Urne

Serpent & Spirit

  • Artist: Urne
  • Album: Serpent & Spirit
  • Label:
  • Release: 2021-06-25
  • Medium:
  • Bewertung:2

Urne – im englischen ja eigentlich Urn, aber obwohl man aus London kommt nutzt man lieber das deutsche Wort – „weils halt cooler ist“ (O-Ton der Band) – als Bandnamen.

Debutalbum hin oder her, wenn Jens Bogren und Chris Fielding für Produktion und Sound verantwortlich sind kann man eines erwarten: Schwermetall der Güteklasse A.

Und genau so kommt es dann auch. Urne begraben Genregrenzen, passen nirgends richtig in eine Schublade. Es weht der Geist der „….and Justice For All“ genauso durch dieses Album wie die Depressivität von „Dirt“. Das Album hat den absolut höchstmöglichen Schweregrad – ein Riffmonster nach dem anderen, dabei aber immer melodisch und eingängig. Der Gesang ist (leider) dem Metalcore anhängig, ordnet sich dort aber zumindest zwischen den wenigen Sängern ein, die auch bei den Shouts Wert darauf legen, nicht zu eintönig zu klingen. Natürlich gibt es genrebedingte Wechsel mit cleanem Gesang, der im Vergleich zu den Shouts etwas abfällt; er wirkt stellenweise austauschbar und etwas unmotiviert.

Die Melodiebögen und die Technik an den Instrumenten sind über jede Zweifel erhaben. Das Teil ist heavy as fuck! Die längeren Songs verströmen in ihren instrumentalen Teilen produzentenbedingt den melancholischen Charakter von Primordial. Die Musik lässt einem jedenfalls den Mund offen stehen – so wenig gibt es daran auszusetzen. Mit einem exzellenten Sänger könnte man hier blind „Album des Jahres“ draufstempeln – und für Freunde des Metalcore-Geshoutes kann und wird es das auch sein. Tatsächlich ist die Musik, die Rhythmen, das Feeling, die Intensität so dermaßen gut, dass der Gesang es nicht schafft, das zu zerstören. Faust und Hirn, Dunkel und hell, brutal und melancholisch – konzeptuell passt die Musik perfekt zum sehr persönlichen Storytelling der Lyrics, deren Protagonist zwischen Gut und Böse zerrissen ist.

Der titelgebende Opener „Serpent & Spirit“ sowie das abschließende „A Tomb So Frail“ sind in ihrer aggressiven Melancholie mitreißender als alles, was in diesem Jahr bisher das Licht der Welt erblickt hat. Freunde von so verschiedenen Bands wie Metallica, My Dying Bride, Primordial, Trivium, The Black Dahlia Murder und Alice In Chains werden hier glücklich werden. Und wenn man das weiß, dann ist klar, dass wir hier ein originelles, spannendes Album vorliegen haben, das irgendwann zum Klassiker mutieren könnte.  

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