Kai Hansen

Thank You Wacken

  • Artist: Kai Hansen
  • Album: Thank You Wacken
  • Label: earMUSIC
  • Release: 2017-06-23
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Geschäftlich gesehen ist das perfekte Ausnutzung von Resourcen. Kai Hansen hat bislang genau eine Soloshow gespielt, und die wird nun gleich als Livealbum veröffentlicht. Nun, Spott beiseite, es war natürlich auch für das Metal-Urgestein Kai etwas Besonderes, zum ersten und bislang einzigen Mal unter seinem eigenen Namen auf der Bühne zu stehen. Und da er auch ausschließlich erfahrene Vollprofis für seine Band engagiert hat – unter anderem Gamma Ray-Kollege Michael Ehré und Heaven Shall Burn-Basser Alex Dietz – gibt es hier auch keine unterprobte Wackelvorstellung, sondern schlicht und einfach eine exzellente, von im Power Metal viel zu seltenen Rock’n’Roll-Spirit beseelte Alte Schule-Performance, die den Spaß der Beteiligten richtig schön transportiert.

Der Sound ist natürlich exzellent, klar, ordentlich druckvoll und dennoch ausreichend rotzig – lediglich vom Publikum hätte man im Mix etwas mehr zulassen können. Kai ist erfreulicherweise bewußt, daß er manche hohe Note altersbedingt nicht mehr ohne Anstrengung hinbekommt. Statt sich, wie viele Kollegen, in unschönes Gekrächze zu stürzen, mit Autotune nachzuhelfen oder gar die entsprechenden Parts ganz vom Band kommen zu lassen, hat er sich zwei Background-Sänger zur gesanglichen Unterstützung mit ins Boot geholt – Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis) und Frank Beck, der ja auch bei Gamma Ray den zweiten Sängerposten innehat. Für die Helloween-Evergreens ‚I Want Out‘ und ‚Future World‘ greift Michael Kiske zum Mikro, und Clémentine darf sich, wie auf dem Studioalbum, in ‚Fire And Ice‘ mit Kai duettieren. Apropos Helloween, natürlich dürfen neben den Erwähnten und insgesamt sieben Songs von Kais Solodebüt „XXX“ auch noch der – natürlich unumgängliche! – Klassiker ‚Ride The Sky‘ und mit ‚Victim Of Fate‘ und ‚Save Us‘ zwei Überraschungen genossen werden. Nur der Gamma Ray-Fundus bleibt unberührt – das hätte aber wohl auch den Rahmen des 75minütigen Festivalsets gesprengt.

Eine coole Scheibe, mit der sich die Wartezeit zu den Helloween-Reunion-Gigs perfekt verkürzen lässt. Macht Spaß!

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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