Pressekreisen gehört hatte – und dort fühlte man sich mehrheitlich an altes Material erinnert. Bislang haben noch nicht viele das neue Album gehört; das Label ist in dieser Hinsicht sehr streng geworden und will so der Leaking-Gefahr begegnen. Wir sind eine praktisch frisch aufgeladene Band mit zwei neuen Besetzungen an den Gitarren, die wir uns notgedrungen suchen mussten, weil bei dem einen, Paul Allender, private Schwierigkeiten abseits der Band gab und der andere, James McIlroy, sich aufgrund seiner starken Beschwerden einer komplizierten OP an der Halswirbelsäule unterziehen musste. Wir waren in die Ecke gedrängt und brauchten zwei neue Gitarristen, haben unter Hochdruck gesucht und hatten am Ende mit Richard Shaw und Marek ‚Ashok‘ Šmerda sehr viel Glück. Beide sind große Fans der Band, wir haben hart daran gearbeitet, ein Team, eine Einheit zu werden, und als wir letztes Jahr auf Tour waren, hatten wir viele alte Sachen wie ‚Haunted Shores‘, ‚Funeral In Carpathia’ und ‚Beneath The Howling Stars’ auf der Setlist. Das war gewissermaßen das Sprungbrett fürs Songwriting, bei dem wir jetzt wieder auf die doppelte Gitarre setzen.
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Gibt es Songs auf ‚Hammer Of The Witches‘, die dir besonders viel bedeuten oder für den Schreibprozess von herausragender Bedeutung waren?

Sie alle bedeuten mir recht viel; ich habe hart an jedem einzelnen gearbeitet. Wir sind mit insgesamt 16 fertigen Tracks ins Studio gegangen, von denen zwei jetzt als Bonus-Tracks für eine Special Edition vorgesehen sind. Das Label hat das so festgelegt. Es gibt aber weder in produktionstechnischer noch in schreiberischer Hinsicht Stücke, die hinter anderen zurückbleiben, weshalb wir uns bis ganz zuletzt ziemlich schwergetan haben, eine Entscheidung zu treffen – auch was die Trackfolge im Ganzen angeht. Es könnte sogar sein, dass einige die Bonus-Tracks allen übrigen vorziehen werden. Drei Stücke haben wir in demokratischer Absprache mit unserem Produzenten komplett aufgegeben. Hier geht es eher um Qualität als um Quantität; hätten wir die drei gehabt, wäre das vom Umfang her einem Doppelalbum recht nahe gekommen. Ich hoffe aber, die Stücke finden an anderer Stelle doch noch ins Leben. Sie sind nämlich sehr gut.

Es gibt also auch keinen Kern-Song, den du am ehesten stellvertretend für die Platte ins Rennen schicken würdest? In meinen Augen ist ‚Blackest Magic In Practice‘ ja ein sehr definierender Track …

Hey, das ist mein Lieblingsstück (lacht)! Hier haben wir einen kleinen Richtungswechsel weg von der üblichen Hektik, der Song ist tragisch und missmutig, aber zugleich melodisch. Mir gefällt auch seine Funktion als Zwischenakt, die durch das angeschlossene Orchestral-Intro noch unterstützt wird. Es teilt das Album in zwei Flügel, und dann kommen der Titeltrack und die erste Single. Zur Platzierung der einzelnen Stücke haben wir uns sehr viele Gedanken gemacht und waren uns bis in der letzten Woche vorm Mastering nocht nicht ganz schlüssig. Vor sechs Wochen sind wir dann bei einem Festival auf den Philippinen aufgetreten und haben uns dort das Album noch einmal gemeinsam in Gänze angehört und uns Notizen gemacht, die wir der Plattenfirma haben zukommen lassen. Währenddessen bin ich im Geheimen zurück ins Studio gegangen, mit meinen eigenen Notizen auf einer Serviette, und habe ein paar Anpassungen vorgenommen, die die meisten vermutlich nicht bemerken würden, die für uns als Band allerdings von einiger Bedeutung waren.
Du hast gerade aussortierte Stücken erwähnt. Gibt es bei Cradle Of Filth Lieder, die in der Versenkung verschwinden, ohne dass sie jemals irgendwer zu Ohren bekommen hätte? Wie wahrscheinlich ist bei euch ein „Wiedersehen“ – und sei es in neu bearbeiteter Form – mit alten, unvollendeten Songs noch Jahre später?

Aktuell gibt es praktisch keine Überbleibsel aus der Vergangenheit mehr. Wir waren relativ genügsam und haben alles verarbeitet und aufgenommen, was da war. Da gäbe es vielleicht ein Stück, das wir ‚The Yellow Song‘ nennen, weil es uns irgendwie, naja, yellow erschien (Anm. d. Red.: „yellow“ ist ein umgangssprachlicher Begriff für „feige“) und das nicht so wirklich zu uns passte. Aber sonst haben wir im Grunde nur diese drei neuen Tracks übrig, und ich hoffe sehr, dass, wenn alles einigermaßen läuft und sich das Album gut verkauft, diese drei Tracks den Grundstock einer neuen EP bilden werden, zusammen mit einem Cover von ‚Alice In Hell‘ von Annihilator, an dem wir neben unserem eigenen Material gearbeitet haben. Einer der Tracks ist ein wunderbares, ungefähr achtminütiges Instrumentalstück, ein weiterer heißt ‚Achingly Beautiful‘ und war eigentlich mein Lieblingssong aus den Sessions zum neuen Album. Dass auch der am Ende gestrichen wurde, zeigt: In Cradle Of Filth geht es nicht nur um mich; es geht ziemlich demokratisch zu, wir stimmen tatsächlich ab. Auf den konkreten Song bezogen bedeutet das einfach eine längere Tragzeit – was ihm aber nur zum Vorteil gereichen kann. Ich wusste anfangs noch nicht so ganz genau, was ich mit ihm vorhatte. Jetzt habe ich eine ganz genaue Vorstellung.

Neulich las ich von Woody Allen, der sagte, er würde rückblickend keinen einzigen seiner Filme so stehen lassen und, wenn er die Möglichkeit hätte, zahlreiche Änderungen vornehmen. Wie geht es euch mit eurer Einstellung gegenüber altem Material? Würdest du manchmal gern in die Zeitmaschine steigen, um alte Sachen umzuschreiben? Dass ihr im letzten Jahr euer Demo, ‚Total Fucking Darkness‘, neu aufgelegt und relativ aufwändig vermarktet habt, zeugt ja vom Einklang mit eurem Katalog.
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Das eigene Schaffen ist eigentlich immer Analysegegenstand. Würdest du die Songs von damals heute schreiben, wären sie vermutlich anders. Du musst aber auch bedenken, dass man alles aus einem bestimmten Grund heraus macht. Ich bin zum Beispiel ein großer Fan des Albums ‚Infernal Overkill‘ von Destruction. Ich liebe es über alles. Vor fünf oder sechs Jahren haben die dann eine Compilation von neu aufgenommenen Stücken aus den Anfangsjahren herausgebracht. Es war okay, hat mir ganz gut gefallen. Schließlich waren es noch immer ihre Songs. Aber da hört es auch schon auf. Und ich sage dir auch den Grund: Es hat sich zu modern, zu zeitgenössisch angehört. Als ich vor einigen Jahren Schmier (Marcel Schirmer, Destruction-Bassist und -Sänger; Anm. d. Red.) darauf ansprach, sagte der mir, er habe bei einem Song wie ‚Death Trap‘ – den ich übrigens sehr bewundere – gar nicht mehr so ganz gewusst, wie man ihn spielt. So sieht’s nämlich aus. Viele Bands versuchen, zu klingen wie damals, in der Hoffnung, die Magie von damals zu erzeugen. Aber so etwas funktioniert nicht, und deswegen bin ich gegen diese ganzen Black-Metal-Revival-Ansätze. Darkthrone klingen nicht mehr so wie damals, Mayhem ebensowenig. Sie sind weit davon entfernt; die Ära ist vorüber. Mal angenommen, man würde jetzt zurückgehen und bei ‚The Principle Of Evil Made Flesh‘ Hand anlegen. Klar, auch wir haben einige Songs für nachfolgende Alben neu aufgenommen. Aber der Vibe, die Magie lässt sich nicht mit hertransportieren. Es gibt da einige Faktoren, die ganz klar zu berücksichtigen sind. Die Jahreszeit etwa, die Leute mit denen du abhängst, auch was in den Nachrichten kommt – all die kleinen Dinge addieren sich zu einem großen Ganzen mit neuer und ureigener Schönheit. Insofern kann ich tatsächlich behaupten, mit allem zufrieden zu sein.

‚Total Fucking Darkness‘ kam nun dadurch zustande, dass ich mich wieder mit meinem Cradle-Mitgründer Paul Ryan angefreundet hatte. Es gibt keine großen Ziele, die wir damit verfolgt hätten. Mehr etwas für die Fans. Und wo ich gerade davon spreche: Ich hatte am Mittwoch ein vielversprechendes Telefonat. Es gibt da ja so etwas wie die Originalversion von ‚Dusk … And Her Embrace‘. Das hatten wir eigentlich 1995 schon aufgenommen, nur ist die Band da in zwei separat gemanagte Hälften zerfallen. Auf der einen Seite Paul Ryan und Paul Allender, die The Blood Divine gründeten, auf der anderen Robin Graves, Nicholas Barker und ich. Wir haben dann gegen das Label, namentlich Cacophonous Records, geklagt, damit wir das Album machen konnten und ihnen, um unseren Vertragspflichten nachzukommen, die ‚V Empire‘-EP überlassen. Wir mussten dann das Album neu aufnehmen, während die Ur-Version in den Regalen des Labels verrottete, ohne dass sie je irgendwer zu Ohren bekam. Nun sieht es aber aber ganz so aus, als wolle das Label sie nächstes Jahr mit uns gemeinsam zum 20. Jubiläum auf den Markt bringen, sodass die Welt sie hören kann. Obwohl nur ein Song ausgetauscht ist, klingt das ursprüngliche Album sehr anders.

[seite4]Aktuell ist ja – nicht zuletzt dank dem Start von Apple Music – Streaming wieder ein vieldiskutiertes Thema. Welche Position vertrittst du da?

„Vieldiskutiert“ ist noch ein sehr objektives Wort dafür. Ich erinnere mich noch an die Zeiten der Rebellion gegen Napster. Für viele war kaum nachzuvollziehen, dass irgendjemand noch bereit war, Geld für Musik zu „verschwenden“. Jay-Z, Beyoncé, Madonna und noch ein paar andere haben jüngst versucht, einen Streamingdienst ins Leben zu rufen, sind aber kläglich gescheitert. Der Grund: Die Leute wollen am liebsten gar nichts bezahlen, nicht einmal ein lausiges Abonnement. Ich hasse das. Mal ein Beispiel: Ich möchte mir Jurassic World ansehen und habe mir eine illegale Kopie besorgt. Und dann kommt die Polizei bei mir zu Hause vorbei. Die meisten würden wohl sagen: Jetzt kommst du ins Gefängnis oder wirst zumindest strafrechtlich verfolgt.

Wenn sich hingegen jemand ein Live-Bootleg oder ‚Hammer Of The Witches‘ herunterlädt – was ja zum jetzigen Zeitpunkt gleichermaßen illegal ist – interessiert das vergleichsweise wenig. Und dieses Missverhältnis macht die Musik kaputt. Ich kenne so viele Bands, die deswegen zugrunde gegangen sind. Die Karriere war gelaufen. ‚Ist doch nur Musik‘, werden viele sagen. Aber wenn Leute hart arbeiten, um eine Hypothek abzubezahlen oder ein Jahr lang sparen, um sich ein schickes neues Auto zu kaufen, und es käme jemand und nähme alles weg, und man müsste das auf sich beruhen lassen – das wäre skandalös. Wenn du ein ganzes Jahr damit verbringst, an einem Album zu schreiben, und dann jemand kommt, drauf scheißt und es einfach so nimmt und herumverteilt, ist es ganz und gar dasselbe. Das tötet Musik. Es ist kriminell und im Grunde Diebstahl, auch wenn man eine Datei nicht in die Tasche stecken oder überhaupt anfassen kann.
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Zugegeben: Wir sind mit Kassetten aufgewachsen und jeder hat Zeit seines Lebens Kassetten aufgenommen. Das wird sich auch nicht ändern. Was sich aber ändern sollte, ist die Gesetzgebung. Ich kenne professionelle Musiker, die sich wegen dieser Umstände einen zweiten Job zulegen mussten. Und ein zweiter Job ist kacke für dein Künstlerdasein. Du kannst der Musik nicht genug Aufmerksamkeit widmen, sie leidet darunter, weil du etwas ganz offensichtlich Wichtigeres zu tun hast, um dein Einkommen zu bestreiten. Und du kannst nicht ins Studio, weil dir das Geld fehlt. Darunter leidet wiederum die Qualität deiner Musik, und auch die örtlichen Studios können sich nicht mehr halten. Es ist wie ein wuchernder Krebs.

Ich habe mich schon mit vielen unterhalten. Neulich bei den Kerrang!-Awards mit jemandem von einem wirklich großen Label – ich werde nicht sagen, mit wem –; Radiostationen machen dicht, Plattenlabels entlassen ihre Angestellten, es ist alles sehr schwierig geworden. Es wird aber auch wieder mehr getourt, um an mehr Geld zu kommen. Hair-Metal- und Thrash-Bands der 80er formieren sich neu und geben Konzerte, um den Markt anzukurbeln.[/seite4] [seite5]Heutzutage wacht man aber auch an VÖ-Terminen auf, schlurft vier Meter zum Rechner, fährt ihn hoch, macht Spotify an und dort liegt schon das neue Album der Lieblingsband – ohne dass man das Haus verlassen oder auch nur irgendetwas angefasst und ausgepackt hätte. Man kann draufklicken, es läuft durch und dann war’s das …

Das ist billig, da geht die Magie total verloren. Und da bin ich nicht der einzige, der so denkt. Auch viele Gleichaltrige aus meinem Umfeld sehen das so. Ich denke da an mich, wie ich oft mit ein bisschen hardverdientem Geld in eine andere Stadt gefahren bin, um dort den ganzen Nachmittag auf der Suche nach Platten zu verbringen und dabei mitunter dreimal in denselben Laden zu kommen. Man kauft dort etwas, uns es wird magisch. Man hört es sich an, kauft vielleicht auch ein Scheiß-Album, weil man es für heavy hält und vom Sepultura-Shirt, das hinten dran klebt, geblendet wurde. Solche Alben hört man sich dann schön – man hat sie immerhin gekauft. Das gehört auch dazu, das macht es doch aus. Aber mittlerweile ist es wichtiger, dass alles blitzschnell geht. Dabei waren Alben noch nie so günstig wie heute, vom Preisaufschlag bei Schallplatten einmal abgesehen. Aber der ist gerechtfertigt, denn da haben wir es heutzutage mit echter Qualität zu tun. Von ‚Hammer Of The Witches‘ kommen noch richtig tolle Vinyl-Ausgaben, kann ich dir sagen, unter anderem Image Discs mit wunderschönem Artwork.
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Da du es gerade erwähnst: Fairerweise muss man ja jetzt noch einräumen, dass die Schallplatte eine Renaissance erlebt und sich die Vinyl-Verkäufe in der Folge erheblich gestiegen sind.

Ja. Man bezahlt für Qualität. Aber wie gesagt: CDs sind auch sehr attraktiv. Ich habe kürzlich erst ein paar bestellt, von denen ich weiß, dass sie bald rauskommen. Und man kann sich sicher sein, dass man sie zum Erscheinungstag direkt an die Türe geliefert bekommt. Das ist zwar ähnlich unmittelbar wie deine vier Meter zum Schreibtisch, aber ich kann mich immerhin drauf freuen, sie auszupacken, sie in den Player zu stecken, mir die Artworks anzusehen und das Album ins Regal zu stellen. Und, nicht zu vergessen: Ein ganz, ganz kleines bisschen helfe ich am Ende damit ja auch der jeweiligen Band.

Was hast du dir denn zuletzt so gekauft?

Ich muss zugeben, dass ich eine ganze Menge CDs umsomst bekomme. Die letzte gekaufte war der Soundtrack zu einem Film namens ‚It Follows‘. Ein amerikanischer Indie-Horrorfilm, richtig cool. Die Musik ist sehr elektronisch, völlig dissonant, aber richtig groß. Ein bisschen wie John Carpenter.

Interview: Valentin Erning[/seite5]

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