Edguy

Monuments

  • Artist: Edguy
  • Album: Monuments
  • Label: Nuclear Blast
  • Release: 2017-07-14
  • Medium:
  • Bewertung:0

Fünfundzwanzig Jahre Edguy – das kann man schon mal mit einer Best Of feiern. Speziell, wenn die so wertig ausfällt wie „Monuments“. Man mag von Tobias Sammet und seinen Mitstreitern halten, was man will, aber Fanabzocke kann man ihnen mit dieser Werkschau definitiv nicht vorwerfen. Fast die komplette Bandhistory wird berücksichtigt, außer „Kingdom Of Madness“ ist jedes Studioalbum der Band mit mindestens einem Song vertreten, fünf komplett Neue gibt’s auch noch, einen unveröffentlichten Song von 1995 und dazu eine DVD mit einem 2004er Livemitschnitt aus Sao Paolo und allen bislang veröffentlichten Videoclips der Band.

Die neuen Stücke sind dabei natürlich für die Fans wohl das Interessanteste, handelt es sich dabei doch um die ersten neuen Stücke seit vier Jahren. Die sind allesamt ziemlich gelungen und bieten typischen Edguy-Stoff, vom kommerziellen Hardrocker ‚Wrestle The Devil‘ bis zum Speedie ‚Landmarks‘ werden die typischen Trademarks bedient – lediglich ein Megaepos fehlt auffälligerweise. Vermutlich hat’s Platzgründe, eventuell hat Sammet nach dem ganzen Avantasia-Pomp ja einfach auch die Nase davon gestrichen voll und will mal wieder Rock’n’Roll. Apropos Sammet, positiv fällt auf, daß das notorische Schwätzbrett mit fortschreitendem Alter ein wenig rauer klingt als bisher und sich auch die oft belächelten Dickinson- und Kiske-Manierismen zugunsten einer natürlicheren Vortragsweise spart. Das steht ihm außerordentlich gut zu Gesicht und bleibt hoffentlich auch in der Zukunft so! Die Zusammenstellung der Stücke ist ebenfalls gelungen, nur fünf Songs überschneiden sich mit der 2003 veröffentlichten „Hall Of Flames“ – aber ohne ‚Out Of Control‘, ‚Land Of The Miracle‘ und ‚Vain Glory Opera‘ wäre eben keine Edguy-Best Of vollständig. Und die Versionen von ‚Tears Of A Mandrake‘ (hier ungekürzt) und ‚Key To My Fate‘ (in der 1995er Originalversion) unterscheiden sich sogar noch von denen auf der ersten Werkschau. Dafür gibt’s noch das unveröffentlichte ‚Reborn In The Waste‘, ebenfalls aus frühen „Savage Poetry“-Tagen und drei B-Seiten-Titel, darunter das tolle, mit Michael Kiske eingespielte ‚Judas At The Opera‘.

Die Live-Portion der DVD kommt mit okayer – vermutlich ein Fernsehmitschnitt – Bild-, aber exzellenter Soundqualität. Die Band befand sich damals auf dem absoluten Höhepunkt, die noch jugendliche Energie wird perfekt transportiert, und als einer der Höhepunkte kommt Andre Matos auf die Bühne und gibt mit Sammet ‚Chalice Of Agony‘ von der ersten Avantasia-Scheibe zum Besten. Die größtenteils vom berüchtigten Edguy-Humor geprägten Videoclips sind freilich Geschmackssache, haben aber durchaus einen beachtlichen Unterhaltungswert und sind durchaus ein Schmunzeln wert.

Verdient hat sich die Band diese Ehrenrunde auf jeden Fall, und da hörbar viel Wert auf eine schlüssige, interessante und eigenständige Zusammenstellung gelegt wurde, kann man „Monuments“ eigentlich sowohl den Fans empfehlen als auch denen, die „nur mal so“ die Highlights haben wollen. Da schließt man sich den Gratulationen doch gerne mit an!

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.