Militarie Gun – All Roads Lead to the Gun

Post-Hardcore ist ein schöner und schwammiger Genre-Begriff, der vor allem seit der ominösen „Klasse 2011“ mit Bands wie La Dispute oder Touché Amoré wieder in Mode gekommen ist und dem Turnstile letztes Jahr noch einmal einen ordentlichen Arschtritt in Richtung Popularität gegeben haben. Das Schöne an diesem Begriff ist, dass unter ihm so viel subsumiert und ihm somit problemlos das Debütalbum „All Roads Lead to the Gun“ (Loma Vista) von Militarie Gun zugeordnet werden kann.

Ursprünglich waren Militarie Gun ein während der Pandemie gegründetes Soloprojekt von Ian Shelton. Der aus Kalifornien stammende Multiinstrumentalist holte sich mit Nick Cogan, William Acuna, Vince Nguyen und Max Epstein Verstärkung ins Boot und los ging es mit ihrem Post-Hardocre.

Doch dieser ist auf „All Roads Lead to the Gun“ gar nicht immer so einfach zu verorten. Das Grundgerüst ist klar erkennbar: At the Drive-In, La Dispute oder auch die frühen Hot Water Music sind die Referenzen. Allerdings wird die Platte ebenfalls von anderen Einflüssen gespeist. „Background Kids“ holt schon fast eine grungeartige Depressivität hervor, „Let me be normal“ winkt mit Alternative Rock á la frühe Foo Fighters und „Can’t Get None“ hat irgendwo seine Wurzeln im Crossover. Die 1990er Jahre hinterlassen also beste Grüße.

Dominierend ist trotzdem der Post-Hardcore wie im starken Opener „Ain’t No Flowers“ oder im Titeltrack „All Roads Lead to the Gun“. Die Band spielt mal mit mehr, mal mit weniger Wucht, ohne jedoch in die ganz harten Regionen überzugehen. Auffallend ist dabei vor allem die Stimme von Ian Shelton. Sein krächzender Gesang ist gleichzeitig aggressiv, jedoch ebenso herrlich melancholisch-melodisch. Dadurch wird er zum wiedererkennbaren Trademark der Gruppe.

„All Roads Lead to the Gun“ ist ein äußerst gelungenes Debütalbum. Militarie Gun kann zeigen sich dabei vielseitig, lassen aber auch immer wieder den Standard-Baukasten für Post-Hardcore erkennen. Trotzdem ist ein äußerst gelungenes Debüt, das Vorfreude auf die weitere Entwicklung der Band macht.

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Dominik

Groß geworden mit Punkrock und Power-Metal, weiterentwickelt mit Alternative und Thrash-Metal, erwachsen geworden mit ein bisschen Progressive-Metal. Und dennoch bleiben die All-Time-Favorites klassisch: Bad Religion, Die Toten Hosen, Machine Head, Iron Maiden, Blind Guardian, Faith No More.... und aus unerfindlichen Gründen mit einer heimlichen Zuneigung zu J.B.O. 

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