Obliterations

Poison Everything

  • Artist: Obliterations
  • Album: Poison Everything
  • Label: Southern Lord
  • Release: 2014-10-13
  • Medium:
  • Bewertung:2

Hardcore-Punker, die auf Motörhead stehen – so meine Kurzbeschreibung zu Obliterations aus Südkalifornien. Ihr erstes Full Length Studioalbum „Poison Everything“ lässt sich nicht in nur eine Schublade packen. Punkig, rockig und wild. Die 13 Songs der Platte lassen dem Hörer keine Pause. Meist schnell, mit betont dreckigem Sound und der beinahe wahnsinnig klingenden Stimme von Sänger Sam James Velde geben die Hardcore-Punker von Anfang an Vollgas. Auf Melodie-Parts wird weitestgehend verzichtet. Obliterations konzentrieren sich auf die zerstörerische Kraft ihrer Akkorde und und kompromisslos durchhämmernden Schlagzeug. Trotz verwaschenem nicht gerade überproduziertem Sound klingen Obliterations frisch. Die Songs sprühen vor Energie, jedoch bildet sich kein wirklicher Hit heraus, denn Sound und Songstrukturen ähneln sich untereinander schon sehr. Von einer abwechsluingsreichen Platte kann nicht die Rede sein. Obliterations leben von ihrer Energie.

Teilweise erinnern etwas rock’n’rolligere Parts und dreckige Bass-Intros an Motörhead. Vor allem beim Song ‚The One That Got Away‘ liegt der Vergleich zum legendären Motorhead-Klassiker ‚Ace Of Spades‘ sehr nahe. Songs wie ‚Scapegoat‘ oder ‚Crawl Inside‘ erinnern schon eher an die Bostoner Hardcorer Slapshot. ‚Poison Everything‘ und ‚Shame‘ sind Songs, die sich schon von den anderen abgrenzen, jedoch nur, weil sie deutlich länger sind als der Rest. Im Durchschnitt powern Obliterations ihre Song in ein bis höchstens zwei Minuten durch und gehen direkt zum nächsten zerstörerischen Track über. ‚Shame‘ ist langsamer, düsterer und ist viereinhalb Minuten lang! Auch stimmlich ist hier wieder Motorhead irgendwie mit reingerutscht. Das leise Schreien, das man von Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister kennt, macht ‚Shame‘ zur Ausnahme der sonst recht ruppigen und schnellen Songs. Hier klingen Obliterations kontrollierter, jedoch nicht weniger zerstörerisch. Insgesamt haben die Kalifornier ein interessantes Album zusammengebastelt. Wer die Scheibe einmal gehört hat, ist neugierig auf die Liveshows der Band. Obliterations erfinden das Rad nicht neu, sie bauen es nur anders zusammen und das fertige Rad – und damit das Album – ist kompromisslos, laut, wild und vor allem rund.

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