SPORTFREUNDE STILLER – Im Nebenjob Streitschlichter

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Eigentlich sollten die Sportfreunde Stiller bereits vor einigen Wochen im FZW in Dortmund aufschlagen, aber auch vor Musikern macht das Virus keinen Halt, und so mussten die Jungs die Show verlegen. Im -trotzt neuen Termin- ausverkauften Haus herrschen an diesem sehr warmen Herbstabend fast tropische Verhältnisse.

Nach der Vorgruppe Screenshots aus Köln geht es nach einer erfreulich kurzen Umbaupause um 21.00 Uhr mit der „Hymne auf Dich“ los. Sofort hüpft und tanzt der ganze Club (naja, fast – aber dazu später mehr). Es folgt Hit auf Hit. Ob „Komm schon“, „New York, Rio, Rosenheim“, „Siehst du das genauso?“ oder „Wunderbaren Jahren“ – Peter, Rüde und Flo haben nichts verlernt, für einen satteren Sound haben sich die Sportis allerdings mit dem zusätzlichen Gitarristen Hubi verstärkt. In einer der Ansagen lässt Frontmann Peter ein wenig in das Seelenleben der Truppe blicken. Er erzählt, dass die lange Pause nach der letzten Tour einer satten Krise zu verdanken gewesen sei, und man lange Zeit gar nicht wusste, ob und wann es weitergeht.  Darüber, dass sie doch wieder zueinander gefunden haben, freuen sich alle im Saal und feiern auch die zwischendrin eingestreuten neuen Titel aus dem Mitte November erscheinenden neuen Album „Jeder nur ein X“ ab. Besonders hervorzuheben ist hier der Song „Wächter“, in dem es um die Begleitung eines depressiv erkrankten Freundes geht. Mit der Nummer machen die Männer deutlich, dass sie auch ernste Themen können.

Dass das Alter auch an dem Trio nicht vorbeizieht, wird bei einer Anekdote vom Schlagzeuger deutlich: Er erzählt vom Ausflug in die Dortmunder Innenstadt, bei dem ein junger Mann freudig erregt auf die Künstler zugerannt kam, um sie mit den Worten „Meine Mama ist Riesen-Fan von Euch!“ ein wenig auf den alterstechnischen Boden der Tatsachen zu holen, was mit großem Gelächter quittiert wird. Peter ruft die Dame namentlich aus, aber scheinbar ist sie doch keine so große Anhängerin, denn sie ist nicht anwesend. 

Im letzten Drittel gibt es Ärger zwischen Gästen vor der Bühne. Offensichtlich gibt es einige Bewegungsmuffel, die sich mit Ellenbogen und Fäusten gegen das Party-Volk wehren. Zunächst versucht Flo sich mit einer Ansage, in der er friedliches Verhalten einfordert, als Schlichter. Als das nicht fruchtet, geht Peter ins Publikum, um die Streithähne vor Ort zu befrieden. Allerdings kommt er achselzuckend und resigniert   zurück. „Geht doch einfach ein paar Meter weiter nach rechts, da seht Ihr genauso gut!“, ruft er von der Bühne den Aggressoren zu, was vom feierwilligen Rest mit großem Applaus bedacht wird, der sich den Spaß nicht verderben lassen, und weiter springen und mitklatschen will. Scheinbar fruchtet der Apell, denn danach geht es ungestört weiter mit Musik.

Wenig später endet mit „Wie lange sollen wir noch warten“ der offizielle Teil. Natürlich lassen sich die Herren nicht lange bitten, und schieben noch zwei Zugaben-Blöcke nach. Drummer Flo darf zwar bei „Es muss was Wunderbares sein“ den Gesang übernehmen, an die Gitarre wollen seine ihn Kollegen aber dann doch nicht lassen. Daher erledigen zwei Crewmitglieder den Job, und verstärken die Combo. Bei zwei neuen Liedern und Hits wie „Ich, Roque“, dem unverwüstlichen „Wellenreiten 54“ und einem langgezogenen „Fast wie von selbst“ geben die 1300 Zuschauer*innen noch einmal alles, und nach zwei Stunden endet dieser wunderbare Abend. Band und Publikum gehen verschwitzt und grinsend auseinander in die immer noch viel zu warme Oktober-Nacht.

SETLIST

Hymne auf Dich

Komm schon

Alles Roger!

New York, Rio, Rosenheim

Das Geschenk

I’m Alright!

1. Wahl

Lauth anhören

Siehst du das genauso?

Wächter

Der Titel vom nächsten Kapitel

Applaus, Applaus

7 Tage 7 Nächte

Ein Kompliment

Wunderbaren Jahren

Wie lange sollen wir noch warten?

 

Ich, Roque

Ich scheiß auf schlechte Zeiten

Die gute Seite

 

Es muss was Wunderbares sein (von mir geliebt zu werden)

Du bist eine Bank

Wellenreiten ’54

Fast wie von selbst

 

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Fotocredit: Wollo@Whiskey-Soda

Wollo

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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