Dread Sovereign

For Doom The Bell Tolls

  • Artist: Dread Sovereign
  • Album: For Doom The Bell Tolls
  • Label: Ván Records
  • Release: 2017-03-10
  • Medium:
  • Bewertung:4-

Was war das für eine Monstrosität – das Debutalbum „All Hell’s Martyrs“ von Dread Sovereign war eine Steigerung von so gut wie allem, was man unter demn Begriff „Doom“ kannte.

Völlig überproduzierter, massiver Krach, bassgetrieben, bösartig und crustig ohne Ende. Melodien, ja, natürlich und fantastischer Gesang, auch selbstverständlich. Schließlich sind das hier Primordial, zumindest ein Großteil davon. Strukturiert mit Songs weit jenseits der 10-Minuten-Grenze und kurzen 1-2minutigen Zwischenspielen die perfekt harmonierten.

Umso fragwürdiger ist das Zweitwerk „For Doom The Bell Tolls“ ausgefallen. Mag der Albumtitel und auch der Opener noch eindeutig die Nachkommenschaft des Debuts annehmen, so läßt der Rest irgendwie zweifeln. Die Produktion ist von jedem Crust und fast jeder Übersteuerung befreit und erinnert jetzt weit mehr an „normale“ basslastige Doom-Produktionen. Der Opener „Twelve Bells Toll In Salem“ hält das Versprechen „Dread Sovereign“ ein – eine durch die etwas entlärmte Produktion sauberere Slowmotion-Dampfwalze von höchstem Niveau. Danach allerdings machen Dread Sovereign mit „normalerem“ Doom weiter, der mehr als einmal zu stark an Black Sabbath erinnert und manchmal wie eine fast lieblose Interpretation daherkommt.

Was aber vor allem stört ist der Mangel an Ware. Während „All Hell’s Martyrs“ mit 8 Songs, 2 Interludes und 73 Minuten Spielzeit daherkam, sind auf „For Doom The Bell Tolls“ gerade einmal 4 Songs, 2 Interludes und 36 Minuten Spielzeit vorhanden. Die beiden Interludes bestehen nur aus Geräusch bzw. Glockenschlägen – da kommt man sich als Käufer schon irgendwie vor den Kopf geschlagen vor.

Die drei noch nicht angesprochenen Songs sind „The Spines Of Saturn“ (ein schnelleres, mit völlig entfremdeten Vocals ausgestattetes Irgendwas das weder richtig Atmosphäre anbietet, noch echter Metal oder Doom ist und irgendwie an Tiamats „A Deeper Kind Of Slumber“-Phase erinnert), „Live Like An Angel, Die Like a Devil“ (ein reichlich lärmiges und ziemlich mediokres Venom-Cover) sowie „This World is Doomed“ (ein halbwegs schneller Rausschmeißer „Paranoid“-Style) und das wars.

Eigentlich möchte man meinen es handele sich um eine exzellente Single namens „Twelve Bells Toll In Salem“ mit mittelmäßigem B-Seiten-Material als Zugabe. Eine massive Enttäuschung und das erste Mal, dass Alan Averill seine Finger in etwas hat, das NICHT gut ist.

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