Annihilator

Suicide Society

  • Artist: Annihilator
  • Album: Suicide Society
  • Label: UDR
  • Release: 2015-09-18
  • Medium:
  • Bewertung:3-

Genau zwei Jahre nach dem Vorgänger „Feast“, der es in Deutschland auf Platz 20 der Album-Charts schaffte, legen Annihilator um Frontmann Jeff Waters ihr 15. (!) Studioalbum „Suicide Society“ vor. Und es zeigt Waters – zumindest aus Sicht des Hardcore-Thrashmetal-Fans gesehen – in einer musikalischen Schaffenskrise. Der Grund dafür ist einfach und Waters hat ihn selbst in den Promotion-Videos zum neuen Album ausführlich beschrieben. Ende 2014, unmittelbar vor den Aufnahmesessions zum neuen Album, nahm Sänger und Gitarrist Dave Padden seinen Hut. Padden war seit 2003 in der Band aktiv und damit der Musiker mit der längsten Zugehörigkeit bei Annihilator neben Waters selbst. Nach kurzer Panik beschloss Waters in Ermangelung einer besseren Lösung, wieder selbst die Vocals zu übernehmen und ins Studio zu gehen. Waters hatte bereits beim fünften Album „Refresh The Demon“ (1996) den Gesang übernommen.

Der Grund für das eher mittelmäßige neue Album ist allerdings nicht in erster Linie, daß Padden der bei weitem bessere Sänger ist. Es sind vor allem die teils uninspirierten, teils die für den Geschmack vieler zu soften Song-Ideen und eine irgendwie dumpfe Produktion, die für ein Stirnrunzeln bei echten Metalheads sorgen dürften. Das Eröffnungsriff von ‚Snap‘ beispielsweise ist so banal und ohne Schmackes vorgetragen, daß es einer Band wie Annihilator schlicht nicht würdig ist. Gut, ‚Snap‘ ist auch kein Thrash-Metal-Song, auch wenn einen genanntes Riff das glauben machen will. Ähnlich ist bei einigen anderen Songs, die wirken, als zielten sie auf ein Mainstream-Modern-Metal-Publikum. Bemüht, verkrampft, seelenlos. Um die altgedienten Fans nicht ganz zu vergraulen, hat Waters dem ganzen einen Thrash-Anstrich verpasst, der aber nicht überall so richtig zünden und überzeugen will. ‚My Revenge‘ mit seinem metallic-farbenen Schmacht-Solo ist ein Beispiel dafür, der Beginn des dann erfreulicherweise noch deutlich zulegenden ‚The One You Serve‘ ebenfalls. Zur Verteidigung muss man sagen, daß es zwar keine richtig schlechten Songs auf Opus Nummer 15 gibt, aber auch keine richtigen Kracher. ‚Break, Enter‘ kommt am ehesten an einen guten Thrash-Metal-Song heran. Schade, aber im Vergleich zum gelungenen Vorgänger „Feast“ fällt „Suicide Society“ deutlich ab.

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