Colossal Gods

Eine neue Band aus erfahrenen Musikern, die mit ihrem Debüt-Album einen stimmigen Mix aus Thrash-, Groove- und Sludge-Metal auf die schwermetallische Fangemeinde abfeuern? Her damit! Die Rede ist von Cobra the Impaler aus Belgien, die ihr erstes Album „Colossal Gods“ beim französischen Underground-Label Listenable Records vorlegen. Mit dem Titeltrack startet das Quintett mit ungewöhnlichen Tönen – einem unscheinbar-charmant-melancholischen Intro auf einer einzelnen, unverzerrten Gitarre. Aber natürlich sind die ersten Riffs nicht weit und dann steigt Sänger Tace DC ein mit seiner rauhen, gequälten Stimme. Beim Kenner blitzen spätestens dann Assoziationen an Mastodons Meisterwerk „Crack the Skye“ von 2008 auf. Der Song steigert sich in einer beeindruckende Crescendo-Spirale auf Riffs und Drums, um dann wie ein düsterer Fiebertraum auszuklingen. Was für ein Auftakt! Auch „Blood Eye“ erinnert an Mastodon, und doch sind die Herren aus Belgien ein spur geradliniger – „tighter“, wie man Neudeutsch sagen würde. Die Riffs sind eine der großen Stärken der Band, mal thrashig, mal sludgy, aber immer launig und auf den Punkt.

Auch andere Sludge-Bands wie Baroness oder Kylesa, sowie Groove-Metal-Schwergewichte wie Machine Head oder Soulfly haben gewisse Parallelen zu Cobra the Impaler. Trotzdem: Die Mucke der Belgier ist weniger psychedelisch als Kylesa, das Tempo ist gemächlicher als bei Machine Head und es fehlt der Tribal-Touch von Soulfly. Die Jungs aus Gent sind vielseitig und abwechslungsreich und trotz aller Assoziationen nicht so richtig zu fassen. Keine Schublade passt nicht so richtig – und das ist sehr gut so! Zu eigenständig ist die Band mit ihren energiegeladenen und gleichzeitig verspielten Kompositionen, die häufig zweistimmigen Gesang aufweisen und überwiegend im Midtempo-Bereich angesiedelt sind . Aber nicht ausschließlich, wie das heftige Death-Metal-Geknüppel von „Spawn of the Forgotten“ beweist, kombiniert mit rauhen Screams und einem betörenden Refrain. „Mountains“ setzt dem gradiosen Treiben der Könner aus Benelux mit seinen Tempo- und Rhythmuswechseln ein grooviges-progressives Ende. Cobra the Impaler beweisen mit „Colossal Gods“ eindrucksvoll, wie moderner, stimmungsvoller Metal heute klingen kann. In dem er sich bei altbekannten Genres und der New Wave of American Metal inspirieren lässt und daraus etwas völlig eigenständiges schafft. Kolossal!

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Listenable Records (Label)

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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