Magnum

The Serpent Rings

  • Artist: Magnum
  • Album: The Serpent Rings
  • Label:
  • Release: 2020-01-17
  • Medium:
  • Bewertung:2
Cover - Magnum - The Serpent Rings

Magnum sind trotz einer Bandgeschichte von beinahe 50 Jahren und 20 Studioalben in der Allgemeinheit kaum bekannt. Vielleicht liegt es daran, daß die Briten sich nur schwer in eine Schublade einsortieren lassen. Für Hardrock-Verhältnisse zu keyboardlastig, für AOR bzw. Classic Rock zu anspruchsvoll und für Prog Rock zu schlicht. Trotzdem hat sich die Band nie Trends angebiedert.

Seit der Wiedervereinigung 2002 nach siebenjähriger Auszeit begleitet scheinbar unerschöpflicher Arbeitseifer das Gründungsduo, das perfekt harmoniert. Bob Catleys Stimme hat sich im Alter vertieft, aber nichts von Wirksamkeit und Wiedererkennungswert verloren. Tony Clarkin, der eigentliche musikalische Kopf hinter der Band, gibt mit jedem neuen Album eine Lektion über die Natur des Reifens: Selbst in den 70ern unterstreicht er beispiellos seine Qualitäten als begnadeter, poetischer Songschreiber.

Nur zwei Jahre nach dem 20. Jubiläumsalbum „Lost on the Road to Eternity“ (2018) steht man mit dem neuen Opus „The Serpent Rings“ vor der Türe. Mit ‚Where are you Eden?‘ geht’s sofort gewohnt flott zur Sache. Eingekleidet in ein erdiges und warmes Soundgewand ziehen Magnum erneut alle Register, um den Zuhörer auf ihre eigenwillige musikalische Reise einzustimmen. Mit einer Mischung aus nostalgischer Verträumtheit und heroischer Fantasy wird der Zuhörer geradezu zur Tagträumerei verleitet, die mit den folgenden ‚You can’t run faster than Bullets‘, ‚Madman or Messiah‘, ‚The Archway of Tears‘, ‚Not Forgiven‘ und dem Titeltrack nicht mehr unterbrochen wird. Sounddichte und Stimmung erinnert dabei an das Referenzalbum „On a Storyteller’s Night“ (1985), ohne dessen Level zu erreichen.

Doch dann lässt diese Wirkung bei ‚House of Kings‘ auf einmal nach und man bekommt sie nur noch sporadisch zu spüren. ‚The Great Unknown‘, ‚Man‘, ‚The Last One on Earth‘ und das abschliessende ‚Crimson on the White Sand‘ sind allesamt solide und fein ausgearbeitete Songs, fallen aber vom großartigen Rest ab. Dennoch: Mit „The Serpent Rings“ haben Magnum ein weiteres Album abgeliefert, das jedem Liebhaber von gepflegtem Melodic Rock mit symphonischen Elementen ein befriedigendes Lächeln aufs Gesicht zaubern wird.

(Verfasst von Rosario Fazio)

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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