Pardon Ms. Arden – Sing zum Abschied leise ‚Servus!‘

Wenn die Lieblingsband nach langer Bühnenabstinenz endlich wieder ein Konzert spielt, ist die Vorfreude normalerweise riesig. Nicht so an diesem verschneiten Freitag Abend in der Münchner Kranhalle: Pardon Ms. Arden geben ihr Abschiedskonzert, die Combo löst sich aus diversen nachvollziehbaren Gründen auf - in aller Freundschaft, ohne Knatsch und einvernehmlich. Doch ein letztes Mal wollen sie sich selbst und ihre eingefleischten Fans noch gebührend feiern.

twintonetrigger.jpg „Bevor der finale Vorhang fällt, geben Twin Tone Trigger ihr Bestes, um für gute Laune zu sorgen. Kein leichter Job an einem Abend, an dem alle Beteiligten mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf beziehungsweise vor der Bühne stehen. Trotzdem legen sich Axel Rupp (Drums) und Kevin Ippisch (Gesang und Gitarre) ordentlich ins Zeug: Ihr lässiger Sound, ein energetischer Hybrid aus Britrock, Indie-Pop und Garage Punk, reißt mit und entführt in die gute alte Zeit, als Drumbeats noch nicht aus dem Macbook kamen und Riffs mit blutigen Fingerkuppen gedengelt wurden. Alles in allem ein würdiger Auftakt für ein Abschiedskonzert, das stimmungstechnisch zwischen Ekstase und Melancholie wabert. PMA_Nick.jpg „‚We built this city / We built this city on Rock’n’Roll‘ konstatieren Starship im Intro lautstark, als Pardon Ms. Arden die Bühne betreten. Rock’n’Roll gibt für die nächsten anderthalb Stunden den Ton an, schließlich waren die Münchner live noch nie Freunde der zarten Melodien. Ein zorniges ‚I Can’t See the Point‘, der Hüftschwinger ‚Cardiff‘, die musikgewordene Stimmungskanone ‚Disco Queen‘, das sehnsüchtige ‚Wake You‘ – kurz: alles, was im Repertoire der Jungs Rang und Namen hat, wurde ein letztes Mal mit vollem Einsatz zum Besten gegeben. Selbstverständlich auch das elektrisierende 90er-Jahre-Cover ‚What Is Love‘, bei dem auch an diesem Abend kein Tanzbein stillstehen konnte. Pardon Ms. Arden ließen sich bei ihrem Grande Finale nicht lumpen, keine Frage. Trotzdem war die Atmosphäre anders als gewöhnlich bei ihren Konzerten: Die übliche Ausgelassenheit und Euphorie wollte nicht so recht aufkommen. Als schließlich der letzte Akkord gespielt, der letzte Beat getrommelt, die letzte Synthie-Melodie vestummt war, war allen klar – das wars. Manch ein aufkommendes Tränchen wurde sowohl auf als auch vor der Bühne heruntergeschluckt oder nonchalant weggeblinzelt. Doch wie sangen Journey im Outro noch so vielversprechend: ‚Don’t Stop Believing!‘. Schließlich haben sogar die Libertines wieder zusammengefunden.

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