PHIL COLLINS und die (musikalische) Fremdgeherei

Lange Jahre war Phil Collins das Hassobjekt aller selbsternannten seriösen Musikfans. Nicht nur wegen seiner sanften Soulpop-Balladen, die seit Beginn der Achtziger weltweit die Charts dominierten, sondern auch für die Tatsache, dass er mit Genesis im verachtungswürdigsten Genre aller Zeiten, dem Progressive Rock, aktiv war – und natürlich für seine unglamouröse Erscheinung.

Erfreulicherweise hat sich das in den letzten Jahren zumindest ein Stück weit geändert – Collins‘ Balladen sind mittlerweile Standards für eine neue Generation an R’n’B-Sängern und -Sängerinnen, und der Progressive Rock hat sich in den letzten Jahren wieder zur veritablen musikalischen Kraft gemausert. Unglamourös ist Collins freilich immer noch – und mit seiner beeindruckend ehrlichen und selbstkritischen Autobiografie „Not Dead Yet“ hat er auch bei einstigen Hassern einige Sympathiepunkte sammeln können.

Seine Musikerkollegen hingegen wussten schon immer, dass Phil keinesfalls nur ein eindimensionaler Schnulzensänger war. Ob mit Jazzgrößen wie Quincy Jones und Al Di Meola, mit Avantgardisten wie Brian Eno und John Cale, Prog-Kollegen wie Robert Fripp, Rockmusikern wie Robert Plant, Ozzy Osbourne und Eric Clapton oder reinen Popmusikern wie Tears For Fears oder ABBAs Anni-Frid, Collins war als Drummer, Produzent, Songschreiber nicht umsonst in den Siebziger-, Achtziger- und Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts schwer gefragt. Seiner Arbeit als „Fremdgeher“ setzt nun das am 29.8.2018 erscheinende, vier CDs umfassende Boxset ein Denkmal – und ist dabei so vielseitig wie Collins selbst.

Der Titel der Compilation stammt aus einem scherzhaften Geschenk, das eine profunde Wahrheit in sich trug. Chester Thompson, der Mann, der bei Genesis den Drumhocker übernahm, nachdem Collins die Position als Frontmann übernommen hatte, hatte ein spezielles Geburtstagspräsent für ihn arrangiert. Es war nicht besonders teuer, nur ein T-Shirt. Auf die Vorderseite hatte Thompson ein Motto drucken lassen, dass die Bereitschaft seines Bandkollegen ausdrückte, seine Drums zu fast jeder Session mitzubringen, und seine Freude daran, anderen Musikern, die er respektierte, zu helfen ihre Alben so zu machen, wie sie es wollten: „Plays well with others“.

Ein paar Beispiel für die Bandbreite des auf der Box zu Erwartenden findet Ihr hier:

Phil Collins selbst kommentiert: „Manch einer würde sagen, dass ich ein verzaubertes Leben gelebt habe. Ich habe die meiste Zeit davon das gemacht, was ich machen wollte, und bin gut für Dinge bezahlt worden, die ich auch umsonst gemacht hätte: Schlagzeug spielen. Während dieser Zeit habe ich mit den meisten meiner persönlichen Helden zusammengespielt, und viele von ihnen sind enge Freunde von mir geworden. Auf diesen vier CDs findet man ein paar dieser Momente. Ich danke allen Künstlern dafür, dass ich diese CD zusammenstellen konnte, es war keine einfache Aufgabe.“

Die Compilation erscheint als 4 CD-Box und als Digitaler Download am 28. September. Enthalten sind folgende 59 Songs:

DISC ONE: 1969 – 1982

‘Guide Me Orion’ – Flaming Youth
‘Knights (Reprise)’ – Peter Banks
‘Don’t You Feel It’ – Eugene Wallace
‘I Can’t Remember, But Yes’ – Argent
‘Over Fire Island’ – Brian Eno
‘Savannah Woman’ – Tommy Bolin
‘Pablo Picasso’ – John Cale
‘Nuclear Burn’ – Brand X
‘No-One Receiving’ – Brian Eno
‘Home’ – Rod Argent
‘M386’ – Brian Eno
‘And So To F’ – Brand X
‘North Star’ – Robert Fripp
‘Sweet Little Mystery’ – John Martyn
‘Intruder’ – Peter Gabriel
‘I Know There’s Something Going On’ – Frida
‘Pledge Pin’ – Robert Plant
‘Lead Me To The Water’ – Gary Brooker

DISC TWO: 1982 – 1991

‘In The Mood’ – Robert Plant
‘Island Dreamer’ – Al Di Meola
‘Puss ‘n’ Boots’ – Adam Ant
‘Walking On The Chinese Wall’ – Philip Bailey
‘Do They Know It’s Christmas (Feed The World)’ – Band Aid
‘Just Like A Prisoner’ – Eric Clapton
‘Because Of You’ – Philip Bailey
‘Watching The World’ – Chaka Khan
‘No One Is To Blame’ (Phil Collins version) – Howard Jones
‘If Leaving Me Is Easy’ – The Isley Brothers
‘Angry’ – Paul McCartney
‘Loco In Acapulco’ – Four Tops
‘Walking On Air’ – Stephen Bishop
‘Hall Light’ – Stephen Bishop
‘Woman In Chains’ – Tears For Fears
‘Burn Down The Mission’ – Phil Collins

DISC THREE: 1991 – 2011

‘No Son Of Mine’ – Genesis
‘Could’ve Been Me’ – John Martyn
‘Hero’ – David Crosby
‘Ways To Cry’ – John Martyn
‘I’ve Been Trying’ – Phil Collins
‘Do Nothing ‘Till You Hear From Me’ – Quincy Jones
‘Why Can’t It Wait Til Morning’ – Fourplay
‘Suzanne’ – John Martyn
‘Looking For An Angel’ – Laura Pausini
‘Golden Slumbers / Carry That Weight / The End’ – George Martin
‘In The Air Tonite’ – Lil’ Kim featuring Phil Collins
‘Welcome’ – Phil Collins
‘Can’t Turn Back The Years’ – John Martyn

DISC FOUR: LIVE 1981 – 2002

‘In The Air Tonight’ (Live At The Secret Policeman’s Other Ball) – Phil Collins
‘While My Guitar Gently Weeps’ – George Harrison
‘You Win Again’ – The Bee Gees
‘There’ll Be Some Changes Made’ – Phil Collins and Tony Bennett
‘Stormy Weather’ – Phil Collins and Quincy Jones
‘Chips And Salsa’ – The Phil Collins Big Band
‘Birdland’ – Phil Collins with The Buddy Rich Big Band
‘Pick Up The Pieces’ (Live At The Montreux Jazz Festival 1998) – The Phil Collins Big Band
‘Layla’ (Live At Party At The Palace, 3 June 2002) – Eric Clapton
‘Why’ (Live at Party At The Palace, 3 June 2002) – Annie Lennox
‘Everything I Do (I Do It For You)’ (Live at Party At The Palace, 3 June 2002) – Bryan Adams
‘With A Little Help From My Friends’ (Live at Party At The Palace, 3 June 2002) – Joe Cocker

Newsquelle und Fotos: Oktober Promotion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.