Vérité

Somewhere In Between

  • Artist: Vérité
  • Album: Somewhere In Between
  • Label: VÉRITÉ
  • Release: 2017-06-23
  • Medium:
  • Bewertung:3-

Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Oder auch Wirklichkeit. So lautet die französische Übersetzung für Kelsey Byrnes musikalischen Alias Vérité. Wahr ist zum Beispiel, dass Vérité eine aus New York stammende, studierte Musikerin mit Schwerpunkt Komposition ist. Wahr ist auch, dass sie zweifellos eine schöne Stimme hat und technisch fit ihre melodischen Passagen singt – egal ob in tiefer Lage, im Falsett oder mit leicht kratziger Note in den Höhen.

Wahr ist auch, dass das Album ‚Somewhere In Between‘ eintönig ist. Der beatlastige Pop-Sound, wie man ihn von The Weeknd oder Lorde kennt, mit viel Synthie und Dubstep-Anteilen geht von Song zu Song ohne Wechsel durch. Da entsteht kaum Spielraum für kreative Abwechslung. Nach spätestens dem sechsten Track schweift man gedanklich komplett ab oder beschäftigt sich bereits mit dem Haushalt, während Vérité im CD-Player weiterläuft. Immerhin ist es Musik, welche live sicherlich Stimmung macht und zum Tanzen animiert. Zu Hause erfüllt sie ihren Zweck eher als Motivator für den Fensterputz.

Bezeichnend für das Monotone ist ein Blick auf die Songdauern. 12 der 13 Tracks bewegen sich um die Dreieinhalb-Minuten-Marke. Eine typische Länge für heutige – kommerzielle – Radiosongs. Auch bei Bastille und ihrem Debütalbum ‚Bad Blood‘ fiel diese zeitliche Konstellation auf, und sowohl da als auch hier folgt der Aufbau der Songs einem einzigen bestimmten Schema. Wenigstens war der Sound von ‚Bad Blood‘ noch halbwegs abwechslungsreich und auch innovativer im Vergleich zu ‚Somewhere In Between‘.

Die Songs dieser Platte funktionieren eigentlich nur als Single, denn jeder für sich mag mit seiner Kurzweiligkeit Spaß machen. Mit ‚Death Of Me‘, welcher mit funky Note, Elektro-Gesängen und Bläser-Synthie besticht, ist auch ein kleines Highlight auf ‚Somewhere In Between‘ vertreten. Doch das Kurzweilige der einzelnen Songs führt hintereinander gesetzt zum Langweiligen einer 45-Minuten-Scheibe. So wahr mir Gott helfe – dieses Album verdient mehr Abwechslung.

BartekJC

- aus Hannover - studiere auf Lehramt Musik und Erdkunde - bei Whiskey-Soda seit 2013 - Rubrik: Indie, Pop, Folk, Rock - Lieblingsmusiker 1950-2000: The Beatles, David Bowie, INXS, Die Ärzte, Queen, U2, Stevie Wonder, Elvis Presley, Michael Jackson, Jefferson Airplane, Nico & The Velvet Underground, Beach Boys, Sting 2000-heute: Bon Iver, The 1975, alt-J, Arcade Fire, Mumford And Sons, Florence + The Machine, KAKKMADDAFAKKA, Gorillaz, Ben Howard, AnnenMayKantereit, Imagine Dragons, Ed Sheeran - Festivals: Hurricane seit 2012 

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