The Midnight Ghost Train

Cold Was The Ground

  • Artist: The Midnight Ghost Train
  • Album: Cold Was The Ground
  • Label: Napalm Records
  • Release: 2015-02-27
  • Medium:
  • Bewertung:2

Der Blues war maßgeblich an der Entwicklung der Rockmusik beteiligt. Dann kam der Sohn Hardrock und die Cousins Southern Rock. Doom. Stoner-Rock. Sludge. Und dann kamen The Midnight Ghost Train, die mit ihrem Sound in allen diesen Stilen zu Hause sind. Die Basis ist aber nach wie vor ein sehr dreckig-staubiger, blueslastiger Hardrock geblieben. Nun kommt das junggebliebene, bärtige Trio mit ihrem dritten Studio-Album „Cold Was The Ground“ von Napalm Records auf Tour. Denn die Jungs aus dem US-Bundesstaat Kansas sehen sich in erster Linie als Live-Band. Und für ihre energiegeladenen Live-Shows sind die drei Musiker auch bekannt geworden.

„Cold Was The Ground“ eröffnet nach dem Intro ‚Chasm‘ mit dem bereits vorab veröffentlichten ‚Gladstone‘ und dem Markenzeichen der Band: Extrem verzerrte, bluesig-doomige Hammer-Gitarrenriffs, simple aber eingängige Drumbeats und der Reibeisen-Stimme von Frontmann Steve Moss. ‚BC Trucker‘ variiert das Tempo und hat fast einen leicht punkigen Einschlag. ‚Arvonia‘ hat beinahe beängstigenden Gesang, sofern man nicht ohnehin mit derben Growls von Death-Metal-Bands vertraut ist. Frontmann Steve Moss rumpelt mit seinen sicher vernarbten Stimmbändern im Keller herum, während Bassist Mike Boyne munter mitrumpelt. ‚The Canfield‘ hat ihn ebenfalls wieder, den coolen, bluesigen Groove, der dieser Band so gut zu Gesicht steht. Rhythmus ist King und allem anderen Untergeordnet auf dem Mitternachts-Geisterzug. Außer vielleicht der Energie, die aus jeder einzelnen Note strahlt. ‚Twin Sould‘ hat fast die gruselige Dichte eines Black-Metal-Songs – aber ohne dessen sonstigen stilistischen Merkmale. Der Abschluß mit dem verhältnismäßig komplexen ‚Mantis‘ vereint nochmals alle Merkmale des Trios, variiert aber mehrmals das Tempo, das ansonsten eher gleichbleibend ist. Ansonsten, ihr wißt schon: Derbe verzerrte Riffs, rumpeldene Felle und Bass-Saiten und Blues-Growls. Der einzige Ausreißer, zumindest musikalisch gesehen, ist auf dieser Platte der dreiminütige Spoken-Word-Minimalismus ‚The Little Sparrow‘. Wohl selten haben bisher ein paar einzelne Klimperer auf einer verstimmten Violine und extrem reduzierte Jazz-Shakes auf den Becken des Schlagzeugs so viel traurigen Southern-Blues transportiert. Grandios.

Innovativ ist „Cold Was The Ground“ nicht. Aber das war wohl auch nie das Ziel des Trios. Das Album ist ein wundervoll düsterer und extrem energiegeladener Vertreter der Stoner-Rock-Community. Die wird sich freuen über diesen düsteren Mitternachtszug, der einmal mehr mit Vollgas-Riffs auf den sinnbildlichen, steinigen Abgrund zusteuert. Ohne Reue. Ohne Bremse. Gnadenlos steinig und dunkel. Mit viel Emotion. Dort warten Sabbath, Kyuss und Clutch und applaudieren. Wundervoll.

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