Abysmal Dawn

Obsolecence

  • Artist: Abysmal Dawn
  • Album: Obsolecence
  • Label: Relapse
  • Release: 2014-10-24
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Was für ein Jahr war 2014 doch für die Freude des US-amerikanischen Todesbleis bisher: Urgesteine wie Cannibal Corpse und Obituary veröffentlichten neue Nackenbrecher. Auch die schwedische Allstar-Band Bloodbath lieferten mit Nick Holmes von Paradise Lost am Mikro einen neuen Death-Meilenstein ab. Wer jetzt noch Platz unter dem Weihnachtsbaum hat, der sollte mal die neue Langrille der Kalifornier Abysmal Dawn antesten.

Der Schwerpunkt der Mannen um Schreihals Charles Elliot liegt auf technischem Death-Metal, wobei im Vergleich zum Vorgänger „Leveling the Plane of Existence“ mehr Wert auf groovige Parts gelegt wird. Natürlich kommt der Knüppel aus dem Sack nicht zu kurz, denn das Quartett aus dem Sonnenstaat versteht sein Handwerk. Verstärkt mit einigen hochkarätigen Gastmusikern wie Bobby Koelble [Death, Death to All) und Christian Münzner (Alkaloid, Ex-Obscura, Ex-Necrophagist) holzen sich Abysmal Dawn durch neun technisch hoch anspruchsvolle Songs, bevor mit ‚Night’s Blood‘ noch ein Dissection-Cover angestimmt wird.

Zunächst beginnt „Obsolescence“ kompromisslos mit Blastbeats, hohem Tempo und diabolischen Growls, um dann deutlich den Fuß vom Gas zu nehmen. Mitunter nimmt man ungewohnt melodische, fast schwedische Momente zwischen den Highspeed-Parts wahr. Aber auch letztere weisen bisweilen eine Eingängigkeit auf, die an Klassiker aus dem Hause Morbid Angel erinnert. Der dritte Song ‚Inanimate‘ groovt sich sogar in Bereiche, die an Six Feet Under erinnern.

„Obsolescence“ hat vieles: Hohes spielerisches Können, High-Speed-Parts, Melodie und Groove. Letztlich kann das vierte Werk aus dem Hause Abysmal Dawn dennoch nicht voll überzeugen. Zu sehr fehlt es an der eigenen Duftmarke – es fehlt an Originalität. Wirklich hängen bleibt nach mehreren Durchläufen nur ein Song: das Dissection-Cover.

geschrieben von Hannes Fuchs

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.