Forgotten Suns

When Worlds Collide

Portugal ist sicher nicht die erste Adresse, wenn es um Progressive Metal geht. Doch in der kleinen Szene sind Forgotten Suns um Frontmann und Gitarrist Ricardo Falcão seit gut zwanzig Jahren eine feste Größe. „When Worlds Collide“ ist das von Fans des Lissabonner Quintetts heiß erwartete vierte Studio-Album. Und die Jungs vereinen tatsächlich alles was man von einer Progressive Metal Band erwartet – dieses Album ist eine überaus runde Sache mit sieben Songs und einer Spielzeit von rund 80 Minuten. Vor allem Freunde von verfrickelt-anspruchsvollen Girtarrenelementen werden hier ihre wahre Freude haben, denn die Saiteninstrumente bekommen bei den langen Stücken neben Gesang und Keyboard viel Raum. Doch die Herren geben nicht nur Metal-Vollgas mit Riffs, knallenden Drums und dem einen oder anderen Scream – sie verstehen sich erfreulicherweise auch auf ruhige Stücke wie ‚Somewhere In The Darkness‘ . Das für die Band mit sieben Minuten eher kurze Stücke über einen schmerzvollen Abschied ist im Gegensatz zu den vorherigen Liedern von Gesang und Piano dominiert, aber natürlich dürfen die Gitarren nicht gänzlich fehlen. Eines ist sicher: Das hier IST (Progressive) Metal! Das wird auch bei ‚Fortress of Silence‘ deutlich, das mal an Fates Warning und mal an Iron Maiden erinnert und somit klassischen Metal mit progressiven Elementen verbindet – so wie es mal ursprünglich gedacht war. Der Titeltrack ‚When Worlds Collide‘ ist eine bombastische Prog-Metal-Hymne mit Chören und Tempowechseln, Piano und Taktwechseln, hübschen Gitarren- und Bassspielereien par excellence. Das zweiteilige und beinahe halbstündige ‚The Road To Nowhere‘ rahmt das Album ein und bietet genau wie die meisten Songs auf dem Album so viel Substanz, daß das Album nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ sehr viel Musik für’s Geld bietet. Ein gemischtgeschlechtlisches Duett, tonnenweise Gitarren mit den verschiedensten Sounds, Keyboards und nicht zuletzt Emotionen, Emotionen, Emotionen. Wer also die gute Band aus Portugal bisher nicht kennt und sich nicht daran stört, daß die Jungs das Rad nicht neu erfinden, sollte das vielseitige und gelungene Prog-Metal-Album „When Worlds Collide“ unbedingt austesten.

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