The Paranoyds

Carnage Bargain

  • Artist: The Paranoyds
  • Album: Carnage Bargain
  • Label:
  • Release: 2019-09-13
  • Medium:
  • Bewertung:2

The Paranoyds haben ihren Bandnamen nach eigen Angaben nicht ohne Grund gewählt: Man lebe nicht nur in Richtung einer dystopischen Zukunft, nein, Smartphones hören heimlich mit und gelten als unsere verlängerte digitale Persönlichkeit, außerdem seien Rechtspopulisten weltweit auf dem Vormarsch. Grund genug also, paranoid zu sein.

Ganz so düster wie ihre Sicht auf die Dinge ist das Debütalbum des Quartetts aus L.A. nicht ausgefallen. „Carnage Bargain“ (Suicide Sqeeze) schwelgt quasi in der Vergangenheit, zumindest musikalisch. Dichte Fuzz-Gitarren, satter Bass und rollende Drums laden zu einer Zeitreise in die 60ies ein, als Garage noch ein Underground-Phänomen war und Punk noch nicht mal in den Kinderschuhen steckte. Dafür waren Girl Groups mit ihrem Harmoniegesang der heiße Scheiß.

The Paranoyds – bestehend aus drei Ladies und einem Gentleman – fusionieren all das zu einem satten Sound, der sich in seiner Coolness weder anbiedert noch zu viel Kiss My Ass-Attitüde verbreitet. Schade ist nur, dass die Lyrics zum Großteil in der Musik untergehen – hier hätte der Tonmensch sorgfältiger Staz Lindes‘ und Laila Hashemis Vocals herausarbeiten müssen.

Da, wo die Damen klar zu vernehmen sind, ist auch ihre Botschaft deutlich: Mädels, verbiegt Euch nicht für irgendeinen Kerl und bleibt stark und unabhängig („Girlfriend Degree“). Macht außerdem, wonach Euch der Sinn steht – egal, was andere denken („Courtney“). Wenn doch mal alles zu viel wird, gönnt Euch eine Pause und begebt Euch eine Zeit lang metaphorisch in den Winterschlaf („Bear“).

Mit „Carnage Bargain“ erteilen The Paranoyds gängigen weiblichen Attributen wie immer nett, höflich, zuvorkommend und hübsch angepasst zu sein eine klare Absage. Statt dessen sind sie in bester Riot Grrrl-Tradition laut, rumpelig und rüpelig. „Girls to the front!“ ist wieder die Devise. Falls das in der männlich dominierten Punk-Szene für Paranoia sorgt – Pech gehabt, The Paranoyds haben sich ihren Platz verdient. 

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Suicide Squeeze

 

 

dieChris

Punk. Indie. Garage. Britpop. SingerSongwriter. Dancehall. Reggae. Weltmusik. First Love: Bon Jovi, Backstreet Boys. Everlasting Love: Beatsteaks, Brian Fallon. Guilty Pleasures: Katy Perry, Scooter, Avicii. Moshpit-Queen. Serienjunkie. Filmnerd. Crazy Cat Lady. 

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