Fahnenflucht

Angst und Empathie

Fünf Jahre ist es schon her, dass Fahnenflucht ihren ‚Schwarzmaler‘ veröffentlicht haben. In der Zwischenzeit wird sich so Mancher, der damals zu ihren Songs abgepogt und wütend die Faust geschüttelt hat, womöglich hübsch eingefunden haben im geregelten Häuschen-Familie-Auto-Leben und folgt der alltäglichen Routine. Diesen Menschen ordentlich den Kopf zu waschen und das Hirn durchzupusten, ist die Band aus Rheinberg nun zurückgekommen und berichtet in 13 neuen Songs von ‚Angst und Empathie‘.

Da geht es zunächst natürlich um die Migrationskrise, zu der Fahnenflucht erwartungsgemäß deutlich Stellung nehmen und das Geschehen in deutschen Landen bitter resümieren:

‚Mit der Zeit geht die Würde und mit der Würde alle Scham.‘

Die restlichen Themen, an denen sich die Band auf ihrem neuen Album abarbeitet, sind zeitlos: Kritik an Kirche, Krieg, globaler Ungerechtigkeit, Intoleranz – kurz: an der ganzen

‚Scheiß-Realität‘

. Zudem wird mit ‚Kind‘ und ‚Tunnel‘ ordentlich die Moralkeule geschwungen.

Mit hohem Tempo und starken Riffs wüten sich Fahnenflucht durch ‚Angst und Empathie‘, zackig geht es von Song zu Song. Selbige leben von eingängige Shouts und Parolen, für die Fahnenflucht mindestens anerkennenden Kopfnicken ernten dürften und die im Bierrausch der fortgeschrittenen Sorte samt ausgelassenem Pogo ihre ganze aufrührerische Wirkung entfalten.

Wer sich nach 12 Songs dann verwirrt die Augen reibt und nun, angesichts der ganzen Misere, seine Zweifel hat an dem schönen sorglosen Leben, den entlassen Fahnenflucht mit Song Nummer 13 namens ‚Hoffnung‘ und einem aufmunternden Klaps auf die Schulter:

‚Aufgeben ist keine Lösung und erst recht keine Option.‘

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