Hindsights

Cold Walls/Cloudy Eyes

  • Artist: Hindsights
  • Album: Cold Walls/Cloudy Eyes
  • Label: Beach Community
  • Release: 2015-02-27
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Was werden Bands wie Title Fight oder Balance & Composure nicht dafür gefeiert, dass sie Emo, Grunge und Hardcore aus den 90ern wieder ins Jetzt transportiert haben? Nun versuchen vier blutjunge Hüpfer aus Berkshire, England, auf den erfolgreichen und angesagten Zug aufzuspringen. Das Durchschnittsalter bei Hindsights ist gerade mal 20. Während sich andere Bands in dem Alter mit poppigen Punkhymnen à la Blink 182 zufrieden geben oder ihre angestaute, ach so große Wut in vertrackte, mit Break Downs überlasteten Metalcore-Hämmern rauslassen, klingen die Briten schon sehr erwachsen. Melancholie wechselt sich mit emotionalen Ausbrüchen ab. Sie erinnern wirklich an Balance & Composure oder ähnliche Bands. Weil sie daran erinnern wollen. Zumindest kommt das Gefühl auf, denn die Songs der jungen, vermeintlich Wilden klingen schon sehr abgeklärt und durchdacht. Alles sitzt da, wo es sein soll. ‚Cold Walls‘ ist so glatt, dass er auch von Senses Fail kommen könnte. Genauer ausgedrückt: Dem Song fehlt das Rauhe, das Dreckige. So wird es dann doch unnötig poppig. Eine kratzige Charakterstimme kann man nun auch nicht von Jungs, die gerade die Pubertät überwunden haben erwarten, dennoch könnte der Gesamtsound der Platte ein wenig mehr Zerre vertragen.

Der Song ‚See You Soon‘ macht deutlich, wie viel Emo-Potenzial in der band steckt. Verspielt und doch mit der Faust auf die Stelle, wo das Herz pumpt schlagend überzeugen Hindsights und sind beinahe auf Augenhöhe mit ihren Vorbildern. ‚Pensive‘ ist eher eine Mischung aus Superheaven und The Menzingers. Kraftvolle Kopfnicker-Parts, wunderschöne Melodien und dazu die leidende Stimme von Sänger Benio. Es ist klar zu erkennen, wer die Vorbilder der Band sind. Hindsights kreieren aus ihren Einflüssen keinen eigenen, aber einen interessanten Sound.

Es ist definitiv ein Album das Hunger auf mehr macht und wohl nur eine Momentaufnahme ist. Das Potenzial der Band ist zu erkennen. Zum Hit reicht es jedoch noch nicht, obwohl die Songs und auch die Band bereits sehr ausgewogen und ausgefeilt klingen. Bleibt zu hoffen, dass Hindsights noch eigenständiger werden, um nicht im Schatten von Title Fight, Superheaven und Co übersehen zu werden.

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