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Pandemonium

Es ist der Musik gewordene Thor-Hammer aus dem brasilianischen Urwald, welcher dem Hörer seit der Beilegung der familiären Konflikte im Hause Cavalera schon zwei Mal mit Schwung übergezogen wurde. Sepultura und Soulfly sind wieder vereint, Thrash und Groove und eine ordentliche Portion Latin Vibes – das ist es, was diese Band, diese Familie zu einem einzigartigen Hörerlebnis macht.

Auch das neue Album ‚Pandemonium‘ reiht sich artig in diese Tradition ein, schon der Opener ‚Babylonian Pandemonium‘ greift dich an den Haaren und taucht dich in ein indigenes brasilianisches Klangerlebnis, mit lange nachhallenden basslastigen Trommeln und Stereo-Vollautomatik-Kreuzfeuer, das gekonnt in die Double-Base-Drum umschlägt, sobald der Hammer fällt und das für den paradoxen Titel recht geradlinige Gewitter losbricht. Ist Zeus-Lucifer Cavalera dann erst einmal am Blitze schmeißen, bringt ihn so schnell nemand davon ab mit seiner übermächtigen Vierseiter-ESP die Hölle zu heizen – in diesem Falle dauert es etwas über fünfzig Minuten und zwölf Tracks, bevor der gute Max und seine Krachmacher-Crew sich wieder beruhigt haben.

Kein Wunder, denn wer sein Album ‚Pandemonium‘ nennt, nach John Milton die Hauptstadt des Teufels, der muss Vollgas geben, um glaubwürdig zu bleiben. So klingt der Großteil der Lieder recht thrashig, auch wenn immer irgendwo ein unglaublich grooviges Riff durch den Kugelhagel bricht und daran erinnert, dass dieses Album trotz verstärktem Berimbau-Einsatz nicht das neue von den alten Sepultura ist. Apropos Berimbau: ‚Porra‘, als einziges Stück quasi semi-unplugged und entgegen des Titels überhaupt nicht scheiße, überzeugt durch den exzessiven Einsatz des eben genannten Einseiters, nebst den fetzigen Bongo-Beats und der Sitar-Hook. Ebenso zu erwähnen wäre noch der Track ‚Not Loosing The Edge‘, in dem sich der Midtempo-Refrain mit seinem klaren, brutalen Rhythmus auf den Ohren anfühlt wie die Takt-Pauke auf einer antiken römischen Galleere. Immer druff da!

Und weil ‚immer druff da‘ genau das ist, was die Cavaleras schon immer am Besten konnten, und weil ‚Pandemonium‘ zeigt, dass die Gebrüder es auch im Jahre 2014 noch drauf haben, muss man dieses Album einfach gerne haben, da gibt es gar keine Diskussion!

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