CMFB…Sides

Vor gut eineinhalb Jahren hat sich Slipknot- und Stone-Sour-Frontmann Corey Taylor auf den Weg gemacht und sein erstes Soloalbum „CMFT“ herausgebracht. Auf diesem machte er mehr oder weniger, was er wollte und bot einen Sound von Country und Folk bis hin zu modernem Metal dar. Nun setzt Taylor seine eigenen Pfade fort. Allerdings handelt es sich bei „CMFB…Sides“ (Warner Music) nicht um eine neue Studioplatte, sondern – wie der Name schon andeutet – um Tracks, die er selbst als B-Seiten einstufen würde. Vielleicht sind es deswegen nur neun Lieder, wodurch die Scheibe irgendwo zwischen EP und Longplayer schwankt.

Beim Großteil der Songs auf „CMFB…Sides“ handelt es sich um Coverversionen, die einen auf eine Reise durch die amerikanische Musikgeschichte mitnehmen. Dazu gehören „Holier Than Thou“ von Metallica, „Got to Choose“ von Kiss, „All This and More“ der Punkrockband Dead Boys oder „Lunatic Fringe“ von Red Rider. Auch „On the Dark Side“, welches von John Cafferty komponiert worden ist, jedoch vor allem durch die fiktionale Band „Eddie and the Cruisers“ im gleichnamigen Film bekannt wurde, ist enthalten. So spannend diese Auswahl sein mag, umso weniger wagt sich Taylor leider in musikalischer Hinsicht. Bei seinen Umsetzungen bleibt er sehr an den Originalversionen. Experimente scheint er sich nicht zuzutrauen und wählt die „sichere“ Variante, weshalb seinen Interpretationen außer mangelnder Inspiration wenig vorgeworfen werden kann.

Mit „Kansas“ und „Halfway Down“ sind darüber hinaus Akustik-Versionen zweier Tracks von „CMFT“ enthalten. Diese Arrangements verleihen ihnen eine neue Note. Hinzu gesellt sich ein am Klavier gespieltes Live-Medley der beiden Stone-Sour-Songs „Home“ und „Zzyzy, welches Taylor in einer kurzen Ansprache putzigerweise seiner Frau widmet.

Erfreulich an „CMFB…Sides“ ist, dass Corey Taylor nicht nur die Klassiker oder Standards von Künstlern covert, sondern mal etwas andere Songs ausgewählt hat. Viel mehr gibt das Album jedoch leider nicht her. Den Fans, die seine Stimme lieben, dürften die Versionen gefallen. Ansonsten wird das bereits angekündigte „CMFT 2“ wohl deutlich spannender werden.

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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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